Fachtagung Erwachsenenbildung als Beruf

Juli 30, 2012

Das 15. DIE-Forum Weiterbildung findet am 3.-4.12.2012 in Bonn zur „Erwachsenenbildung als Beruf“ statt. Es geht um Zukunftsfragen von Weiterbildner(inn)en, die Anforderungen in diesem Beruf und Modelle zur Stärkung der Professionalität, insbesondere um mögliche Zertifizierungsmodelle für Lehrkompetenzen und die Chancen eines Qualifikationsrahmens.

Da sind die Österreicher mit ihrem Bildungsnetzwerk, unter anderem dem wba-Modell der Anerkennung formaler und informeller Kompetenzen, ein gutes Stück weiter. Nun, das Land ist ja auch ein gutes Stück kleiner, so dass sich die Interessenlagen der verschiedenen Erwachsenenbildungsinstitutionen leichter zusammenbringen lassen. Ich hatte bereits 2009 einmal innerhalb einer auf 10 Teile angelegten  Rezensionsreihe „Porträt Weiterbildung Deutschland und Österreich“ hier im Blog darüber geschrieben. Geben Sie in die Suchhilfe ein: „Porträt Weiterbildung“, dann listen sich alle von Teil 1 bis 9.2 auf.

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Fort- und Weiterbildung im Gespräch … mit Gabriele Freudenberg

November 14, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Gabriele Freudenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Frau Freudenberg, wir begegneten uns zum ersten Male zu den Zeiten, als Sie ein engagiertes Interesse gegenüber den Diensten der ehemaligen KIFA, der BIB-Kommission zur Information von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste und Assistenten, hatten. Heute darf ich Sie um ein Interview bitten. Sie sind seit 1990 Beauftragte für Aus- und Fortbildung in der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig, in der Sie seit 1967, also fast ein ganzes Berufsleben lang, gearbeitet haben.

Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Gabriele Freudenberg: Wenn die Fortbildungsteilnehmenden aus unserem Hause zufrieden sind und sich der Zeitaufwand und auch die Kosten gelohnt haben. Vor allem freut es mich, wenn Kolleginnen und Kollegen, die sich zunächst nicht so recht getraut hatten, eine Fortbildung zu besuchen, hinterher erleichtert bestätigen, dass sie persönlich profitiert haben.

FobiKom: Woran liegt es denn Ihrer Einschätzung nach, wenn sich die Kollegin oder der Kollege zunächst nicht zu einer Fortbildung entschließen konnte?

Freudenberg: Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die zu selten die Gelegenheit wahrnehmen, sich mit anderen fachlich auszutauschen. Ein Veränderungsbedarf und die Notwendigkeit, sich beruflich weiterzubilden, sich auf dem Stand des Fachwissens zu halten, ist daher für diese nicht immer so offensichtlich. Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und des Wissensstandes erfolgt dann eher unreflektiert. Doch selbst bei „einsamen“ Beschäftigungen wie Titelaufnahme, die man glaubt, nach vielen Jahren im Griff zu haben, ist eine Fortbildung hin und wieder notwendig.

Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Freudenberg: Ich beobachte, dass es sehr viele Anbieter von Fortbildungen gibt. Um einen Überblick zu bekommen, muss man sich die Informationen aus der Fachpresse, in bib-info.de, über die FobiKom, usw. zusammensuchen. Es wäre schön, wenn man das alles besser koordinieren könnte, so wie früher im Fortbildungskalender des DBI [Anmerk.: Ehemaliges Deutsches Bibliotheksinstitut in Berlin].

FobiKom: Ist für Sie die Datenbank im Fortbildungsportal wissenbringtweiter.de des Kompetenznetzwerkes für Bibliotheken, knb eine Alternative?

Freudenberg: Oh ja! Ganz bestimmt. Wobei ich mich frage, ob inzwischen mehr Anbieter von dieser Möglichkeit der Fortbildungsmeldung und der Suche Gebrauch machen als zu Beginn und ob da auch immer so konsequent alles vereint ist. Ich denke, man müsste das Portal noch viel mehr publik machen.

