Rückschau Netzwerkkonferenz Hannover 2010 (2)

Netzwerkmanagement stand für den Nachmittag auf meiner Workshopliste zur 9. Netzwerkkonferenz (s. a. Bericht Teil 1). Ein weiteres Thema zum „Lernenden Management in der Weiterbildung“. Ergänzend müsste er außerdem betitelt werden mit „Kooperationsmanagement“. Die Begriffe gingen hier ein wenig ineinander über. Dass das Thema auch für den BIB, Berufsverband Information Bibliothek, wichtig ist, zeigt unser Beitrag vom 5.5.10 zu Regionalen Fortbildungskooperation zwischen unseren BIB-Landesgruppen und anderen Anbietern auf.

Okay, zurück nach Hannover und zum …

Netzwerkmanagement

Falko von Ameln versprach, dass er uns in der kurzen Zeit nicht die ganze Bandbreite zum Netzwerkmanagement als Rundumschlag servieren würde. Statt dessen konzentrierte er uns auf die Fragen: „In welchen Netzwerken sind wir unterwegs?“ und „Wann sind Kooperationen erfolgreich und wann nicht?“ sowie „Welche Ziele will ich mit Netzwerkkooperationen erreichen?“

Der uns vom Referenten zugestandene „Selber-Denken-Anteil“ war so hoch, dass die Teilnehmenden tatsächlich darum baten, die Workshop-Übung doch in einer kürzeren Zeit erledigen zu dürfen. Die Wissbegier auf Lehreinheiten war sicherlich der angenehmen Vortragsweise geschuldet, die den Profi auswiesen. Falko von Ameln führte übrigens auch durch das gesamte Programm der Netzwerkkonferenz.

Unser Arbeitsauftrag lautete, ein Netzwerk auszuwählen, in welchem man zurzeit oder auch zukünftig arbeiten möchte. Zu beantworten waren dabei Fragen zur Selbstbeschreibung und zur Fremdbeschreibung.

Selbstbeschreibung (Auswahl)

  • „Welches ist die strategische Zielausrichtung unserer Organisation?“
  • „Welchen Kooperationsgewinn erwarten wir?“
  • „Welche Probleme für uns oder für das Netzwerk könnten durch unsere Beteiligung entstehen?“
  • „Welches Zeitbudget und welche Ressourcen unserer Organisation können wir für die Netzwerkarbeit investieren?“

Fremdbeschreibung (Auswahl)

  • „Welche Beiträge erwarten die Netzwerkpartner von uns?“
  • „Welchen Nutzen versprechen sie sich von uns?“
  • „Welche Probleme vermuten die Netzwerkpartner durch unsere Beteiligung?“
  • „Halten die Netzwerkpartner uns für eine Organisation, die sich engagiert und zuverlässig an der Netzwerkarbeit beteiligen wird?“

Am leichtesten fiel den meisten die Fremdbeschreibung. Doch sobald das Ziel klar war, waren auch die anderen Fragen schneller beantwortbar.

Ziele von Netzwerkkooperationen könnten sein:

  • Abstimmen von Leistungen und Angebot
  • Erschließen neuer Märkte und Zielgruppen
  • Ressourcen zusammenlegen
  • Strukturentwicklung für die Region
  • Gemeinsames Lernen
  • Stärkung der Vertretung gemeinsamer Interessen

Was sind nun die Gelingensfaktoren bzw. die Hindernisse bei der Arbeit in Netzwerken?

  • Wenn verteilte und unterschiedliche Kompetenzen gebündelt werden können und nicht alle über die gleichen Kompetenzen verfügen
  • Wenn die Beteiligten an einem Nutzenausgleich und nicht primär an ihrem ökonomischen Vorteil interessiert sind
  • Wenn die Beteiligten sich mit für alle nützlichen Angeboten einbringen statt nur zu fordern und abzuschöpfen
  • Wenn die Zusammenarbeit locker gekoppelt und freiwillig erfolgt und sich dabei niemand durch Verträge und Formalia absichern muss
  • Wenn ein offenes und vertrauensvolles Klima statt Zurückhaltung und Misstrauen besteht
  • Wenn die Mitarbeit kontinuierlich und verbindlich statt unregelmäßig und fluktuierend geschieht
  • Wenn systematisches Netzwerkmanagement und Controlling statt einer zufälligen Steuerung und Verbesserung betrieben wird

Wie man sich systematisches Netzwerkmanagement und Controlling ohne Verträge und Formalismen vorstellen könnte, wäre eine Vertiefung wert gewesen. So blieb leider nur noch Zeit für die Botschaft, dass Steuerung über Hierarchie nicht möglich sei. Hilfreich wären klar definierte Funktionsrollen und vielleicht auch die Unterstützung durch eine Steuerungsgruppe. So bestünde das Netzwerkmanagement vor allem in der Auswahl von geeigneten Netzwerkpartnern, der gemeinsamen strategischen Zielplanung und der Verteilung von Aufgaben, Ressourcen und Zuständigkeiten, mithin über ein Projektmanagement. Womit wir wiederum bei einem weiteren von insgesamt acht Management-Workshops gelandet wären.

Das Konzept der Netzwerkkonferenz in Hannover geht auf: Lust auf mehr Qualitätsentwicklung in alle Köpfen zu pflanzen. Wir sind jedenfalls gut angefüttert und können uns jetzt genüsslich das gestern hier erwähnte „Handbuch Management in der Weiterbildung“ von Rainer Zech zu Gemüte führen. Und auf das nächste Jahr warten, wenn es im November wieder heißt: Netzwerken!

Und wundern Sie sich bitte nicht, falls ich Rainer Zech gleich in der nächsten Woche noch einmal erwähnen sollte. Da treffen sich die Mitglieder unseres großen Weiterbildner-Netzwerkes zu einem weiteren, traditionellen Novembertermin. In Bamberg. Fußläufig bei mir ums Eck‘. Zum Andragogentag. Bis denn … in zwei Teilen!

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