#bibtag12 Nachlese (1) | VA-Sitzung

Heute beginnt unsere Nachlesereihe zum vergangenen Bibliothekartag in Hamburg. Petra Häuslbauer und ich werden sie bestücken. Zunächst also ein paar TOPs aus der Vereinsausschusssitzung (VA), mit der die ereignisreiche Woche traditionell für uns BIB-Aktive beginnt. Neben den üblichen Regularien und den Vorbereitungen zur kommenden Mitgliederversammlung (Stichwort „Zukunftsforen“) erfolgten im TOP 3 die Sachstandsberichte des Bundesvorstandes.

a) Kooperation mit Buchmesse und formeller Beschluss über weitere Zusammenarbeit.
Nach Diskussion wurde von der FobiKom der Antrag gestellt, der Kooperationsvereinbarung zwischen BIB und der Ausstellungs- und Messe GmbH des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zuzustimmen. In der folgenden Probephase (2012 und vorbereitend 2013) wird die Zusammenarbeit erprobt und dann weiter festgeschrieben. Dabei noch offene Fragen wie die der Kriterien einer BIB-Zertifizierung der Fachbesuche als Fortbildung lassen sich dabei sicherlich noch weiterreichend beantworten. Wer an der „Blauen Stunde“ am BIB-Stand dabei war, hat die Unterzeichnung der Vereinbarung, mithin die Inhalte, mitbekommen.

Um den Dialog auch ganzjährig weiter zu führen, werden beide Vertragspartner sich unabhängig von den Veranstaltungen zu Besprechungen treffen, die über grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit geführt werden. Die FobiKom ist mit einer Ansprechpartnerin, unserem derzeitigen Arbeitsgast Karin Klingbeil, mit eingebunden.

Die Ansprechpartnerin der Frankfurter Buchmesse, Sandra Song, hat dem Vereinsausschuss mittlerweile darüber informiert, dass das Börsenblatt den Bibliothekartag aufgenommen hat. Dies also bereits ein konkretes Zeichen verstärkter Zusammenarbeit.

b) Kooperation mit dem VDB

Keine Fusion, jedoch ebenfalls eine verstärkte Zusammenarbeit können sich beide Vorsitzende, Kirsten Marschall vom BIB und Klaus-Rainer Brintzinger vom vdb, aktuell vorstellen. Bereits seit 1973, so Brintzinger, wären erste Gespräche dazu erfolgt, wie er nach einem Blick in die Geschichte der Verbände herausgefunden hat. Zum 100. Bibliothekartag in Berlin wurde ein erstes Kooperationspapier unterzeichnet. Mitglieder beider Verbände profitieren konkret von der Preisbegünstigungsklausel. Fürderhin sollen Felder ausgesucht werden, auf denen stärker zusammengearbeitet werden kann. Augenblicklich gibt es deren drei:

1. Die gemeinsame Mitgliederverwaltung durch die BIB-Geschäftsstelle. Moderne Programme machen möglich, was vor längerer Zeit gut gedacht, technisch jedoch kläglich gescheitert ist. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch daran.

2. Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung. Tun sich schon wir „Bibliothekswesen“ schwer mit der Unterscheidung mehrerer Verbände, wie muss das erst in der politischen Welt daher kommen. Die Außendarstellung von Bibliotheks(personal)interessen muss klarer und verständlicher werden. Wie, darüber wird zu beraten sein. Nicht im Alleingang, sondern nur gemeinsam sind und wirken wir stark!

3. Gemeinsame Zeitschrift. Dazu kann ich derzeit nichts weiter sagen, es stand als Schlagwort im Raum. Die FobiKom-Mitglieder haben sich natürlich am folgenden Tag in der Arbeitssitzung dazu Gedanken gemacht. Ich hoffe, Monika hat gründlich Protokoll geführt, und sobald uns unsere Gedanken ordentlich schwarz auf weiß und somit wieder vor unserem inneren Auge stehen, werden wir diese Gedanken zurück in die VA spiegeln. Denn wenn ich hier von den Vorsitzenden schreibe, heißt das noch lange nicht, dass das alles in Stein gemeißelt ist. WIR – Vereinsausschuss und die Mitglieder(versammlung) gestalten den Verband, nicht alleine unsere Vorsitzenden. Und das ist gewollt so.

