Nutzungsstrategien von Twitter bei Tagungen

[Es handelt sich hier um einen am Anfang und am Ende ergänzten Beitrag, welcher gestern – aus Aktualitätsgründen – bereits bei netbib veröffentlicht wurde]

Mittlerweile twittern bei Tagungen wie dem Bibliothekartag (#bibtag11) schon so viele, dass es sich lohnt, die Tweets zu verfolgen und so mitzubekommen, was auf der Tagung verbreitet und „ventiliert“ wird. Dazu benötigt man noch nicht einmal einen eigenen Twitteraccount (wiewohl dieser durchaus hilfreich ist), sondern kommt mit der Suchmöglichkeit von Twitter und von eventuell eingerichteten Twitterwalls schon sehr weit!
Am Anfang steht die Suche nach dem verwendeten Schlagwort, dem „hashtag“, das für die Tagung verwendet wird. Das kann differieren, da nicht alle Tagungsorganisationen darauf achten, ein „offizielles“ hashtag zu verbreiten. Beim Bibliothekartag war es #bibtag11, man fand aber auch Tweets mit #bibtag2011. Sie müssten einfach mit dem Namen und der Kurzform der Konferenz öfter suchen, dann bekommen Sie alle in Gebrauch befindlichen hashtags, mit denen Sie Ihre Suche bündeln können.

Bei manchen Tagungen wird es allerdings bereits zum (Übersichts- und Zeit-)Problem, die Masse der Meldungen zu verfolgen und zu verarbeiten. Daher am Beispiel der Tagung der American Library Association in New Orleans, die gerade zuende gegangen ist, eine Schilderung dessen, was strategisch möglich ist:

„#ala11 is too big. Running around between bldgs this morning. #grr.“

schreibt eine Kollegin auf Twitter über die Tagung der American Library Association, die derzeit stattfindet. Statt „buildings“ könnte man aber auch ruhig „tweets“ schreiben, denn der Twitter-Client, der auf eine Suche mit #ala11 eingestellt ist, füllt sich im Sekundentakt. Das Libreas-Blog schrieb gestern

„Der Vergleich mit dem Twitter-Kommunikationsnetzwerk während des Bibliothekartag 2011 ist beeindruckend, sowohl hinsichtlich der hohen Frequenz als auch der Anzahl der distinkten Twitter-User.“

und bietet eine Visualisierung an, aber auch die sprengt optisch alle Grenzen. So what? Wie zieht man einen praktischen Nutzen aus der Flut von Meldungen?

  • Sich von der Masse nicht beeindrucken lassen, nicht alle Tweets anschauen, sondern nur eine Auswahl
  • innerhalb der Auswahl auf solche Tweets achten, die
    • Links auf Inhalte enthalten
    • Wertungen enthalten
    • Retweets „RT @“ enthalten
    • zusätzliche hashtags enthalten
    • eventuell bekannte Namen enthalten
  • Twitterer, die einem positiv auffallen, abonnieren

Wenn man das ein paarmal wiederholt, hat man Meldungen zur ALA-Tagung bereits in der eigenen Timeline. Wenn man sich geirrt hat, kann man ja auch problemlos wieder ent-followen.

Natürlich kann man auch den offiziellen Twitter-Account der Tagung nutzen, aber dann hat man weniger den Blick auf die Vielfalt und die Wertungen der anderen Tweets zur Tagung.

Eine andere Strategie ist noch die Suche nach dem hashtag der Tagung „#ala11“ und ausgesuchten Stichworten. Kann man mit obiger Routine wiederholen!

Wenn Sie sich jetzt fragen, was das soll: Man hat die Hand am Puls bestimmter Tagungsteilnehmer/innen und bekommt Wertungen und Ressourcen mit, ohne dass man dort sein müßte. Ja, mehr noch: Man hat bei großen Tagungen ein breiteres Spektrum, welches man mitbekommt, als wenn man auf der Tagung selbst ist, da man sich dort ja nicht vierteilen kann … – Wem das zuviel ist, die/der muss auf die herkömmlichen Medien ausweichen, hoffen, dass die Konferenzveranstalter die Vorträge dokumentieren, dass es Besprechungen der Konferenz in herkömmlichen Medien gibt etc. Da muss man aber teilweise warten. Hier hat man es in „Echtzeit“ …

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