13. BIB-Sommerkurs 2010 (12)

Tag 5, 6. August 2010

Am letzten Tag des 13. BIB-Sommerkurses waren trotz des vorangegangenen lauschigen Abends alle – wie immer! – pünktlich im Seminarraum versammelt. Tapfer, tapfer!

Annamaria-Benita Lippold knüpfte an den Vortag an und brachte einige Feinheiten der Organisation von Praktika für Student(inn)en zum Abschluss. Ich bin jedoch bereits in einem vorangegangenen Beitrag darauf eingegangen. Daher hier einfach nur noch mal ein Foto der Kollegin, die – ebenso wie die nächsten zwei Vortragenden – dankenswerterweise dabei half, die krankheitsbedingte Lücke zu schließen.

Organisation der FaMI-Ausbildung (III)

Berichtsheft

Nicht nur, dass das Führen eines Berichtsheftes in der Ausbildungsverordnung vorgeschrieben ist und zudem eine Zulassungsvoraussetzung für die Abschlussprüfung darstellt. Ein Berichtsheft dokumentiert und kontrolliert außerdem den Verlauf der Ausbildung und ermöglicht die Reflexion erlernter Fertigkeiten und Kenntnisse.

Claudia Hartmann, die uns glücklicherweise auch am Freitag kurzfristig noch als Referentin zur Verfügung stand, erläuterte nach der kurzen Einführung Inhalt und Form von Berichtsheften sowie die (gern verdrängte) Tatsache, dass nicht oder verspätet vorgelegte Berichtshefte sogar einen Kündigungsgrund darstellen können. Auch in Streitfällen, die vor einem Schlichtungsausschuss oder vor dem Gericht landen, dienen Berichtshefte als Entscheidungsgrundlage.

Am besten (und sogar Pflicht!) ist es daher, sie einmal wöchentlich durchzusehen. Die bzw. der Ausbilder/in darf dabei sogar Rechtschreibfehler verbessern. Und natürlich auch fehlerhafte Zeitangaben.

Praxisbegleitender Unterricht

Der praxisbegleitende Unterricht ist nicht zu verwechseln mit einem Praktikum. Vielmehr dient er dem Vermitteln von Inhalten, die im Ausbildungsplan keinem praktischen Bereich zugeordnet werden können. Das wären zum Beispiel theoretische, übergeordnete oder fachübergreifende Inhalte bzw. Themen.

Außerdem dient der praxisbegleitende Unterricht der Vor- und Nachbereitung des Berufsschulunterrichts, der Vorbereitung auf Prüfungen oder auch dem Vermitteln von im Ausbildungsrahmenplan vorgegebenen Themen wie Gesundheitsschutz, Jugendschutzgesetz, Unfallverhütung, Datenschutz etc. Auch Sprachkurse, Konfliktmanagement oder „wie man richtig lernt“ fallen darunter. Claudia Hartmann hatte eine ganze Reihe möglicher Themen für die Teilnehmenden zusammengestellt: Bibliothekarische Fachliteratur und Webseiten, Bibliotheksverbünde, Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit für Bibliotheken, Literaturkurse, etc.

Der Unterricht kann über verschiedene Personen und Institutionen laufen. Ob es der Ausbilder im eigenen Hause ist oder ein Kurs der Stadtverwaltung, ob die VHS oder ver.di, das spielt keine Rolle. Hauptsache, die inhaltliche Ausrichtung passt zum Lernziel.

Frau Hartmann stellte einige Punkte vor, wie die Planung und Vorbereitung einer Unterrichtseinheit erfolgen sollte. Angefangen mit dem Lernziel. Und natürlich sollte eine Evaluation am Ende stehen. Die in dieser Weise ausgearbeiteten praxisbegleitenden Unterrichtseinheiten könnten beispielsweise über ein Wiki dokumentiert werden, damit auch andere Kolleg(inn)en davon profitieren oder damit sie für neue Auszubildende nachgenutzt werden können.

Nach der Kaffeepause dann ein allerletzter Themenwechsel.

Der Referent

Wolfgang Folter aus der Universitätsbibliothek Frankfurt a. M., Personalrat sowie ehemaliges Mitglied der BIB-Kommission für Eingruppierung und Besoldung (KEB), zögerte keine Sekunde mit seiner Zusage, seine ehemalige Kollegin der KEB zu vertreten. (Wenn ich jetzt wieder mit dem unvergleichlich-einzigartigen BIB-Netzwerk anfange … Aua, ich hör ja schon auf!)