Wichtig ist – und ich lasse noch einmal den zur VA geladenen Gast zu Wort kommen – eine Win-Win-Situation für beide Verbände, die Herr Brintziger „step-by-step“ nahen sieht, und zu einer Zeit, die dafür reif sein will. Welche Aufgaben auf welcher finanziellen Basis teilen wir uns oder erfüllen wir gemeinsam? Wie kommen wir praktisch weiter? – so seine Fragen. Außerdem muss der Blick auf Bibliothek und Information gerichtet sein und nicht auf Sparten. So ist der Bibliothekartag der Tag der Personalverbände – und dieser ist in der Folge noch zu gendern. Auch sollen gemeinsame Sitzungen der beiden Verbände, wie auch früher schon geschehen, wiederbelebt werden.

c) Neue Zielgruppe „Young Professionals“. Hier fordert Kirsten Marschall ein konzertiertes Vorgehen des Bundesvorstandes und der Fachkommissionen. Es könne nicht angehen, dass wir dem Nachwuchs sagen, wie er seine Zukunft in die Hände zu nehmen hat. Die Jungen mit einzubeziehen, das ist ja auch der Anspruch, den die FobiKom hat und durch gezielte Ansprache erreicht hat. Denn Fortbildungsinhalte und -formate können nicht wir Älteren maßgeblich bestimmen, da würden wir an den tatsächlichen Bedarfen vorbei gehen.

TOP 6. Auflösung der Kommission für Bibliothekspolitik

Bibliothekspolitik ist Ländersache. So könnte man es auf einen kurzen Nenner bringen. So die Länder eine Hilfestellung in eigener Sache benötigen, ist der Bundesvorstand gefordert. Er wird sich die entsprechenden Experten heranziehen, um den anfragenden Ländern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, falls er es nicht alleine leisten kann. Denkbar etwa, wenn ein Positionspapier zu einer bestimmten Frage (Sonntagsöffnung, Bibliotheksgesetz, Ausbildung, etc.) gewünscht wird. Das kann man schwerlich einer einzigen Kommission antragen, deren Mitglieder jeweils neu in die Gepflogenheiten und Problematiken des jeweiligen Landes und seiner entsprechenden Bibliothekspolitik eintauchen müsste. Insofern war die Auflösung einer Kommission eine dem Föderalismus geschuldete Sache. Ich kann das gut nachvollziehen. Denn auch unsere Fortbildungskommission stößt zuweilen an diese Grenze. So können wir nicht jedem Bundesland einzeln einen Nachweis erbringen, wenn es um einen etwaigen Bildungsurlaubsanspruch für den BIB-Sommerkurs geht. Zu verschieden ist die Verfahrensweise, und zu begrenzt ist hier der ehrenamtliche Einsatz.

TOP 7. Sachstandsbericht der Kommission für Ausbildung und Berufsbilder zum Fachwirt

Karin Holste-Flinspach, die Vorsitzende der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder, hat den VA aufgeschlaut in Sachen Weiterbildung für FaMIs, derer es derzeit vier Möglichkeiten gibt. Doch das hebe ich mir für einen späteren Artikel auf. Also, dran bleiben!

Wichtig war dieser TOP auch im Hinblick darauf, dass ein neues Positionspapier notwendig wird. Bekanntermaßen hat der BIB den Fachwirt vormals abgelehnt. So versprach unsere Bundesvorsitzende, dass noch in diesem Jahr eine Neubewertung vorgenommen wird und dies keinerlei Aufschub mehr dulden würde. Sie sieht sich als Personalverbandsvorsitzende in der Verantwortung, die Diskussion wieder zu beleben und für Klarheit zu sorgen. Nun, hier steht’s. Also nicht mehr zu vergessen. Wir bleiben dran.

Dran bleiben … das soll mein Schlusswort sein. Einmal mehr bewundere ich all diese Ehrenamtlichen, die versuchen, an allem, was den Mitgliedern wichtig ist oder sein sollte, dran zu bleiben. Wenn mal etwas nicht so klappt oder ankommt, wie es sollte: vergessen wir dabei nicht das hohe und freiwillige Engagement all dieser wunderbaren Bibliothekswesen, die sich hier in dieser VA ihrer Verantwortung stellen. 

<< #bibtag12 Nachlese”, unsere Abgesangreihe rund um den 101. Deutschen Bibliothekartag in Hamburg 2012 >>

Eine Antwort zu #bibtag12 Nachlese (1) | VA-Sitzung

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: