Motivation des Lernens

August 28, 2012

Eine starke Motivation hilft, Lerninhalte länger zu behalten. Wer selbst bestimmen kann, was er lernen möchte und dies in einem passenden Lernumfeld, dem dürfte Lernen am besten gelingen. Weitere Ergebnisse erfährt man in Kürze auf der Internationalen Konferenz zur Motivationsforschung vom 28.-30.08.2012 in Frankfurt am Main.

[via idw-online]


Studie: Weiterbildung stärkt Motivation

März 29, 2012

Man möchte es gar nicht glauben: je älter die Mitarbeiter/innen, desto weniger bedeutend erscheint ihnen eine Weiterbildung. Eigentlich müsste das doch umgekehrt sein. Je länger Ausbildung oder Studium zurück liegen, desto dringlicher müsste doch der Bedarf an „Auffrischung“ bestehen. Nun, zumindest 60 Prozent der 25- bis 35-Jährigen halten die angebotenen Weiterbildung von Arbeitgebern für ausschlaggebend, sich für diese Arbeitgeber zu entscheiden, so die DUW*-Studie zur Mitarbeitermotivation „Motivieren, Binden, Weiterbildung“. Hm.

Ehrlich gesagt, kommt mir das seltsam vor. Sind wir heute schon so weit, dass uns Arbeitslosigkeit gar nicht mehr schreckt und wir uns die Arbeitgeber mal eben nach ihrem Weiterbildungsangebot aussuchen können? Ist da etwas an mir vorbeigegangen? Und ungläubig gefragt: Gibt es tatsächlich jemanden, der sich vor seiner Bewerbung genauer ansieht, welches Weiterbildungsprogramm der potentielle Arbeitgeber anbietet und sich dementsprechend für oder gegen eine Bewerbung ausspricht? Wow.

Zudem sei die „Generation Y“ (auch dieser Begriff scheint an mir vorbei gegangen zu sein) „international ausgebildet, karrierebewusst und anspruchsvoll“. Für diese ist das 3K-Modell der Arbeitsmotivation zur Anwendung zu bringen.

  1. Kopf: „Was ist mir wichtig? Was will ich wirklich?“
  2. Bauch: „Was mache ich gerne? Was erfüllt mich?“
  3. Hand: „Was sind meine Fähigkeiten, Erfahrungen, Kenntnisse?“

Auch, wenn ich diesen Fragestellungen, denen eine an die Person angepasste Weiterbildungsmaßnahme folgen kann, für beachtenswert halte … man mag mich für altmodisch erklären, aber irgendwie erscheint es mir seltsam, wie stark heute die Betonung auf „Tu, was Du gern willst“ liegt.

Klar, nicht immer hat mir das „Du musst es können, auch, wenn es Dir keinen Spaß macht“ gefallen. Und ob mich das motiviert hat, hat auch niemand wissen wollen. Fakt ist, manchmal kommt der Spaß an einer Sache erst hinterher, wenn man es quasi „gezwungenermaßen“ gelernt hat. Und ich meine, dass nicht alles, was nicht Spaß macht, aus dem Weg geräumt oder nicht beachtet werden muss. Sicherlich, die Frage der Motivation und ergo des (schnellen) Erfolgs bleibt, doch ob sie vorher oder hinterher gestellt wird … auf das Lernen-wollen bezogen, könnte die Motivation doch darin bestehen, den Spaßfaktor auf später zu vertrösten. „Wenn Du das heute lernst, freust Du dich morgen darüber“. Doch so lange voraus denkt die Generation Y (die nach ’80 geborenen, wie ich jetzt weiß) offensichtlich nicht bzw. nicht gerne.

Hm. Heute lauter „Hmms“ von mir. Jedenfalls kann ich für mich behaupten: trotz manch ungeliebtem und phasenweise eher weniger erfüllt-motivierten Lernens bin ich darüber froh, es ausgehalten zu haben, um heute davon profitieren zu können. Einen „roten Teppich“ habe ich nie erwartet. Da fehlen mir auch definitiv die Highheels. 😉

* Deutsche Universität für Weiterbildung
[via idw-online]


Optimale Lernräume

Dezember 7, 2011

Weiterbildungseinrichtungen, Hochschulen und Bibliotheken suchen nach Lösungen, um die Lernmotivation und das Lernverhalten mittels gestalterische Qualität des „Raumes als dritten Lehrer“ zu unterstützen.

In der HdM-Bibliothek Stuttgart wurde nun von der Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken zu Forschungszwecken das „LearnerLab“ eingerichtet. Zwei Jahre lang sollen unterschiedliche Lernszenarien gestaltet und wissenschaftlich begleitet werden, um praxisnahe Konzepte zu entwickeln. „Schwerpunkte sind dabei didaktisch-methodische Lehr-/Lernsettings, organisatorische Gestaltungskonzepte, bauliche Gestaltung von realen Lernräumen sowie die Gestaltung virtueller Lernräume“.

