Lernwanderungen – eine Universität des Lebens

Ein wirklich interessanter, inspirierender Lese-Ausflug:

Eine junge Frau bemüht sich um selbst bestimmte Wissenswege jenseits von konventionellen Bildungseinrichtungen. Sie schrieb ihr eigenes Curriculum und begab sich auf Reisen. Sie führt ein Lerntagebuch, erzählt, wie ihr Weg schließlich zu den Kaospiloten führte und beschreibt viele weitere Orte, an welchen kreatives, inspirierendes und sinnerfüllendes Lernen möglich ist.
Hier geht’s zum Online-Artikel: http://www.oya-online.de/article/read/675-lernwanderungen.html

2 Antworten zu Lernwanderungen – eine Universität des Lebens

  1. Dem selbstbestimmten Lernen kann ich, unterstrichen durch meine eigene Lernbiographie, nur beipflichten. Aber auch diesem Satz Jara von Lüpkes: „Es ist schwer, Vertrauen in etwas zu setzen, was spürbar, aber noch nicht ausdrückbar ist.“ Das Vertrauen selbst kam bei mir erst mit zunehmenden Lebensalter, aber es kam. Schön, dass sich dieser junge Mensch bereits so früh auf eine selbstverantwortete Lernreise gemacht hat!

    In diesem Zusammenhang kann ich es noch weniger verstehen, wenn Fortbildung daran scheitert, dass nicht auch ein wenig eigenes Geld in die Hand genommen wird, um sich z. B. ein (kostengünstiges BIB-) Seminar selbst zu bezahlen, wie die Tage aus Thüringen gemeldet wurde. Es zählt doch, ob und was man lernen will, nicht, wer für diesen Wissenszuwachs verantwortlich ist. Und mit dieser Überzeugung des Wollens im Gepäck, mit etwas Mut und langem Atem lassen sich mit der Zeit auch Arbeitgeber mitnehmen. Ein Versuch wäre es wert.

    So kann ich mich an die Zeiten erinnern, als wir in Bayern noch ein kleiner, nicht eingetragener Verein waren (ABBA – Arbeitsgemeinschaft bayerischer Bibliotheksassistenten). Wir übernachteten privat, tagten in einer primitive Holzhütte, die Verwandtschaft eines Mitglieds zur Verfügung stellte, tüteten die Einladungen zu den Treffen selber ein … wir taten es einfach, ohne zu jammern, eben, weil wir Wissen unbedingt teilen wollten. Und mit der Zeit professioneller zu werden, das ist ja kein Nachteil, wie auch Jara von Lüpke aufzeigt, indem sie nach ihrer Lernreise noch so etwas wie ein „Regel“studium aufsetzte. Und dennoch … irgendwas war anders, intensiver, lustiger, …

    Ja, der Artikel macht Mut. Und manche von uns erleben im kleinen Rahmen ähnliches. So besuchte mich kürzlich der Vorsitzende der BIB-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, Frank Merken, um die Herbstexkursion nach Bamberg für seine Mitglieder vorzubereiten. Natürlich hätte er das alles via Telefon und E-Mail machen können. Aber nein, er reiste und übernachtete auf private Kosten und unter Einsatz seiner Urlaubstage, sprach mit allen Bibliotheken (bzw. den verantwortlichen Mitarbeiter(inn)en) persönlich, besah sich die Lokalitäten und tauschte sich mit den Sachsen-Anhaltiner(inne)n aus, die „zufällig“ gerade ebenfalls auf Exkursionsreise zugange waren. Er unternahm also eine selbstverantwortete Bildungsreise.

    Ich kenne eine weitere Kollegin, die grundsätzlich während ihres Urlaubs die örtlichen Bibliotheken aufsucht, um sich auszutauschen. Auch das ist selbst-verständliches Lernen, das nicht danach fragt: „Muss ich das? Lohnt sich das? Bezahlt mir das wer?“

    Auch unser BIB-Ehrenamt ist eine solche lebensbegleitende Bildungsreise. Sie wird nicht bezahlt, sie ist nicht verordnet, und sie verschafft auch nicht immer einen Karriereschub. Denn wer sich einsetzt, setzt sich aus. Und nicht jeder ist davon erbaut, wenn man, wie ich, auf dem Bibliothekartag, laut sagt: „Der BIB ist nur so gut wie seine Mitglieder“. Da eckt man an, das kann Sympathien kosten. Dennoch – alles, was ich in diesem Amt gelernt habe, hätte ich anders nicht so erfahren können, denn ich hätte ein anderes Augenmerk gehabt. Ich habe freiwillig gelernt und auch eingesteckt, wurde nicht bezahlt dafür. Wenn etwas nervte, konnte ich gehen. Ich blieb und habe mich bewusst entschieden, in dieser bunten Gemeinschaft weiter zu lernen. Wenn etwas nervt, und man wird dafür bezahlt, muss man bleiben, und ich würde in so einer Situation vermutlich „innerlich kündigen“ und geistig dicht machen.

    Ich wünsche uns allen ein Stück weit mehr Mut, eigene Wege zu gehen … aber auch, anderen Mut zu machen, sich eigene Wege zu suchen. Mentoring wäre das nächste Stichwort … kollegiales Lernen, Netzwerken, … vielleicht finden deshalb derzeit so viele Exkursionsreisen wie nie zuvor im BIB statt? Mit dem Körper unterwegs sein heißt ja, auch im Kopf unterwegs zu sein.
    Ich wünsche allen eine tolle (Lern-)Reise und viele neue Erfahrungen!

    P.S.: Die Linkliste des Artikels ist super, da dürfte ein Aufbruch nicht mehr schwer fallen!

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