Tarifliches / Eingruppierung

Unter dieser Überschrift wurde schlussendlich in der letzten Stunde des BIB-Sommerkurses zum Thema „Ausbilden“ so einiges subsumiert – wobei ein Schlenkerer ins Personalrechtliche Kraft seines Amtes von den Teilnehmer(inn)en einfach vorausgesetzt wurde.

Aus Personenschutzgründen möchte ich hier nicht die einzelnen Antworten aufführen. Herr Folter jedenfalls ging geduldig auf alle Fragen ein, die die Teilnehmenden im Laufe der vergangenen Woche gesammelt hatten, wann immer es um einen Paragraphen ging. Was er nicht ohnehin aus dem Stand sofort beantworten konnte bzw. wollte, blätterte Wolfgang Folter in diversen Gesetzessammlungen nach – in aller Ruhe und mit einer erstaunlich raschen Treffsicherheit, was das entsprechend heranzuziehende Kapitel bzw. den in Frage kommenden Paragraphen betraf. Meine Kollegin raunte mir denn auch zu, sie hätte Derartiges noch nie bei einem Referenten erlebt.

Erst, nachdem die drängendsten Fragen beantwortet waren, versuchte Herr Folter in der verbliebenen Zeit, den Teilnehmenden den neuesten Stand in Sachen Tarif und Entgelt im Bibliotheksbereich zu vermitteln. Er sparte dabei nicht mit Kritik an den Neuerungen durch TVöD bzw. TV-L. Diese betreffen beispielsweise die Benachteiligung der Bibliotheksfallsgruppen zu den Allgemeinen Fallgruppen der Verwaltung. In einer detaillierten Auflistung zeigte er die jeweilige Vergütungsordnung im ABD-Bereich auf und stellte die entsprechende Auswirkung gegenüber.

Wolfgang Folter gab sodann einen Überblick über die geltenden BAT-Tätigkeitsmerkmale für Bibliotheken und machte auf einige „Unsäglichkeiten“ aufmerksam. Beispielsweise die Abhängigkeit von Komponenten wie der Anzahl der Bände und Entleihungen in einer Bibliothek in BAT IVb und IVa bzw. A 10 und A 11. Eine hilfreiche Unterlage: die Texte der Fallgruppen mit den Bibliotheks-Tätigkeitsmerkmalen von Öffentlichen und Wissenschaftlichen Bibliotheken – jeweils mit Vergütungsgruppen und Fallgruppen.

Interessant: der Vergleich von Bürodienst und Bibliotheks-/Archivdienst bei den BAT-Aufstiegen und TVöD-/TV-L-Eingruppierungen, jeweils ausgehend von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sowie der Bund / Länder. „Bibliotheken/Archive kennen keinen einzigen Fallgruppenaufstieg, so dass es im VKA-Bereich überhaupt keine Aufstiegsmöglichkeiten gab und bei Bund/Länder nur die vier (in der ausliegenden Liste angegebenen) so genannten „Sternchenaufstiege“ nach § 23a BAT“, so seine Erkenntnis. Nachzulesen in der ausgeteilten Unterlage, die er mit viel Akribie speziell zum BIB-Sommerkurs angefertigt hatte. (Stimmt doch, Wolfgang, oder?!)

Der Mann ist ein Phänomen. Ich persönlich könnte ihm ja ewig zuhören, obwohl ich (als jahrelange Selbständige völlig BAT-TVöD-TV-L-A oder was auch immer entwöhnt) nicht wirklich erfasse, worum es da genau geht. Um immer zu wenig bzw. um ein bisschen mehr Geld, nehme ich an. (Damit man sich öfter noch die Sachsener Strafzettel leisten kann. Ich sag‘ nur: Vorsicht! B 101 – Katzenberg! In beiden Richtungen! Stationär am letzten Kuhstall!) Ich hoffe jedoch sehr, dass unsere Teilnehmenden einiges mitnehmen konnten (nein, keine Strafzettel natürlich) – die Evaluation jedenfalls scheint es zu bestätigen (aber Ja doch, wird auch noch hier veröffentlicht).

War’s das? Wahnsinn. Das war’s!

Jedenfalls inhaltlich. Zwei Berichte werden hier im FobiKom-Blog noch folgen: Teil 13: Evaluation und Teil 14: Nachklapp. Also dann, jetzt nicht schlapp machen, okay?! Ich tu es ja auch nicht, der Bamberger Sandkerwa zum Trotz!

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