FobiKom: Zuletzt ist das ja eindrücklich geschehen während des 97. Deutschen Bibliothekartags in Mannheim 2008, als die Mitarbeiterinnen des knb trommelwirbelnd durchs Haus liefen und auf ihre Standaktion eines Preisrätsels sowie auf ihre Dienste aufmerksam machten.

Freudenberg: Ja, das war eine gute Idee. Ich denke aber doch, für die regionale Suche wäre es unbedingt notwendig, wenn sich auch die Fachhochschulen verstärkt zur Eingabe von Fortbildungsveranstaltungen aktivieren ließen.

[Anmerk. FobiKom: Im Protokoll (PFD, 118 KB) der Sitzung vom 31.03.2008 der Kommission für Aus- und Fortbildung im Bibliotheksverbund Bayern (BVB), wurde festgehalten, dass eine Anfrage zur Einspeisung der bayerischen Fortbildungsdatenbank ins Kompetenznetzwerk vorgenommen werden soll.]

FobiKom: Wo wir gerade beim Vermissen sind …

Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?

Freudenberg: Keine. Wenn man lange genug recherchiert, sind alle Themen vertreten.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten … Den Rest des Beitrags lesen »


Offene Worte für die Weiterbildungstätigen

August 5, 2008

Klar, unmissverständlich und längstens fällig folgende offene Worte von ver.di an den Bundespräsidenten (Word, 84 KB):

Es wäre aus unserer Sicht deutlich angebracht, wenn Sie anlässlich des Tages der Weiterbildung 2008 auch einmal die Arbeit der in der Weiterbildung Tätigen würdigen würden!

Ist zu hoffen, dass sich der Schirmherr des 2. Deutschen Weiterbildungstages, Horst Köhler – und derzeit von Seiten der BibliothekarInnen heiß geliebt ob seiner güldnen Worte in ihrer ureigensten Sache! – nun auch für die Sache der in der Weiterbildung Beschäftigten stark macht. Und damit ist ein gerechtes Einkommen vor allem der Referentinnen und Referenten gemeint.

Es hat lange gedauert, dies an der (hoffentlich) richtigen Stelle anzubringen. Es waren und sind lange und oftmals durstige Wege, die beide – Bibliotheken bzw. BibliothekarInnen wie WeiterbildnerInnen – durchzustehen hatten und möglicherweise noch haben. Aufgrund meiner persönlichen Doppelrolle als Bibliothekarin UND als Weiterbildnerin wage ich das zu beurteilen.

Anlässlich des Deutschen Weiterbildungstages 2008 am 26.09.2008 also diese und weitere Aufforderungen von ver.di für eine gerechtere Weiterbildungszukunft. Wenn ver.di so weitermacht, werde ich mir eine Mitgliedschaft doch glatt noch überlegen …

(Die LeserInnen des Blogs haben es vielleicht schon bemerkt: wann immer ich eine überwiegend persönliche Ansicht oder Meinung äußere, so schreibe ich diese unter meinen eigenen Namen. Schließlich sind wir ein offenes Blog für (fast) alle(s).)


Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Christa Waltenberg

Juli 25, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Christa Waltenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Christa, du bist einmal als ein „Urgestein“ unseres Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) bezeichnet worden.

Nachdem du seit 1990 im Vorstand der Landesgruppe Bayern arbeitest und später die Nachfolge von Karin Holl als Vorsitzende angetreten hast, zeichnest du für zahllose Fortbildungsveranstaltungen für unsere Verbandsmitglieder verantwortlich. All dies neben deiner Leitungstätigkeit in der Juristischen Bibliothek des Verbundsystems der Münchner Stadtbibliothek, für die du ja ebenfalls Veranstaltungen anbietest.

Was macht dich als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Christa Waltenberg: Dass ich dabei den Kolleginnen und Kollegen helfen kann, den Bibliotheksalltag zu bewältigen.

