Der 13. BIB-Sommerkurs 2010 (3)

Tag 2, 3. August 2010

Organisation der FaMI-Ausbildung (I)

Fünf (!) Referentinnen benötigte es, um dem umfangreichen Themengebiet des zweiten BIB-Sommerkurstages beizukommen: die Organisation der FaMI-Ausbildung (Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) sowie den Kompetenzen und kompetenzorientiertem Lernen. Kurzweilig war’s, darin waren sich alle einig. Und ein ganz und gar nicht konfuser Rundumschlag, hatten doch unsere BIB-Kolleginnen, Wiltraut Zick und Claudia Hartmann, beide aus der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder, hervorragende inhaltliche Koordination hinter den Kulissen und eine umsichtige Moderation während des Tages geleistet. Mit ihnen will ich nun den Blogbeitrag beginnen. Für die drei anderen Referentinnen schlage ich vor, dass Sie morgen wieder in unserem FobiKom-Weblog vorbei schauen, okay?!

Die Referentinnen

Wiltraut Zick

Wiltraut Zick, Berufsschullehrerin im Oberstufenzentrum (OSZ) Berlin, und Claudia Hartmann, Ausbilderin in der Technischen Informationsbibliothek und Universitätsbibliothek (TIB) Hannover, sind allen, die mit FaMI-Ausbildung zu tun haben, ganz sicher geläufige Name.

Claudia Hartmann

Zusammen mit Sandra Schütte schrieben sie den Leitfaden FaMI-Ausbildung, erschienen 2007 im Bock + Herchen Verlag (vergriffen), der bei vielen in regem Gebrauch sein dürfte. Eine neue Auflage sollte bereits vor einigen Wochen erscheinen. Doch wollten die Autorinnen tatsächlich diesen Kurs abwarten, um ihrerseits neue Erkenntnisse und Ideen von Seiten der Teilnehmenden einzuarbeiten und um ein weiteres Kapitel zu erweitern. Schlau, sehr schlau! Das BIB-Netzwerk, es (be)lebt!

Der Vormittag: (Rechtliche) Grundlagen für die betriebliche Ausbildung

Im Wechsel führten die Referentinnen durch den Dschungel der Organisationsleistungen, beginnend mit der Aufdröselung der Unterlagen, deren Beachtung nun einmal grundlegend für eine ordnungsgemäße FaMI-Ausbildung ist.

  • Berufsbildungsgesetz (BBiG)
  • Rahmenlehrplan der Berufsschule
  • Tarifverträge
  • Jugendarbeitsschutzgesetz

Das Berufsbildungsgesetz regelt eine ganze Reihe weiterer Dinge. Es schlägt sich nieder in der Ausbildereignungsverordnung (AEVO), der Verordnung über die Berufsausbildung, den Ausbildungsrahmenplan sowie in den Prüfungsordnungen der jeweils zuständigen Stellen.

Die Ausbildungsverordnung und der Rahmenlehrplan werden herangezogen für den betrieblichen Ausbildungsplan, der gemeinhin für drei Jahre geschrieben und in der Regel im Ministerium eingereicht wird. Wie ausführlich dieser sein muss, daran scheiden sich die Geister beziehungweise die Gewohnheiten. Das konnte man aus den unterschiedlichen Wortmeldungen der Teilnehmenden schließen. Gleich wie – aus dem betrieblichen Ausbildungsplan jedenfalls generiert sich der individuelle Ausbildungsplan, geschrieben für maximal ein Jahr. Und schon hat sich der Kurs gelohnt – endlich klare Begriffsunterscheidungen.

Unser BIB-Sommerkurstitel, tausendfach erwähnt, wer erinnert sich? lautet: Investition in die Zukunft: Ausbildung individuell gestalten“ (Programm) – und da haben wir doch gleich begriffen, dass es im nachfolgenden Workshop besonders um das (zuweilen für manche als schwierig erscheinende) „individuelle“ gehen sollte.

Die Workshops

In vier verschiedenen Aufgabenstellungen näherten sich die Teilnehmenden der Ausbildungsplanung, dem Ausbildungsbeginn und der Praktika.

