Der 13. BIB-Sommerkurs 2010 (4)

Tag 2, 3. August 2010 (Forts.)

Der Nachmittag

Die beiden Referentinnen, Claudia Hartmann und Wiltraut Zick, zeigten sich sehr angetan von den Workshopergebnissen des Vormittags (siehe Beitrag gestern). Manches daraus wird in die zweite Auflage ihres Leitfadens für die FAMI-Ausbildung fließen, das stand für die beiden bereits fest. Für den Nachmittag galt es nun noch, eine Sequenz zur FaMI-Ausbildungsorganisation anzufügen sowie das nächste größere Kapitel „Kompetenzen“ zu eröffnen.

Organisation der FaMI-Ausbildung (II):

Optimierte Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb

Ein erhellender Austausch unter den Teilnehmenden folgte – mit höchst unterschiedlichen Erfahrungswerten je nach Bundesland. In keiner Mailingliste, bei keinem Bibliothekar- oder -thekstag und bei keinem Regionaltreffen oder Stammtisch lässt sich dieser wichtige Erfahrungsaustausch so unbelastet und länderübergreifend durchführen wie es in unserem Sommerkursrahmen möglich war. Oder doch?

Stand der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Berufsschulen

Und der Austausch war beileibe kein „durch-den-Kakao-ziehen“ oder mit abfälligen Bemerkungen verbunden. Vielfach gab es hohes Lob, wie toll die Zusammenarbeit mit den Berufsschulen klappt und wie eng die Verbundenheit ist, wenn es um die bestmögliche Unterstützung bei der Ausbildung der anvertrauten Schützlinge geht.

Aber es herrschten auch Demotivation und Frust, wenn so gar keine Anstalten erkennbar waren, am gleichen Strang zu ziehen. Nun, man muss hier einfach dabei gewesen sein, um zu spüren, wie sehr den Ausbilder(inne)n das Thema nahe ging. Und wie froh sie waren, die eigene Situation einordnen zu können, Tipps und Hilfestellung zu erhalten oder sich einfach mal das Herz auszuschütten. Und da SIE da draußen nun überwiegend leider nicht dabei sein konnten, bilden wir wenigstens das Workshopergebnis ab. Vielleicht möchten Sie uns Ihre eigenen Erfahrungen mitteilen? Das Kommentarfeld gehört Ihnen. Die Nettiquette kennen Sie.

Kompetenzen und kompetenzorientiertes Lernen (I)

Welche Kompetenzen benötigen FaMIs im Berufsalltag? Wie können diese Kompetenzen erlangt bzw. gestärkt werden? Den Fragen kamen wir in drei Teilen und mit – ich erwähnte es – fünf Referentinnen bei.

1. Kompetenzen für den Berufsalltag

Kompetenz, so Claudia Hartmann und Wiltraut Zick in der Einführung zu diesem Themenfeld, bedeute Wissen + Können.

Zum einen die (fachspezifischen) Fähigkeiten und / oder Fertigkeiten, zum anderen sollten konkrete Anforderungssituationen bewältigt werden. Also weniger Detailwissen, sondern mehr Bewältigung von allgegenwärtigen Anforderungen. Dabei sind überfachliche Kompetenzen gefragt.

Welche davon für den Beruf des FaMI besonders zählen, wurde in der Berliner Berufsschule (Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung) an Hand eines Fragebogens mit 25 Kompetenzbegriffen abgefragt. Ausbilder/innen, Schüler/innen und bereits berufstätige FaMIs beteiligten sich daran, der Rücklauf betrug satte 233 Fragebögen.

Hier die sieben am häufigsten angekreutzen Kompetenzen:

  1. Veränderung als Chance sehen
  2. Sich ins Team einbringen
  3. Selbstständiges Organisieren
  4. Infos beschaffen, erschließen und bewerten
  5. Zielstrebig und ausdauernd arbeiten
  6. Ergebnisse selbst kontrollieren
  7. Berufliche Zukunft mit gestalten

Die Kompetenz „sorgfältiges und genaues Arbeiten“ erschien nicht unter den ersten sieben. (Das Interpretieren überlasse ich Ihnen.)

Sie können das Grübeln nach der richtigen Intepretation jetzt beenden und sich stattdessen aufatmend (?) die Berichtigung zu Gemüte führen. Ich hatte leider die falsche Folie im Visier. Danke, Wiltraut, für den Tipp!

Hier die sieben am häufigsten angekreutzten Kompetenzen:

  1. Sorgfältiges Arbeiten (Ja, ja … )
  2. Selbstständiges Organisieren
  3. Einarbeiten in neue Zusammenhänge
  4. Info beschaffen, erschließen, bewerten
  5. Zuverlässigkeit
  6. Im Gespräch angemessen reagieren
  7. Ins Team einbringen

Wobei ich jetzt doch ins Grübeln komme bei dieser Reihenfolge. So scheint sorgfältiges Arbeiten wichtiger zu sein als im Gespräch angemessen zu reagieren und der Teamgedanke an letzter Stelle? Dingliches vor Menschlichem?

Die so genannte Handlungskompetenz, also Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz (eher: Persönlichkeitskompetenz, wie zum Beispiel „Kritikfähigkeit“, „Lernbereitschaft“, etc.) sind durch handlungsorientierte Methoden erreichbar und verstärkbar.

Dabei ist ein vollständiger Handlungskreis zu durchschreiten. Er besteht aus:

  1. Informieren
  2. Planen
  3. Entscheiden
  4. Realisieren
  5. Kontrollieren
  6. Auswerten

Karin Klingbeil (3.v.l.) vor ihrem Vortrag.

Und wie es scheint, hat diese Methode bei den jungen Leuten mächtig Erfolg. Denn wie ließe es sich sonst erklären, dass unser junger Nachwuchs auch komplexe Situationen mit Bravour meistert und vor kaum einer Aufgabe zurückschreckt (außer vielleicht die Teeküche aufräumen). So, wie die beiden Kolleginnen Karin Klingbeil und Jana Schneider, die uns im Anschluss an diese Einführung mit ihren höchst erfrischenden Vorträgen bedienten, als würden sie das bereits jahrelang schon tun. Sie verraten allerdings auch, in welchen Bereichen es nicht so ganz auf Anhieb geklappt hat und wie damit umgegangen wurde.

Auch Jana Schneider hält sich bereit.

Am Montag also ein Beispiel für kompetenzorientiertes Lernen bzw. kompetenzorientierte Methoden: die Juniorenfirma – eine wahrhaft komplexe Situation! See you …!

„Boah, und Samstag? Was ist mit dem Samstag? Warum nicht gleich morgen?“

Nachdem der Samstag in der Zugriffsstatistik gemeinhin eher abfällt, gibt es da „nur“ eine kleine Fotostrecke ohne viel Worte. Unseren Kolleginnen Klingbeil, Schneider und Albrecht gönne ich stattdessen den immer sehr gut besuchten Montag. Ein bisschen Vorfreude darf schon sein!

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One Response to Der 13. BIB-Sommerkurs 2010 (4)

  1. […] berichtete in mehreren Teilen (1, 2, 3, 4) über den BIB-Sommerkurs 2010, bei den sich alles um die Gestaltung der Ausbildung […]

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