Die Anforderungen an die Gestaltung eines Lernraumes habe ich aus der Pressemeldung herausgefischt:

  • optimale Möblierung für unterschiedlich Lernende
  • mobile Einrichtungsgegenstände
  • flexible Rauminszenierungen
  • hohe Aufenthaltsqualität
  • breites Anforderungsspektrum abdecken
  • Inspiration fördern
  • Kreativität fördern
  • konzentriertes Selbststudium fördern
  • selbstgesteuertes Lernen unterstützen
  • kommunikatives Gruppenlernen ermöglichen
  • informellen Austausch ermöglichen
  • flexible Gestaltung der Lernarrangements
  • Umsetzung unterschiedlicher didaktischer Designs
  • flexible Umsetzung unterschiedlicher Lernszenarien
  • verschiedene Lernzugänge und Lernmethoden berücksichtigen
  • komplexe Anforderungen an Lernende aufgreife

Mal ganz persönlich: Lernen

Juli 2, 2011

Ob Häppchenweise mit Salamitaktik, ob eher rational oder emotional, ob traditionell oder spielerisch … beim Lernen geht es ziemlich individuell zu. Je nach Kommunikations- oder Mediennutzungsgewohnheit nämlich. Denn Gewohnheiten beeinflussen den Lerncharakter eines Menschen besonders stark. Und Gewohnheiten wiederum haben mit den Lebensaltern zu tun.

Ein Beispiel. Mein Vater …

… wird diese Tage 70 Jahre alt (by the way: meine Fb-Freunde wissen auch, dass das gar nicht so selbstverständlich war!). Mit Busuu, Babbel, Apps oder gar Fa-ze-bock kann er überhaupt nichts anfangen, schon die Aussprache zeigt die Ferne zu diesen Begriffen. Lernen oder „sich-etwas-Merken“ ist bei ihm eng verbunden mit einem leuchtend gelben Marker, vorzugsweise einer Firma, zu der er beruflich eine starke Affinität hatte. Schwant Ihnen was? Genau. Alles Wichtige wird von meinem Vater sorgfältig markiert, sprich: visualisiert, und prägt sich so als Bild oder Muster für ihn besser ein.

Seine Tochter hingegen, also ich, hat sich diese Leuchtmarker von je her verkniffen (vermutlich aus jugendicher Opposition), wahrscheinlicher jedoch deshalb, da sie einen starken Hang zum Kleingedruckten an den Tag legt. Es könnte ihr ja etwas Interessantes entgehen und ALLES kann man ja schließlich nicht einfärben. So ist angeborene Neugierde (die mit den Lebensjahren normalerweise, nicht jedoch zwingend!, eher abnimmt) eine Antriebsfeder, sich mit Fußnoten auseinanderzusetzen und von einem Querverweis zum andern zu gelangen. Mithin ein spannendes, vernetztes Lernen zu betreiben, indem durch hergestellte Bezüge Lerninhalte breitflächig verankert werden.

Gibt es noch eine Schwester. 11 Monate älter, somit gleiche Generation. Ich überlege gerade, wie diese lernt. Und da fällt mir doch schnell ein: Kommunikativ. Meine Schwester setzt eine uralte Tradition fort, mittels Geschichten die Welt durch Stimme, Gestik, Mimik erfahr- und erlebbar zu machen. Heute sagt man wohl: Face-to-Face-Lernen. Wobei ich kürzlich gelernt habe (ja, ich besuche zähnezusammenbeißend einen Volkshochschulkurs, um mein über 30jähriges Schulenglisch zu reaktiveren), dass es lediglich in Deutschland diesen Begriff gäbe, ähnlich der Erfindung des Wortes „Handy“. „One-by-one“ müsse es heißen. Kennt bloß keiner bei uns.

Da ich es meinem Lehrer (ein Native Speaker aus London) nicht glauben wollte, dass es Face-to-Face als Begriff nicht gäbe – ja, auch Zweifel ist eine Antriebsfeder zum Lernen! –, schlug ich bei Leo nach. Und schon habe ich damit ein gelungenes Beispiel, wie meine eigenen Mediengewohnheiten funktionieren. „Schlage ich nach“ beweist, dass ich die erste Hälfte meines Lern-Lebens Bücher mit papierenen Seiten nutzte. Geschlagen habe ich tatsächlich, jedoch eher die Tastatur, um mir virtuell Auskunft geben zu lassen. Das handliche Englisch-Wörterbuch besitze ich noch, nehme es auch zum wöchentlichen VHS-Kurs mit. Samt Lesebrille, was total lästig ist, und das Blättern raubt auch ziemlich Zeit, derweil die nächsten Sätze bereits untergehen. Warum nur lässt unser Lehrer uns nicht einfach ein Notebook, Netbook, Tablet, IPad, Handy, … benutzen? Aaah, alte Schule! Lehrer sagt was, Schüler hören zu, Schüler antworten auf Fragen, und gut ist. Nicht für alle.

