Lernort Bibliothek braucht Lernzeiträume

Der „Lernort Bibliothek“ ist Schwerpunktthema unserer Verbands- und Fachzeitschrift, BuB* im Heft 2/2012. Der digitale Wandel verändert tiefgreifend Aufgaben und somit Berufsbilder im Bibliothekswesen. Über ein modulares Weiterbildungsprojekt zur „Qualifizierung des Personals im Web 2.0“ berichten Julia Bergmann, Christoph Deeg und Petra Imwinkelried.

Zielsetzungen im Projekt waren beispielsweise, Kenntnisse über neue bibliothekarische Angebote und die entsprechende Werkzeugschulung im Bereich Web 2.0 und Gaming zu erhalten, die Integration dieser Angebote in das Tagesgeschäft, sowie das – und das halte ich für wesentlich – Erlangen von Fähigkeiten, in Zukunft neue Technologien eigenständig zu erlernen und zu nutzen.

Mit einem weiteren Artikel zum Schwerpunktthema befinden wir uns fiktiv „Auf dem Weg in die digitale Zukunft. Ein Besuch im Jahr 2015 und warum sich bis dahin einiges ändern muss – Tipps und Empfehlungen.“ Auch hier wird ein neues Schulungskonzept beschrieben, welches auf „spielerische Weise den Umgang mit Apps und den neuartigen Knowledge-Sharing-Netzen vermittelt.“ Doch in Idealingen im Landkreis Wirschaffendas gibt es zusätzlich zum Spaß ganz im Ernst neues Personal, welches die IKT-Kompetenz bereits besitzt und an die Kollegenschaft weitergibt.

In beiden Artikeln taucht kollegiales Lernen auf, auch, wenn es nicht ausdrücklich als solches bezeichnet wurde. Für diese Lernform eignet sich als Lern- und Arbeitswerkzeug sehr gut ein Wiki. (Ein ideales Instrument, welches leider selbst in der eigenen Verbandsarbeit nicht in dem Maße genutzt wird, wie ich es mir persönlich wünschen würde, räusper.)

Und in beiden Artikeln taucht der Faktor Zeit auf, die es nun einmal braucht, um sich mit den neuen Dingen auseinander zu setzen. Es gilt, entsprechend ausdrücklich ausgelobte Lernzeiträume zu schaffen – innerhalb der eigenen Bibliothek und während der regulären Arbeitszeit. Manches geht nun einmal nicht eben mal so nebenbei.

Mein Eindruck ist, dass das Fehlen dieser Lernzeiträume ein Grund ist, warum weiterhin Außer-Haus-Seminare gerne genutzt werden. Denn wer woanders lernt, bekommt tatsächlich frei und ist losgelöst von Telefon und Alltagsgeschäften. Der menschliche Austausch kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz. Doch ein kommunikativer Austausch ist webbasierend genau so gut möglich. Alles spricht also dafür, beide Formen zu nutzten. So oder so: Lernen braucht Zeit und Raum!

*BuB, Forum Bibliothek und Information. Jg 64 (2012)

Eine Antwort zu Lernort Bibliothek braucht Lernzeiträume

  1. […] enthielt das Heft 2 von 2012 der Zeitschrift “BuB, Forum Bibliothek und Information”. Fobikom-Weblog geht auf die Artikel zum Schwerpunktthema “Lernort Bibliothek” ein. Ein wichtiger Punkt […]

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