Ungewöhnliche Formate als Herausforderung für Veranstalter

In der Festschrift
100. Deutscher Bibliothekartag Berlin – Festschrift : Im Auftrag des Vereins Deutscher Bibliothekare (VDB) und des Berufsverbands Information Bibliothek (BIB) hrsg. von Felicitas Hundhausen, Daniela Lülfing und Wilfried Sühl-Strohmenger. – Hildesheim ; Zürich ; New York : Olms, 2011. – 258 S. mit einigen s/w und vier farbigen Abb. – ISBN: 978-3-487-14509-9. – Preis: 39,80 EUR
findet man auf S. 39 – 48 einen Beitrag von BIB-Geschäftsführer Michael Reisser und der ehemaligen BIB-Vorsitzenden Susanne Riedel zum Thema „Nur was sich ändert, bleibt!“, in welchem auch der Wandel der Veranstaltungs- und Vermittlungsformen thematisiert wird. An zwei Stellen wird explizit darauf eingegangen, S. 43

„Der Vortrag ist derzeit noch die am meisten verwendete Veranstaltungsform, die sowohl von einzelnen als auch von Gruppe von Referenten eingesetzt wird. Jedoch versuchen mehr und mehr Akteure, individuell ‚Flagge zu zeigen’und durch besondere Events, Preisverleihungen, ungewöhnliche Formate oder Präsetationsformen auf sich aufmerksam zu machen.“

und auf S. 47

Veranstaltungseinheiten – Es sollte überlegt werden, ob neue Formate (‚Open Space‘ etc.) und Präsentationsformen ins Programm eingebaut werden können. Neben dem Vortrag als gewohnte Präsentationsform werden ostersessions und Kurzvorträge heute bereits angeboten und zukünftig sicher als fester Bestandteil einzuplanen sein.“

Meines Wissens hat der BIB hier einen entscheidenden Anteil geleistet, diese neuen Formen zuzulassen. Gleichwohl gibt es etwas bei diesem Thema, das mich ärgert. Bei vielen anderen Tagungen und Konferenzen bemühen sich die Veranstalter, auch die Vermittlungsform des „Workshops“ zuzulassen. Beim Bibliothekartag ist es fast unmöglich, einen Workshop durchzuführen – da klemmt es schon bei der Beantragung, geht weiter bei der Darstellung im Tagungsprogramm und endet bei schlecht ausgestatteten Räumen, so dass man nach außen ausweicht. Nun kann sich die OPL-Kommission des BIB, die seit dem Bibliothekartag in Augsburg 2002 diese Veranstaltungsform anbietet, keineswegs über mangelnde Unterstützung durch den BIB-Geschäftsführer beklagen, der stets sein Bestes getan hat, um die Workshops im Orts-/Programmkommittee zu vertreten, aber ungeliebte Kinder müssen sehen, wo sie bleiben. Dabei sind Workshops, die diesen Namen auch verdienen, sehr effektiv, da die Teilnehmer/innen aktiv teilnehmen, sich austauschen und somit ein größerer, praxisbezogener Lerneffekt eintritt als lediglich nach einem Vortrag und kurzer Diskussion. Schwierigkeit: Sowie es um technische Themen geht, benötigt man mehr Equipment, Support und Engagement. Und das gibt es selten am Tagungsort selbst! – Ob in Hamburg die SUB oder die FH sich hier nicht Gedanken machen, für technikorientierte Workshops ein mobiles Equipment bereit zu halten? Das wäre jedenfalls sehr entgegenkommend!

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