  1. Welche Kriterien sind bei der formalen Gestaltung eines betrieblichen Ausbildungsplans zu berücksichtigen?
  2. Wie könnte ein chronologischer Ablaufplan für die gesamte Ausbildung aussehen? Welche Faktoren sind dabei zu berücksichtigen?
  3. Welche Informationen gibt der Ausbilder zu Ausbildungsbeginn und wie gestaltet er den ersten Tag?
  4. Warum sind Praktika notwendig? Wie gelingen Praktika?

Teil der Klosterküche

Alles spannende Fragen, deren gefundene Antworten von den Workshopgruppen auf Flipchart und über eine PowerPoint-Präsentation vorgestellt wurden. Raum für die Gruppenarbeiten hatte die Akademie zur Genüge. Der Veranstaltungssaal „Remter“ war für bis zu 70 Personen ausgelegt, die ehemalige Klosterküche, heute Gemeinschaftsraum, bot mindestens ebenso viel Fläche. Selbst die Außenflächen konnten wir zwischen ein paar Regenfällen mit einbeziehen. Wir waren uns alle einig, dass die Fotos im Internet die Großzügigkeit und vornehme Schlichtheit der vorbildlich renovierten Anlage nur ansatzweise wiedergeben.

Unterlagenlastige Ausbildungsorganisation – ein Workshop wie im richtigen Leben

Der großzügige Platz war notwendig, denn die Gruppen erarbeiteten sich die Antworten mit allerhand von den Referentinnen dargebotenen Materialien, aber auch mit den eigenen mitgebrachten Unterlagen. Letzteres ist natürlich nur möglich, wenn die Teilnehmenden rechtzeitig im Vorfeld dazu aufgefordert und kurz vor Beginn noch einmal daran erinnert werden – und sich der Bitte sogar fügen! Was bei dieser Gruppe so gar kein Problem darstellte. Selbst die vor Wochen vermailte Literaturliste wurde von den meisten be- bzw. geachtet. Fast schon trug ich Sorge, die vorbereitenden Mails vor Seminarbeginn wären des Guten zu viel gewesen. Doch man versicherte uns, sie hätten sehr zur Vorfreude beigetragen und ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, dass die „aus den Rippen geschnittene“ Zeit tatsächlich gut angelegt sein würde. Smile.

Im Anschluss eine kleine Fotogalerie einiger Ergebnisse. Alles schriftlich zu fixieren würde nun doch zu weit führen. Und weit haben die Workshops geführt, darum wurde die Thematik der „optimierten Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb“ auf den Nachmittag verlegt. Die Ausbildungsnachweise (Berichtshefte) verschoben wir sogar auf den letzten Tag, den Freitag. So konnten wir prima die entstandene Lücke füllen, die durch die Erkrankung der ursprünglich eingeplanten Kollegin zu entstehen drohte. (An dieser Stelle gute Besserung von uns allen, Kristina!)

Tipp für die Veranstalter/innen

Immer einen Plan B in petto haben – sei es durch eine mögliche thematische Ergänzung oder Ausweitung, sei es durch eine Kollegin oder einen Kollege (Danke, Claudia und Wolfgang!), die-der-das unkompliziert einspringen kann. Womit wir wieder beim Netzwerkgedanken wären! (Lieblingsthema im BIB, yep!) Einzige Schwierigkeit ist, bei niemanden in Ungnade zu fallen, wenn Sie vorsichtshalber mehrere „Einspringerle“ gleichzeitig anfragen – und dann am Ende alle kommen möchten! Und Sie dann jemanden absagen müssen. Ui ui ui – immer hübsch der Reihe nach anfragen, auch, wenn die Zeit drängt! Allein der Verdacht, man wäre ein Notnagel gewesen, ächz! (Nö, Danke der Nachfrage, ist zum Glück hier nicht passiert. Wir waren gerade noch rechtzeitig am Suchen. Aber hätte gut sein können.)

Ach ja, und falls mal eine Stunde nicht gefüllt ist: verlassen Sie sich darauf, die Teilnehmenden wissen diese immer gut zu nutzen. Denn Workshopen macht fast allen Spaß, zumindest der kollegiale Austausch kann gar nicht lange genug sein.

So, jetzt her mit den Fotos! Und bis morgen dann! Sie kucken doch wieder? Text oder Bild, für jeden was dabei, versprochen!


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