SamsTagging – J

J wie Ja-Sagen

Ja-Sagen klingt gut und ist schöner als Nein-Sagen. Was das mit Lehren und Lernen zu tun hat? Sehr viel. Denn Ja-Sagen belohnt, motiviert, macht Lust auf mehr, macht gute Laune. Ein Nein hingegen blockiert, verletzt, verunsichert, schafft Distanz. Das fühlen nicht nur Schüler/innen so, sondern auch erwachsene Lernende.

Doch was als Lehrende/r sagen, wenn ein (Arbeits-/Lern-)Ergebnis nun einmal nicht richtig ist?

  • Vor einem entmutigenden „Nein“ erst einmal innehalten. Körpersprachlich ein Nachdenken zum Ausdruck bringen.

So spürt die/der Teilnehmende, dass da wohl etwas nicht stimmt mit ihrer/seiner Antwort. Die (Kunst-)Pause bringt fast von selbst einen erneuten Denkprozess in Gang.

  • Statt einem „Nein“ eine Gegenfrage stellen („auf die Spur bringen“)

Die Gegenfrage aktiviert ebenfalls ein erneutes Nachdenken und führt auf die „richtige Spur“. Formulieren könnte man: „Haben Sie eine andere/weitere Idee dazu?!“ oder „In der Konsequenz Ihrer Aussage stellt sich mir dabei folgende Frage: …“, „Lässt sich das Ergebnis noch verändern?“. Weniger gut kommen die „W“-Fragen, wie „Warum-Wieso-Weshalb“. Sie liegen zwar recht leicht auf der Zunge, doch auf manche sensiblen oder unsicheren Menschen wirken sie zu inquisitorisch und wecken Trotz und Widerstand. Versuchen Sie, ohne sie auszukommen. Ja, das ist bockschwer … üben, üben, üben!

  • Das „vermeintlich“ Falsche zulassen und dazu Alternativvorschläge bzw. -entwürfe einbringen

Das „Nein“ sollte schon auch deshalb gut überlegt sein, denn unfehlbar sind wir alle nicht. Vielleicht steckt doch ein richtiger Ansatz  im vermeintlich falschen Ergebnis dahinter? Durch die richtige Fragetechnik  („Kannst du mir das genauer erläutern? Ich komme auf ein anderes Ergebnis“)  und einem wertschätzenden, offenen Dialog („Ich hatte ein anderes Ergebnis erwartet. Lass es mich dir vorstellen und dann auf dein Ergebnis zurückkommen“) gelangen wir womöglich selbst zu neuen Erkenntnissen.

P. S.: Das „Nein-Sagen“, wenn andere etwas von einem wollen und man es nicht leisten kann oder will, ist wieder eine andere Geschichte und hat in diesem Weblog erst mal nichts verloren.

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