Wo siehst du in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Waltenberg: Ganz generell braucht es ein stärkeres Bewusstsein für bestimmte Themen. Beispielsweise sollte die Wichtigkeit von IT-Themen und von elektronischen Medien auch für die kleinen und öffentlichen Bibliotheken von den Agierenden erkannt und entsprechende Fortbildungen dazu verstärkt wahrgenommen werden.
Oder auch die Bedeutung von Zielgruppenarbeit und konzeptioneller Arbeit. Das Personal sollte außerdem darauf geschult werden, als Lobbyisten für ihre Bibliothek aufzutreten. Neben den Sachthemen liegt uns als Personalverband ebenso die Entwicklung von „Soft Skills“ am Herzen. Gerade bieten wir eine Fortbildung zur Stimmschulung an. Außerdem müsste mehr Moduldenken entwickelt werden, also Fortbildungen, die aufeinander aufbauen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest …

Waltenberg: Bildungsurlaub sollte vom Unterhaltsträger der Bibliothek sowohl gefördert als auch gefordert werden. Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.
Außerdem wünschte ich mir, dass auch mehrtägige Veranstaltungen möglich werden, trotz mangelnder Zeit- und Personalressourcen.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?

Waltenberg: Ja. Fortbildung sehe ich als „Wissen aktuell halten, auf vorhandenem Wissen aufbauen“ an. „Weiterbildung heißt für mich, „Neues, Unbekanntes hinzulernen.“ Den Rest des Beitrags lesen »


Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Margit Rützel-Banz

Juli 18, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Margit Rützel-Banz zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Frau Rützel-Banz, Sie sind seit 2003 in der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main / HeBIS für das Kursangebot und die Organisation der Fortbildungen zuständig.

Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Margit Rützel-Banz: Hm, da gäbe es viele Komponenten … besonders glücklich macht es mich, wenn die Themen, die ich anbiete, den tatsächlichen Bedarf decken konnten. Und viele Teilnehmende kenne ich ja noch aus meiner langjährigen Tätigkeit an der Bibliotheksschule in Frankfurt a.M., Fachhochschule für Bibliothekswesen. Wenn diese dann Jahre später wieder in meine Fortbildungsveranstaltung kommen, freue ich mich, wenn ich so zusagen noch ein Sahnehäubchen nachreichen konnte. Es ist auch schön zu erfahren, wenn die Fortbildungen etwas zum beruflichen Weiterkommen beigetragen haben.

Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Rützel-Banz: In einer besseren Absprache und gelegentlichen Treffen mit den Fortbildungsanbietern in ganz Deutschland. Manche meiner Teilnehmer/innen kommen vom Bodenseeraum oder aus Hamburg, und da wäre es doch gut, wenn einige Themen überall angeboten werden könnten und nicht jeder das Rad neu erfinden müsste.
FobiKom: So ähnlich wie das Rent-a-Fobi-Angebot der FobiKom: ein bestimmtes Thema ausarbeiten und allen BIB-Landesgruppen zur Übernahme anbieten, oder?
Rützel-Banz: Ja, etwas in der Art. Und es gab in der Vergangenheit auch schon derartige Ansätze, die aber letztendlich immer im Keim erstickten. Genau so ist das auch mit den Datenbanken. Wissenbringtweiter ist zum Beispiel ein wirklich guter Ansatz. Die Abfragemöglichkeit hat jedoch ein viel zu grobes Raster, so dass man bei der Suche immer genau den Begriff erraten muss, unter der eine Veranstaltung womöglich läuft, sonst findet man nicht alles. Das müsste viel feiner gegliedert sein, und es müssten sich auch mehr an der Eingabe beteiligen.

Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?

Rützel-Banz: Eigentlich keine …
FobiKom: … denn wenn Sie Lücken finden, schließen Sie die wohl selbst?
Rützel-Banz: So ist es. Kürzlich hatte ich eine sehr spezielle Themenanfrage, dazu wurde meines Wissens und meiner Recherchen nach noch nirgendwo etwas angeboten. Es ging um steuerrechtliche Fragen in der Medienbearbeitung. Ich habe mir passende Dozenten gesucht, die Veranstaltung bundesweit angeboten und im Handumdrehen war sie ausgebucht. Sie wurde auch direkt ein Jahr später wiederholt. Sowohl beim Aufspüren von Themenlücken als auch beim Lückenfüllen bin ich natürlich auf Anregung von außen angewiesen. Hier wie bei der Referentensuche hilft mir mein Netzwerk, welches ich in langen Jahren geknüpft habe.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …

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