1. Bayerischer Schulbibliothekstag (IV): die Foren (3)

Im Forum III zum 1. Bayerischen Schulbibliothekstag versammelten sich die „Partner der Schulbibliothek: ÖB, WB, Medienzentren“. Getrud Geisberg stellte (auch in Vertretung der Kollegin Claudia Hopf) das „Angebot der Wissenschaftlichen Bibliotheken“ – hier der Universitätsbibliothek der Technischen Universität München (TUM) – zur „Informationskompetenz für Schüler“ vor. (Weitere Angebote wissenschaftlicher Bibliotheken in Schulnähe finden Sie unter informationskompetenz.de -> Regionen -> Bayern -> Kontakt für Schulen.)

Die Reform der gymnasialen Oberstufe

Ausgehend von der Reform der gymnasialen Oberstufe, die neben dem nachhaltigen Grundwissen, der breiten Allgemein- und individuellen Profilbildung auch die Wissenschaftspropädeutik zum Ziel hat, sollen methodische, personale und soziale Kompetenzen erlangt werden sowie systematische Studien- und Berufsorientierung über W- und P-Seminare erfolgen.

Wissenschaftspropädeutisches Seminar (W-Seminar)

Die Vermittlung wissenschaftsorientierter Arbeitsweisen erfolgt über die Fach- und Methodenkompetenz für die Hochschule sowie in der Erstellung und Präsentation einer Seminararbeit. Geisberg stellte die Methoden (von der Quellen- und Textarbeit über Exkursion und Expertenreferate bis zum Arbeiten im Team) und die Kompetenzen (vom Recherchieren, Analysieren, Abstrahieren über innovative Lösungen finden und korrektes Arbeiten bis hin zum Zeitmanagement) dar. Der Ablauf eines W-Seminars erfolgt über mehrere Monate und Module, angefangen mit dem 2. Halbjahr der 10. Klasse, in dem die Schüler/innen aus dem Angebot der Schule wählen können,  und endend im 1. Halbjahr der 12. Klasse mit der Abgabe von Seminararbeiten und der Präsentation.

Lernort Bibliothek

Die Bedeutung des Lernorts Bibliothek greift die Schrift des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung München (isb) auf: „Die Seminare in der gymnasialen Oberstufe“. Einige Fundstellen darin:

Nach Möglichkeit erfolgen Exkursionen zu wissenschaftlichen Einrichtungen, z. B. zu einer Universitätsbibliothek. (S. 15)

Dem Lern- und Arbeitsort „Bibliothek“ kann und sollte im Rahmen des W-Seminars eine bedeutende Funktion zukommen. Dabei bietet sich die Zusammenarbeit mit verschiedenen Arten von Bibliotheken an. (S. 17)

Ergänzend zur Schulbibliothek und weiterführend bieten sich die öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken als Lernorte an. (Folie o. S.)

Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung (P-Seminar)

Das praxisorientierte Arbeiten erfolgt ebenfalls über zwei Schienen:  einmal über die Erlangung von Berufswahl- und Berufsweltkompetenz. Diese geht einher mit der Orientierung über Studiengänge und Berufsfelder sowie der Kenntnis über die eigenen Schwächen und Stärken. Zum anderen über eine Projektarbeit in Kontakt mit der Arbeitswelt.

Die Inhalte und Kompetenzen münden letztendlich in die Bereitschaft, sich für eine Studien- bzw. Ausbildungsrichtung zu entscheiden. Besonders angetan hat es mir bei der Auflistung vor allem der Punkt „Bereitschaft zu lebenslangem Lernen“. Sofern nicht bereits in der Schule gelegt, ist zu hoffen, dass hier ein bewusst gesetztes Samenkorn nicht zu spät zur Reife gelangt.

Die Angebote der TUM zur Informationskompetenz

Ausführlich stellte Gertrud Geisberg die Angebote der Universitätsbibliothek der TUM für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer zur Informationskompetenz dar. Sie reichten von niederschwelligen Angeboten bis zur konzeptionellen Handreichung.

  • Kennenlernen von Bibliotheksbegriffen durch das Online-Spiel Letterheinz
  • 90-minütige  Einführungen in die Bibliotheksnutzung und Literaturrecherche beim Besuch der Teilbibliotheken
  • Eintägige Workshos zur Informationskompetenz, vom Kultusministerium als Fortbildung anerkannt
  • Beispielthemen mit ausgearbeiteten Stundenskizzen und Übungsaufgaben über den „Leitfaden für ein P-Seminar mit der Universitätsbibliothek der TUM als externer Partnerin“ (Claudia Hopf)

Weitere Angebote

Wie bereits eingangs erwähnt, bietet informationskompetenz.de weitere Angebote an. Beispielsweise gibt eine virtuelle Bayernkarte Auskunft über die nächstgelegene (wissenschaftliche) Bibliothek, die sich als Informationskompetenzvermittler versteht. Am Vortag des Vortrags brandneu eingestellt wurde eine beispielhaft übersichtliche Darstellung der Bibliotheken Regensburgs. Gegenübergestellt sind hier das jeweilige Profil der Bibliothek, deren Zielgruppen, Module im Downloadformat sowie die Kontaktdaten (Name, Tel., E-Mail).

Gertrud Geisberg endet mit dem Angebot, sich bei Fragen in Sachen Informationskompetenz jederzeit an die TUM zu wenden. Zwar ist auch die TUM personell nicht üppig ausgestattet, aber kollegiale Hilfe wird so weit es geht sehr gerne geleistet. Sie bittet im Gegenzug darum, etwaige Anregungen zum Thema gleichfalls an sie zu richten.

Der nächste Blogbeitrag, wiederum zum Forum III, befasst sich mit dem Vortrag von Monika Schunigl und Julia Heinz zu den sehr praxisbezogenen, beispielhaften „Serviceleistungen für Schulen und Aktionen“ der Stadtbibliothek Nürnberg. Bis Montag also!

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