[InetBib] Facebook in der Hochschullehre

Die Bibliothekarinnen und Bibliothekare unter den Leserinnen/Lesern werden die Diskussion auf inetbib schon zur Kenntnis genommen haben: Online-Kurse auf dem sozialen Netzwerk Facebook abhalten. Eine Kollegin wies auf inetbib auf die Seite zu Facebook des Wikis „Medienzoo“ des Studiengangs Medien und Kommunikation der Universität Augsburg hin und endete mit dem Hinweis, dass man dies ja auch für Bibliothekseinführungsseminare in Betracht ziehen könne.
Eine andere Kollegin zählte in ihrer Antwort Gegenargumente auf:

  • man kann Teilnehmer/innen von Lehrveranstaltungen nicht dazu verpflichten, sich einen
    Facebook-Account zuzulegen
  • der Datenschutz ist nicht gewährleistet
  • die Hochschule/die Bibliothek muss Mitgliedschaftsbedingungen kontrollieren können und
  • das Urheberrecht ist auch tangiert, wenn man urheberrechtlich geschützte Texte zur Verfügung stellen will.

Interessant war, dass in der Diskussion der Begriff „strenges Lernen“ auftauchte – wahrscheinlich in Reaktion auf das Interview mit Professor Bredl, der meinte (bei der Stelle 3:20, ich finde grad nicht, wie man das treffgenau angibt) dass das Lernen vielleicht nicht immer ernsthaft sein müsse.

Nun, die Gegenargumente sind zutreffend! Doch was spricht überhaupt dafür? Sind jene nur naiv, die so etwas vorschlagen? – Eine Kursrepräsentanz (auch) auf Facebook anzubieten, wäre nur dann sinnvoll, wenn alle Teilnehmer/innen bereits auf Facebook sind. Die Strategie wäre jene, den Nutzern dorthin zu folgen, wo sie sind, wo sie bereits kommunizieren und wo somit die Schwelle, die Inhalte zu diskutieren, niedrig liegt. Denn zwei Dinge wissen wir:

  • es ist in Online-Kursen immer ein kritischer Punkt, überhaupt eine Diskussion zu initiieren und
  • ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg von Online-Kursen ist die Diskussion (Ilona Munique hat im letzten BuB-Heft darauf hingewiesen!)

Beides wird durch die Verwendung von Facebook leichter – die Leute sind schon dort und diskutieren sowieso dort. Wenn sie extra auf eine Lernplattform gehen müssen, um den Stand der Diskussion zu sehen und zu diskutieren, wenn es schwerer ist, Medien hochzulade oder Links einzubinden – dann ist das eine Schwelle und damit ein Nachteil. – Allerdings liegt die Betonung auf „alle“! Solange auch nur einer der Kursteilnehmer/innen nicht auf Facebook subskribiert ist, muss man eine Alternative anbieten. Und wenn man Texte zur Verfügung stellt, sowieso.

Nun – für versierte Kursleiter/innen bietet sich hier die Gelegenheit zu „blended online-learning“, indem man einen Teil des Kurses auch über Facebook abwickelt. Wenn man dann per RSS die Diskussion auf einer freien Plattform wie netvibes abbilden könnte, wären auch diejenigen Kursteilnehmer/innen in Stand gesetzt, der Diskussion zu folgen, ohne einen Account bei Facebook anlegen zu müssen. – Aber für die Dozentin/den Dozenten ist das richtig Arbeit, etwas aus Facebook herauszubekommen. Da merkt man doch, dass das soziale Netzwerk nicht so Zwonullig ist, wie gedacht …

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