Rückschau 15. Andragogentag Bamberg 2010 (2)

Der zweite Teil der Rückschau „Personale Führung aus der Sicht von Weiterbildung und Personalentwicklung“ war Thema des 15. Bamberger Andragogentag vom 27.11.2010 befasst sich mit einem von insgesamt sechs angebotenen Workshops.

Workshop mit Barbara Becker (AG 1)

Was haben Weinreben mit Führungskräften gemeinsam? Die Referentin Barbara Becker erläutert ihre „Schnittpunktschule“, die ein „assoziatives und bisoziatives Lernangebot für Führungskräfte“ offeriert. Soll heißen:  Eigenschaften von und Regeln für Führungskräfte sinnlich erlebbar gemacht. Ganz nach dem Motto: „Erfahrung führt noch nicht zum Lernen, sondern erst das Reflektieren darüber“.

Frau Becker bietet weiterbildungswilligen (neuen) Führungskräften eine Möglichkeit, ihr Führungsverhalten mit Hilfe des Rebschnitts im Weinberg, zumeist bei Kälte, Nässe und frostigen Temperaturen, zu überdenken. Bis zu 40 Vorgaben bzw. Regeln sind beim Rebschnitt einzuhalten. Daher werden die Teilnehmenden in einem ersten Schritt eine Stunde lang –  und noch ohne Schere in der Hand! – vor Ort in die Kunst des Wengerters eingewiesen. Denn ein falscher Schnitt genügt, und 80-100% des möglichen Ertrages wären dahin.

Und dennoch: „Entscheiden Sie sich FÜR etwas, nicht gegen etwas!“ so ihr Credo.

Etliche Parallelen zur Führungssituation lassen Erkenntnisse reifen. Die Aufgabe lautete also: „Was erkennt ihr im Weinberg bzw. beim Schneiden? Was könnt ihr daraus ableiten?“:

  • Wie viel kann ein Rebstock tragen? –> Ist mein Mitarbeiter unter- oder überfordert?
  • Die EINE Trägerrebe bleibt stehen. Das Wesentliche wird erkennbar –> Klarheit auch für den Mitarbeiter.
  • Beim zweiten Schnitt viel sicherer gefühlt –> Sich auf die Schulter klopfen
  • Vor dem Schnitt noch einmal genau hinsehen –> Bei allem Tun das Innehalten nicht vergessen
  • Die Rebe trägt im nächsten Jahr vielleicht nichts, doch Plan B ist für seine zukünftige Entwicklung wichtig –> nicht nur kurzfristige Entscheidungen treffen.
  • Die Arbeit wird erst sichtbar, wenn alles ausgeschnitten ist –> Sich von Sachen trennen können, klare Linie erkennbar machen
  • „Gleichwohl ist darauf zu achten, dass bei aller Qualitätsliebe nicht zu wenige Augen angeschnitten werden, kann dies doch zu einer Unterforderung des Stockes führen: Die wenigen sich bildenden Fruchtruten werden sehr dick und „schießen ins Holz“. (aus: Der Rebschnitt) –> Die Übersetzungsleistung überlasse ich jetzt Ihnen *grins

In einem anschließenden Workshop im Warmen helfen konkrete Tipps und Werkzeuge („Führungslenkrad mit 8 Dimensionen“), die im Weinberg gewonnenen Erkenntnisse, Ideen und Regeln zu übertragen und zu Verwirklichen. Ein neues Rollenverständnis, Einsicht in Teamkonfliktsituationen, Mitarbeitergespräche führen und strategische Verantwortung übernehmen … nun ist die Führungskraft bestens präpariert.

Morgen dann der zweite Workshop. Vielleicht etwas trockener im Abgang, jedoch ebenso gehaltvoll!

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