Der 13. BIB-Sommerkurs 2010 (9)

Tag 4, 5. August 2010 (Forts.)

Der Vormittag (Forts.)

Die Referentin

Annamaria-Benita Lippold hat mich zunächst in Verwirrung gestürzt. Dafür kann sie jedoch nichts. Kleine Geschichte am Rande: Frau Lippold wurde mir von einer BIB-Landesgruppenkollegin als Referentin zum Thema Praktika für Student(inn)en empfohlen (tja, BIB-Netzwerk, sag ich nur …). Eigenartig. Hat sich Frau Lippold denn nicht bereits für die Themen des Freitags bereit erklärt, zu kommen?! Des Rätsels Lösung: es gibt zwei Frau Lippolds – die eine aus Dresden und die andere aus Erfurt. Nun, letztendlich sollte es krankheitsbedingt dann doch „nur“ eine Frau Lippold werden und zumindest bestand damit keine Verwechslungsgefahr mehr vor Ort.

Die Erfurter Kollegin mit dem unverwechselbaren Vornamen ist an der hiesigen Stadt- und Regionalbibliothek zuständig für die Aus- und Fortbildung. Und nachdem Karin Holste-Flinspach großzügig eine dreiviertel Stunde aus ihrem Parts abgezweigt hatte (wir berichteten), konnte der Themenbereich der Praktika abgerundet werden.

Organisation von Praktika für Student(inn)en

„Wie gestalte ich ein halbjähriges Praktikum für Student(inn)en?“ Den Rest des Vormittags und auch noch ein wenig am Morgen des Freitags gingen wir dieser Frage nach. Logischerweise kam uns der eine oder andere Punkt aus dem Kapitel zur Organisation von Praktika für FaMIs vertraut vor. Durch Wiederholung lernt es sich jedoch nachhaltiger, insofern war das durchaus vertretbar.

Frau Lippolds philosophischer Einstieg galt Konfuzius, der folgende Weisheit geäußert haben soll: „Es gibt drei Wege [zu lernen bzw. zu handeln]: Durch Nachdenken – das ist der Edelste. Durch Nachahmen – das ist der Einfachste [Leichteste]. Durch Erfahrung – Das ist der Bitterste.“

Nachdem Frau Lippold sich aus gutem Grunde für keinen der nachfolgenden Arbeitstitel entscheiden konnte und wollte, stellte sie den Teilnehmenden einfach alle vor:

Praktikum …

  • … lästige Pflicht oder gegenseitiges Erfahren?
  • … Einsatz zwischen Hörsaal und Thekendienst
  • … Brückenschlag zwischen Studium und Arbeitswelt
  • … willkommene Zwischenzeit!

Noch besser lässt sich der Praktikumszweck benennen durch folgende möglichen Zielsetzungen:

  • Vermittlung von: fundierten bibliothekarischen Fachkenntnissen, Fakten, Abläufen und Organisationsstrukturen (Organigramm)
  • Anwendung und Erweiterung des bereits vorhandenen Wissen
  • Vermittlung eines realistischen Bildes vom bibliothekarischen Beruf
  • Image / Außenwirkung der Bibliothek
  • Förderung der so genannten „Soft Skills“
  • Positives berufliches Standing
  • Einbeziehung in betriebliche Abläufe
  • „Win-Win Verhältnis

Das wäre geklärt. Folgt der „Zeitstrahl der Erkenntnisphasen“: vom Start des Praktikums mit seiner Inputphase … über die aktive Projektphase … bis zum Ende des Praktikums mit seiner Nachbereitungs- und Auswertungsphase. Mit diversen Zwischenschritten, versteht sich.

Das Kernkapitel dieser Themeneinheit beinhaltete die Durchführung eines Praktikums und war ebenfalls nach Phasen gegliedert. Eine Checkliste stellte die diversen Aktivitäten, die es von Seiten der Hochschule zu entwickeln galt, detailliert dar. Eingängige Beispiele erlaubten einen praxisnahen Einblick: Bewerbungsschreiben, Praktikumsvertrag, individueller Einsatzplan, Praktikumsbeurteilung bzw. -bestätigung und Praktikumszeugnis … alles hatte Annamaria-Benita Lippold anschaulich-authentisch in ihrem „PPP-Köfferchen“ dabei!

