Zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Ich kannte einmal eine Diplombibliothekarin, deren polnischer Abschluss dazumals bei uns nicht anerkannt war. Diese hochintelligente, perfekt Deutsch sprechende Dame verrichtete Arbeiten an einer Hochschulbibliothek, für die sie zwar mehr als qualifiziert, nicht jedoch annähernd gerecht bezahlt wurde. Nun, so wie ihr geht es auch heute noch vielen aus dem Ausland nach Deutschland zugezogenen Fachkräften. Fehlende Anerkennung ist jedoch eine im verborgenen tickende Zeitbombe. So kann das Selbstwertgefühl erheblich leiden – und dem medial gerne zitierten Burnout ist der ideale Nährboden bereitet. Zum Schaden für Staat und Wirtschaft.

Nun scheint Besserung in Sicht. Der Patient „Deutschland“ erhält eine neue Spritze. Und die kommt bei uns gerne mit Begriffen daher, die es glatt mit dem berühmten D-Zug aufnehmen können: das neue Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) soll seit dem 1. April dafür sorgen, dass ausländische Abschlüsse leichter anerkannt werden. Leider jedoch – liegt’s am Datum? – weder scherz- noch schmerzfrei, so entnehme ich der Kritik des Arbeitsmarktforschers Prof. Dr. Matthias Knuth laut einer Pressemitteilung via idw-online vom 29.03.12. Es scheint weiterhin der Amtsschimmel zu wiehern.

Wer übrigens seinem ausländischen Abschluss in seiner deutschen Entsprechung nachgehen möchte, sei auf anabin verwiesen.

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