Studie: Weiterbildung stärkt Motivation

Man möchte es gar nicht glauben: je älter die Mitarbeiter/innen, desto weniger bedeutend erscheint ihnen eine Weiterbildung. Eigentlich müsste das doch umgekehrt sein. Je länger Ausbildung oder Studium zurück liegen, desto dringlicher müsste doch der Bedarf an „Auffrischung“ bestehen. Nun, zumindest 60 Prozent der 25- bis 35-Jährigen halten die angebotenen Weiterbildung von Arbeitgebern für ausschlaggebend, sich für diese Arbeitgeber zu entscheiden, so die DUW*-Studie zur Mitarbeitermotivation „Motivieren, Binden, Weiterbildung“. Hm.

Ehrlich gesagt, kommt mir das seltsam vor. Sind wir heute schon so weit, dass uns Arbeitslosigkeit gar nicht mehr schreckt und wir uns die Arbeitgeber mal eben nach ihrem Weiterbildungsangebot aussuchen können? Ist da etwas an mir vorbeigegangen? Und ungläubig gefragt: Gibt es tatsächlich jemanden, der sich vor seiner Bewerbung genauer ansieht, welches Weiterbildungsprogramm der potentielle Arbeitgeber anbietet und sich dementsprechend für oder gegen eine Bewerbung ausspricht? Wow.

Zudem sei die „Generation Y“ (auch dieser Begriff scheint an mir vorbei gegangen zu sein) „international ausgebildet, karrierebewusst und anspruchsvoll“. Für diese ist das 3K-Modell der Arbeitsmotivation zur Anwendung zu bringen.

  1. Kopf: „Was ist mir wichtig? Was will ich wirklich?“
  2. Bauch: „Was mache ich gerne? Was erfüllt mich?“
  3. Hand: „Was sind meine Fähigkeiten, Erfahrungen, Kenntnisse?“

Auch, wenn ich diesen Fragestellungen, denen eine an die Person angepasste Weiterbildungsmaßnahme folgen kann, für beachtenswert halte … man mag mich für altmodisch erklären, aber irgendwie erscheint es mir seltsam, wie stark heute die Betonung auf „Tu, was Du gern willst“ liegt.

Klar, nicht immer hat mir das „Du musst es können, auch, wenn es Dir keinen Spaß macht“ gefallen. Und ob mich das motiviert hat, hat auch niemand wissen wollen. Fakt ist, manchmal kommt der Spaß an einer Sache erst hinterher, wenn man es quasi „gezwungenermaßen“ gelernt hat. Und ich meine, dass nicht alles, was nicht Spaß macht, aus dem Weg geräumt oder nicht beachtet werden muss. Sicherlich, die Frage der Motivation und ergo des (schnellen) Erfolgs bleibt, doch ob sie vorher oder hinterher gestellt wird … auf das Lernen-wollen bezogen, könnte die Motivation doch darin bestehen, den Spaßfaktor auf später zu vertrösten. „Wenn Du das heute lernst, freust Du dich morgen darüber“. Doch so lange voraus denkt die Generation Y (die nach ’80 geborenen, wie ich jetzt weiß) offensichtlich nicht bzw. nicht gerne.

Hm. Heute lauter „Hmms“ von mir. Jedenfalls kann ich für mich behaupten: trotz manch ungeliebtem und phasenweise eher weniger erfüllt-motivierten Lernens bin ich darüber froh, es ausgehalten zu haben, um heute davon profitieren zu können. Einen „roten Teppich“ habe ich nie erwartet. Da fehlen mir auch definitiv die Highheels.😉

* Deutsche Universität für Weiterbildung
[via idw-online]

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