1. Bayerischer Schulbibliothekstag (II): die Foren (1)

Nach der Eröffnungszeremonie des 1. Bayerischen Schulbibliothekstag in Nürnberg mit all seinen Reden ging es in die drei Foren.

  • Forum I: „Schulbibliotheken: Aufbau und Organisation“
  • Forum II: „Schulbibliothek und Unterricht“
  • Forum III: „Partner der Schulbibliothek: ÖB, WB, Medienzentren“

Aus dem Forum I:

Beitrag von Klaus Dahm: „So funktioniert die Schulbibliothek: Richtwerte und Standards für die schulbibliothekarische Arbeit“.

Treffend bemerkte der Leiter der Bayerischen Landesfachstellen für das öffentliche Bibliothekswese gleich zu Anfang:

Wenn man nicht weiß, wo man hin will, kann es auch keine Entwicklung geben.

Und er riet:

Nicht den Mangel im Kopf haben!

Dahm stellte 14 Punkte dar, die alle grundlegende Gelingensbedingungen beinhalteten. Von der Aufgabe und dem Bezugsrahmen einer Schulbibliothek über die Bedarfsforderung genügender Fläche mit attraktiver Gestaltung für eine gute Aufenthaltsqualität … bis hin zur qualifizierten Leitung durch sachkundige Mitarbeiter/innen.

Eine Bibliothek, die nicht genügend Fläche hat, ist ein Archiv.

Schüler/innen werden in der Regel nicht in die Schulbibliothek geprügelt. Sie kommen freiwillig. (Voraussetzung ist eine frequentierbare Lage)

Welche Aufgaben hat eine Schulbibliothek, was genau ist sie? Zum Beispiel:

Lernzentrum, Veranstaltungsort, Kommunikationsort, Ort der Leseförderung, Labor für Informationskompetenz, Unterrichtsraum, Medienzentrale, usw.

Dahm riet zur Stärkung der Akzeptanz durchaus auch einmal ein anderes Wort als „Schulbibliothek“ zu wählen.

Varianten von Schulbibliotheken in der Reihenfolge ihrer Größe und Bedeutung sind:

Leseecke -> Schülerlesebibliothek -> Mediothek/Infothek/Lernzentrum -> Schulbibliothek/-mediothek

Dahm wies auf die Möglichkeit hin, dass Katalogisate aus dem Bayerischen Bibliotheksverbund (BBV) bei entsprechener Schnittstelle des Programms sehr nützlich sind. Nicht ganz so einheitlich wie bei Titelaufnahmen geht es hingegen bei der Wahl der Systematik zu. Er empfiehlt hier die SKJ, ASB, SSD sowie Klartextsystematik.

Ein Raunen ging durch die Menge bei der Vorstellung von Zielgrößen und Maßgaben, bzw. der Finanzierung. Vier bis fünf Euro pro Medieneinheit, bezogen auf den Zielbestand, seien zur Bearbeitung und Präsentation der Medien notwendig. Fünf bis zehn Prozent multipliziert mit dem aktuellen Mediendurchschnittspreis seien als jährlicher Erwerbungsetat angemessen. Eine mögliche Finanzierung könnte auch in Form von Spenden, Sponsoring und über Schulaktionen erfolgen.

Das erforderliche Personal benannte Dahm in der Leitung einer Schulbibliothek, sei es als Lehrkraft mit Zusatzausbildung (welcher?) oder einer Fachbibliothekarin bzw. eines Fachbibliothekars plus Lehrkraft („Schulbibliotheksbeauftragte/r“) sowie in der Verwaltung, z. B. einer Verwaltungskraft mit bibliothekarischer Grundausbildung sowie Zusatzkräften wie Minijobber und ehrenamtliche Kräfte.

Dahms Essentials gelungener Schulbibliotheken sind abschließend:

  • ein gutes Konzept
  • Unterstützung durch Schulleitung und Lehrerkolloquium
  • Ausreichende dauerhafte Finanzierung
  • Mitwirkung von Lehrern und Schülern bei der Planung
  • Fachkundige Beratung
  • Integration in den Unterricht in allen Fächern
  • Ein gutes Marketing
  • Zusammenarbeit mit den Bibliotheken am Ort

Morgen mehr zum Forum 1 mit dem Beitrag von Eckhard Kummrow: Vom Zettelkasten zum OPAC.

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