Formale Anerkennung für Weiterbildungsanbieter und der BIB

85 Prozent der vom wb-monitor befragten Weiterbildungsanbieter haben eine formale Anerkennung, beispielsweise nach AZWV* oder nach dem Erwachsenenbildungsgesetz ihres Bundeslandes oder durch einen Berufs- und Wirtschaftsverband etc. Jetzt müsste die Frage gestellt werden: „Ja, und wie ist das mit den Fortbildungen des BIB?“

Gute Frage. Einfache Antwort. Haben wir nicht. Weil Anerkennungsverfahren nun einmal kosten. Ich gebe es unumwunden zu, mein Lieblingsprojekt einer Zertifizierung unserer Verbandsfortbildungen dürfte an fehlendem Geld und festem Personal scheitern. Letzteres arbeitet ausschließlich ehrenamtlich. Und damit wären wir ganz schnell am Ende der Fahnenstange. Aber auch andere haben dieses Ende erreicht, wie aus der wbmonitor-Umfrage 2011 zu ersehen ist.

Als Verzichtsgründe auf eine formale Anerkennung geben die 15 Prozent „Undekorierten“ neben den hohen Kosten das als kompliziert geltende Antragsverfahren (75 Prozent) an. Außerdem die Ausrichtung auf andere Marktsegmente (74 Prozent) sowie eine fehlende regionalen Nachfrage (68 Prozent). Für 47 Prozent sind die Voraussetzungen für eine Anerkennung nicht erfüllbar.

Eine formale Anerkennung dient vor allem der Qualitätsverbesserung bzw. -sicherung. Das bestätigten denn auch die Anbieter mit AZWV-Anerkennung, wobei sie zu 56 Prozent eine Qualitätsverbesserung der Lehr-/Lernprozesse sahen und zu 65 Prozent in der Verbesserung der Organisationsprozesse. Weitere Veränderungen in Folge des Prozesses waren die Erweiterung der Angebotsformen und des Themenspektrums sowie eine Verbesserung der technischen Ausstattung.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.

Unsere Landesgruppen arbeiten unter höchst unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Während die eine Landesgruppe über Hochschulausstattung verfügt, muss eine andere Gruppe zu ihrer Fortbildungsveranstaltung extra einen Beamer ausleihen. Während die eine Landesgruppe nach Nischenthemen sucht, um im Wettbewerb mit hiesigen Hochschulangeboten oder anderen Verbandsangeboten zu bestehen, ist es für die andere Landesgruppe ein leichtes, alle möglichen bibliothekarischen Haupt- und Nebenthemen anzubieten, da entsprechende „Konkurrenz“ fehlt oder aber genügend Teilnehmende aus nahen Großstädten locker die Plätze füllen.

Das heißt also, jede Landesgruppe müsste für sich selbst eine Anerkennung erwirken, denn gemeinsame Kriterien und Handlungsmuster „über alle“ lassen sich eher mühsam herstellen. Wobei das tatsächlich eine originäre Aufgabe der Kommission für Fortbildung ist, diese Mühsal zu verringern. So bietet sie qualitätsverbessernde Hilfestellung für alle möglichen und „unmöglichen“ (sprich: rahmenbedingungserschwerten) Bedarfe an. Dies tun wir in Form von Handreichungen, Empfehlungen, einer umfangreichen Toolbox mit Arbeitshilfen zur Fortbildungsplanung und -durchführung und fertig gestylten Seminarangeboten auf Abruf (Rent-a-Fobi) und natürlich Beratung.

Aber auch die finanzielle Situation wurde in den vergangenen Jahren verbessert. Denn die kleineren Landesgruppen erhielten in Folge eines bestimmten Mitgliederschlüssels zu wenig Geld, um adäquate Fortbildungen anbieten zu können. Nach zwei Jahren der „Sondermittelbeantragung“ hatte sich der Vereinsausschuss zu einem Sockelbetrag entschlossen, der mehr Spielraum zulässt. Den gilt es zu nutzen.

Was ich damit sagen will: die Fortbildungen des BIB haben zwar keine formale Anerkennung, doch heißt das noch lange nicht, dass wir nicht an Qualität interessiert wären. Denn genau dafür wurde 2007 die FobiKom eingerichtet. Man könnte sagen, die Kommission ist der innerverbandliche Garant für ein Höchstmaß an Qualität, das sich unter erschwerten Bedingungen und Voraussetzungen von den Landesgruppenvorständen erreichen lässt. Freiwillig. Für Sie.

*AZVW – Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung

Eine Antwort zu Formale Anerkennung für Weiterbildungsanbieter und der BIB

  1. […] die Frage schlicht mit “Ja” oder “Nein” beantworte, sei zunächst auf den Artikel im FoBiKom-Blog des BIB hingewiesen, der sich mit diesem Thema […]

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