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Q wie Qualitätsmanagement

Die Einführung von Qualitätsmanagement in bestehenden Systemen wird derzeit in vielen Organisationen als Topos diskutiert, so auch in Bibliotheken. Qualitätsmanagement als wirksames und ganzheitliches Management- und Steuerungskonzept zu implementieren und dabei bereits vorhandene Konzepte der Qualitätsarbeit zu integrieren, setzt voraus, dass zunächst die Führungskräfte dies verantworten und die notwendigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dafür schaffen. Des Weiteren spielt die aktive Einbindung der Mitarbeiter, ihres Wissens und ihrer Erfahrungen im täglichen Umgang mit Dienstleistungen, Produkten sowie mit Kunden, Kollegen und Partnern eine große Rolle.

Wenn Bibliotheken Qualitätsmanagement systematisch einführen möchten, so benötigen sie einen Orientierungsrahmen, an dem eine individuelle Vorgehensweise angelehnt werden kann. Eines dieser Modelle ist das European Foundation Quality Management Modell (EFQM); bei diesem handelt es sich um einen Orientierungsrahmen und ein Selbstbewertungssystem, anhand dessen sich Organisationen nach vorgegebenen Kriterien selbst einschätzen können. Dem Modell liegt ein integrales Qualitätsverständnis zugrunde, denn es zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht punktuell Maßnahmen zur Sicherung und Steigerung der Qualität in einzelnen Bereichen, so auch im Bereich der Fort- und Weiterbildung, angeht, sondern ein umfassendes und ganzheitliches Leitkonzept für das Management einer Organisation darstellt. Die Begrifflichkeit dafür ist „Exzellenz“. Exzellentes Management zeigt sich in Ergebnisorientierung, Konzentration auf Kundinnen und Kunden, Führungsqualität, Zweckbestimmtheit des Handelns, Management durch Prozesse und Fakten, Einbeziehung von Mitarbeitern, kontinuierliche Verbesserungen und Innovationen, für alle Beteiligten nutzbringende Partnerschaften und soziale Verantwortung. EFQM geht jedoch noch einen Schritt weiter, denn es fordert auf, gezielt und systematisch Verbesserungspotenziale aufzuspüren, es erlaubt, Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken und konkret zu nutzen.

Der Nutzen- und Wirkungsgrad von Qualitätsmanagement ergibt sich durch genaue Definitionen von Prozessen und Arbeitsabläufen, denn diese straffen und systematisieren die Ablauforganisation, stellen Transparenz und Verbindlichkeit her. Dadurch, dass Schnittstellen und Verantwortlichkeiten geklärt und definiert sowie unterschiedliche Arbeitsbereiche des Managements systematisch miteinander verknüpft werden, können die unterschiedlichen Abteilungen als auch die Führungsebenen optimierter zusammenarbeiten. Das wechselseitige Verständnis für die Arbeit der anderen wächst. Da alle Mitarbeiter an der Qualitätsarbeit beteiligt sind, fördert dies die Selbstreflexion und lässt die Wertigkeit der eigenen Arbeit erkennen und erhöht somit die Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation.

Das auf dem EFQM-Modell und anderen internationalen Qualitätsmodellen basierende Qualitätszertifikat „Ausgezeichnete Bibliothek“ stellt ein Zertifizierungsverfahren für Bibliotheken dar und wurde durch den Forschungsschwerpunkt Bibliotheksmanagement, Evaluation und Organisationsentwicklung (BEO) an der Hochschule der Medien und der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen Stuttgart entwickelt: http://www.hdm-stuttgart.de/bi/forschung_projekte/forschung/beo/abqb_html

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