SamsTagging – E

E wie Erfahrungsaustausch

auch: Wissensaustausch, ERFA-Kreis, EFA, Sauna-Kommunikation, Sit-in, Stammtisch, Ratschen, Tratschen, … genannt.

Es eignet sich beinahe jeder Ort und jede Form, um Erfahrungen auszutauschen. Wesentliches Merkmal beim Erfahrungsaustausch  ist die Kommunikation. Ob per Telefonkonferenz, auf einer Netzplattform oder von Angesicht zu Angesicht, ob im Rahmen eines der beliebten BIB-Exkursionsfahrten oder während der (immer viel zu kurzen) Seminarpausen.

An Qualität und Nachhaltigkeit gewinnt der Erfahrungsaustausch immer dann, wenn der Austausch ein zielgerichteter Wissens- und Meinungsaustausch ist. Das setzt folglich Ziele und Zielgruppen voraus. Dennoch läuft eine thematisch zu eng gefasste sowie eine zu homogen zusammen gesetzte Gruppe in die Gefahr, am gesetzten Thema „zu ersticken“ und „im eigenen Saft zu verschmoren“. Erfahrung austauschen setzt voraus, über Erfahrungen zu verfügen. Aber auch Neulinge können durch (scheinbar) naive Fragen erfrischend sein.

Hilft ein/e Moderator/in bei der Strukturierung und der Ergebniskontrolle, dann dürfte es zumeist ein effizienter Erfahrungsaustausch werden. Andererseits kann zu viel Reglementierung den Austausch abwürgen oder weniger effektvoll und kreativ werden lassen. Doch sollten wenigstens Spielregeln festgelegt werden, und sei es nur in Form von vereinbarten „Handzeichen“ oder einer Rednerliste, die jemand führt (und im Grunde damit auch den Anfang zur Moderation macht, die mal mehr, mal weniger stark benötigt werden könnte).

Schön sind Fotodokumentationen – und wenn sich jemand dazu bequemt, fundamentale oder neue Erkenntnisse des Austausches festzuhalten, beispielsweise mit Kärtchen auf einer Tafel, dann unbedingt ablichten. Auch das könnte eine Moderator/in bedienen bzw. anregen. Wichtig: die E-Mail-Adressen der Beteiligten notieren und die Fotos zumailen bzw. auf gängige Foto-Netzwerke (z. B. Flickr) hinterlegen.

Erfahrungsaustausch ist meiner Erfahrung nach die einfachste, beliebteste, finanziell günstigste und niederschwelligste Form von Fortbildung, zudem am nachhaltigsten durch die emotionale und „freie“, sprich: ungezwungene Beteiligung aller. Die zahlenmäßig bedeutenste Form ist eine Tagung bzw. ein Kongress, wie zum Beispiel der jährliche Bibliothekskongress oder die landesweiten Bibliothekstage. Leider wird diese Fortbildungsform von manchen Arbeitgebern als nicht relevant und somit als nicht finanzierbar verstanden. Möglicherweise fehlt es hier an genügend eigener positiver Erfahrung.

Denn eines ist sicher: wenn ich die Orte nicht aufsuchen mag, wo kommuniziert wird, oder wenn ich mich selbst an den Rand stelle und den Mund nicht aufbekommen, oder ich nicht zuhören kann und nur mit mir selbst beschäftigt bin, beispielsweise mit meinem neuen IPhone, … tja, dann ist der Erfahrungsaustausch ad absurdum geführt.

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