Ihr Fazit:

Der Stellenwert von Semesterpraktika wird an Bedeutung gewinnen, zumal das bibliothekarische Berufsbild im stetigen Wandel begriffen ist. Und: Praktika können belebend auf die tägliche Bibliotheksarbeit wirken. Also ein echter Gewinn nicht nur für die Praktikantinnen und Praktikanten, sondern auch für die „andere Seite“, die Praktikantinnenbetreuer und -betreuerinnen und Praktikantenbetreuer und -betreuerinnen und … ächz, argl, stöhn!

Zur Organisation von Praktika respektive der Sommerkursveranstaltung

Einiges aus Frau Lippolds Kapitel „Ablauf des Praktikums“ erinnerte mich sehr an die Veranstaltungsorganisation zu diesem 13. BIB-Sommerkurs in Meißen. Und da fällt mir ein, ich versprach, auch ein wenig davon zu berichten, wie derartige Kurse zu organisieren und zu bewältigen sind. Zwei der Stichworte aus Frau Lippolds PowerPoint-Präsentation also eben mal darauf umgemünzt:

„Erkundungsrunde durch die Räumlichkeiten“. Diejenigen von Ihnen, die die drei Blogeinträge zum Seminar-Dienstag gelesen hatten, werden es bemerkt haben: viel Workshoparbeit war angesagt. Zwei Referentinnen meldeten dazu im Vorfeld den Bedarf an, vier bis fünf Gruppen in getrennten Räumen arbeiten zu lassen. Das stellte uns als Veranstalterinnen (also die BIB-Kommission für Fortbildung) vor ein kleines Dilemma.

Einerseits wollten wir den Referentinnen am liebsten jeglichen Wunsch erfüllen, denn entspannte Referentinnen sind gute Referentinnen. Und, ja, Referenten natürlich auch. Klar, den Teilnehmenden wollten wir die fünf langen Tage ohnehin so angenehm wie möglich machen. Andererseits aber auch, so günstig wie möglich. Doch in einem Bildungshaus kostet eine Raumnutzung natürlich etwas. Und jeder zusätzlich gebuchte Raum oder auch jede weitere Technik treibt die Kosten in die Höhe. Da die Teilnahmegebühren jedoch bereits eingezahlt waren, lässt sich da im Nachhinein nichts mehr umlegen. Was tun?

Wie immer in verzwickten Situationen, wo sich die Lösung nicht wirklich aufdrängt: ruhig bleiben, abwarten und Tee trinken! Es findet sich immer ein Weg.

In diesem Falle: die Anreise auf eine Stunde früher terminieren, sich vor Ort ein Bild machen, mit den Hausleuten reden – und siehe da: eine extra Raumbuchung war gar nicht nötig! Erstens stellte sich der Seminarraum als so groß heraus, dass er locker zwei Workshopgruppe weit voneinander entfernt fassen konnte. Und zweitens durften wir auch den Gemeinschaftsraum, die Klosterküche, nutzen, die ebenfalls leicht zwei Gruppen beherbergen konnte. Unsere Sommerkursgruppe musste diesen Raum glücklicherweise auch nicht mit einer fremden Gruppe teilen. Die Parallelgruppe bestand nämlich aus einem Chor. Und probte im anderen Haus. Die Hörproben ihrer musikalischen Glanzleistungen verschafften uns wunderbare Momente, die wir ganz umsonst genießen durften! So schön war das, dass eine Kollegin unter uns sich im nächsten Jahr tatsächlich zu dieser jährlich für die Meißner Chorwochen probenden „Zufallsgemeinschaft“ dazu gesellen wird. Tja, die BIB-Sommerkurse haben nun einmal den ganz besonderen Spirit und sind immer für Überraschungen gut.

