Soziale Foren – auch für die Wissenschaft?

Gestern und vorgestern behandelten wir mit Facebook und StudiVZ zwei allgemeine soziale Foren, auf denen sehr viele unseres Klientels netzwerken, sich „treffen“, kommunizieren, austauschen, organisieren etc. Schön. Natürlich kommt dann die Frage, ob es so etwas nicht spezifischer, für Wissenschaftler/innen, gibt. Ja, das gibt es. Hier eine knappe Vorstellung von Diensten, die in diesem Segment „gängig“ sind.

LinkedIn
Nun gut, es ist eigentlich nicht für die Wissenschaft, sondern wirbt auf der Startseite mit „Fach- und Führungskräften“, die hier zu finden seien. Dann läge es eher parallel zu Xing. Aus Erfahrung weiss ich aber, dass viele Wissenschaftler sich hier wohl fühlen und netzwerken.

Scholarz
Würzburger Projekt und Startup, welches Literaturverwaltung und Netzwerken unter einen Hut bringen möchte und sich vor allem an Wissenschaftlich Arbeitende wendet. Intuitiv bedienbar und mit einem netten Weblog nebendran, das nicht nur PRmäßig Scholarz beleuchtet, sondern auch das Umfeld.

Researchgate
Ein Startup, das sehr schnell wächst und interational Beachtung findet. Man kann netzwerken, die Literatur pflegen und auch Artikel hochladen. Researchgate wird offensichtlich intensiv entwickelt, auf der Startseite ist von „Applikationen“ die Rede, die wahrscheinlich wie bei Facebook das Salz in der Suppe bei der Anpassung des sozialen Forums an die persönlichen/Gruppen-Bedürfnisse sind.

Mendeley
wirbt damit, dass man nicht nur seine Literaturangaben, sondern auch die betreffenden Aufsätze mit verwalten kann. Hier geht es schon mehr in Richtung Literaturverwaltung 2.0, ähnlich wie die schon länger bestehenden Angebote CiteULike, Connotea und Bibsonomy.

Alle diese Angebote haben für Wissenschaftler/innen dieselbe Funktionalität wie Facebook und Konsorten für Ottilie Normalverbraucherin, nämlich dass man sich selbst mit seinen Interessen darstellen kann („Profil“) und die Chance hat, Gleichgesinnte zu finden und mit ihnen zu kommunizieren und sich zu vernetzen.

Um noch ein Negativbeispiel zu zeigen: Academia.edu faßt sich eigentlich ganz gut an, man kann Leute suchen und ebenso nach ihrer jetzigen Institution und Funktion finden. Man sieht ihre Interessen, was sie gelesen haben etc. Gut. Nur ist das viel zu statisch, weil die Struktur an den Organisationen hängt und das leistet schon jede Homepage der jeweiligen Organisation mit Kontaktdaten und CV. Dafür braucht es kein Forum. Ausserdem werden die biographischen Verläufe nicht mit abgebildet, sehr statisch das Ganze.

Deshalb noch einmal zusammengefasst: Soziale Foren erlauben die Kommunikation und Organisation von sozialen Beziehungen nach Interessen. Wissenschaftliche Foren dienen ählicher Funktion, haben ein spezielles Klientel und erweitern diese Kernfunktionen oft durch Literaturverwaltung und Repository-Funktion.

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