Der Spaß kommt mir – und damit komme ich zum beispielhaft letzten Faktor – dabei zu kurz. Sich entwickelnde Dialoge unter den (jungen und alten) Lernenden werden rasch unterbrochen, um mit dem Stoff nach Willen des Lehrers durchzukommen. Innerer Widerstand gegen die Vermittlungmethode des Führens, Gängelns, Forderns, Einengens, … zeichnet sich ab. So werde ich zwar brav das Semester zu Ende bringen, mich jedoch dann einer virtuellen Lernumgebung zuwenden. Ohnehin sind mir eineinhalb Stunden zu viel, da schwer ins bewegte Berufs- und Privatleben (siehe Vater) zu integrieren. Die Salamitaktik, also hin und wieder ein Viertelstündchen, sind mir lieber. Geübt bzw. gesprochen wird am Frühstückstisch mit dem Partner, der den Englisch-Kurs (quasi im Wechsel mit mir) besucht. (Danke übrigens für die letzten Hausaufgaben, Sportsfreund!)

Wie komme ich auf den Artikel? Darauf gebracht hat mich Vicente Arioli, ein App-Entwickler, der meinte*: „Die Lerneinheiten müssen in kleinen Häppchen eingeteilt werden, damit man zwischendurch lernen kann, etwa in der U-Bahn.“ Nun, trotz fehlender Bamberger U-Bahn (lachen Sie jetzt nicht, immerhin hat es sogar mal kurzzeitig eine Straßenbahn gegeben!) kann ich ihm nur beipflichten. Langweilige ICE-Tunnel-Fahrten verkürze ich mir gerne mit Lesen und Lernen – ob mit echtem Buch oder mit Laptop-Nutzung.

Tja, die Baby-Boomer nutzen und beherrschen eben viele Lernwege. Um uns muss man sich intellektuell gesehen nicht wirklich Sorgen machen 😉

* gelesen in der Printausgabe des Fränkischen Tags, 30.6.2011: „Sprachen lernen via Web und App“ von Peter Zschunke, DPA.

P.S.: Mein Bruder? Wie der lernt? Durch Fehler, glaube ich. Nesthäkchen, noch dazu Söhne, durften sich diese eher erlauben. Keine Bange! Da er trotz jüngeren Alters eher traditionelle Medien nutzt, laufe ich kaum in Gefahr, dass er das hier liest und mir nachfolgend den Kopf abreißen wird 😉


Lernmotivation und Bildungsbeteiligung

Mai 26, 2011

Ein Studientext von … na? Ja, Horst Siebert. Was wie Fließbandproduktion aussieht, ist in Wirklichkeit echte Hand- und Kopfarbeit eines der bekanntesten Wissenschaftler der Erwachsenenbildner. Empfohlen wird der Titel,, siehe Überschrift, für Lehrende und Veranstalter der Jugend- und Erwachsenenbildung. Was motiviert welche Zielgruppe zum Lernen? Und welche Lernbarrieren verhindern es? Lesen Sie selbst … der wbv macht’s möglich.


Innovationspreis für Lernberatungsmodul

März 10, 2010

Alle zwei Jahre vergibt der Niedersächsische Bund für freie Erwachsenenbildung einen Innovationspreis. In diesem Jahr für das KBE-Lernerberatungsmodul VeLLE der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung. VeLLE steht für „Verfahren zur Lerndiagnose und Lernerberatung Erwachsener“. Es trägt dazu bei, Lernmotivation bei Teilnehmenden aufzubauen.

Es ist richtig und wichtig, sich – durchaus auch skeptisch – zu fragen: „Welche Lernfähigkeiten und Lernstärken habe ich und taugt diese und jene Weiterbildungsmaßnahme etwas für mich?“ Hilfreich ist dazu ein Fragebogen, der Hinweise auf Lernschwierigkeiten gibt und vor allem das Leistungsvermögen richtig einschätzen hilft, also ein individuelles, typgerechtes Lernerprofil zu erstellen.

Lernerberatung sei gut geeignet, den unfruchtbaren Kreislauf immer neuer Qualifizierungsschleifen positiv zu unterbrechen.

Entwickelt wurde VeLLE an der Universität der Bundeswehr München unter Prof. Dr. Arnim Kaiser. Ansprechpartner ist Reinhard Hohmann, KBE-Bonn.