Stichtwort: „Kontakte mit den Mitarbeitern herstellen, möglichst Begleitung an den ersten Einsatzort“. Das mit den Kontakten hatte (und hat es noch!) in sich. Zehn (ganz wundervolle!) Referent(inn)en, wie gesagt. Der Schriftverkehr war daher trotz mancher „Gruppenmails seit fast einem Jahr äußerst ergiebig – inhaltlich wie mengenmäßig. Da heißt es: sorgfältig verwalten, beispielsweise durch Wiedervorlagen. Ab und zu ein Anruf statt einer Mail schadet auch nichts. Und wenn sich wer so gar nicht rührt, dann heißt es: ACHTUNG! Nachhaken! Falls Sie dann drauf kommen sollten, dass Sie seit einem halben Jahr lustig einem falschen Herrn Fischer gemailt haben … na, dann erklärt es sich, warum der richtige Herr Fischer im Trüben fischen musste und sich seinerseits wunderte. Aber alles noch mal gut gegangen.

Und was die „Begleitung an den ersten Einsatzort“ betrifft – in meiner Ableitung hier also die Referent(inn)en in den Seminarraum – so ist es nur förderlich, wenn Sie zu zweit agieren können. So war es uns, der FobiKom-Kollegin Karoline Weise und mir, möglich, abzusprechen, wer sich wann um das Wohl der teilnehmenden Gäste kümmert, um die organisatorischen Fragen der Akademieangehörigen oder um unsere im täglichen Wechsel an- bzw. abreisenden Referentinnen und Referenten.

Das lief prächtig, indem Karo beispielsweise flugs die Oberhoheit über den Kühlschrank übernahm. Dessen Inhalte zuweilen schneller, als wir „Schluck“ sagen konnten, leer getrunken waren. (Nein, der Rotwein lagerte woanders!) Frau Weise sorgte in diesem Zusammenhang stets auch dafür, dass die Kehlen der Vortragenden gut geschmiert blieben. Und die Tische wie neu aussahen, sobald die nächsten Referent(inn)en ihre wertvollen Vortragsunterlagen auslegten. Namensschildchen wechseln nicht vergessen. Technik umbauen. Raum lüften. Moderationsmaterial frisch ausgeben. Et cetera.

Um das alles mehr oder weniger „unbemerkt“ zu gestalten, damit nur ja keine Unruhe aufkommt, ist Arbeitsteilung angesagt. Nicht so einfach, wenn man bisher noch nie einen Kurs miteinander bedient hat. Da gab es folglich noch keine Teamerfahrung. Doch so gut kennen wir uns mittlerweile, dass wir wissen, bei wem welche Stärken liegen. Blitzschnelle Absprachen ohne viel „Rumgedöns“ und „Wenn und Aber“ erleichterten die Sache ebenfalls. DANKE, Karo! Es war klasse mit Dir!
(Ach, ich sag’s doch immer, Mädels … die FobiKom – ein Dream-Team halt!
)

Nun, und eigentlich wollte ich den Donnerstag abschließen und Herrn Althaus hier auch gleich mit „verarzten“. Doch warum hetzen? Der Sommer ist noch lang und das Bildungssommerloch riesig, sprich: die tägliche Suche nach interessanten Meldungen, die es wert sind, in diesem Weblog aufgegriffen zu werden, gestaltet sich entsprechend langwierig. Und wenn wir schon so ein schönes, eigenes Thema haben … also lassen Sie es uns miteinander noch länger genießen! Morgen, zum Thema „Umgang und Kommunikation mit Auszubildenden“. Bis dann!

(Jürgen, ist Dir schon langweilig, weil Du gar nicht mehr zum Schreiben hier kommst? Ich sag mal, Donnerstag in einer Woche … halte aus!)

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One Response to Der 13. BIB-Sommerkurs 2010 (9)

  1. […] aktiv und führte die Reihe zum BIB-Sommerkurs 2010 weiter, die Themen: Umgang mit Ausbildenden, Organisation von Praktika, Projektarbeit, Lerntypen und […]

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