Dokumentation von Konferenzen nach aussen

Allmählich wird es sehr interessant, Konferenzen fast in Echtzeit verfolgen zu können, die man nicht besucht. Das lange Warten auf das Erscheinen des Tagungsbandes ist verkürzt durch die unterschiedlichen Möglichkeiten, Präsentationen, Blogeinträge und Reaktionen auf Twitter zum Thema zur Kenntnis zu nehmen. Zwei gute Beispiele fanden diese Woche statt.

Zum einen war dies die Dreiländerkonferenz „Die lernende Bibliothek“, die vom Berufsverband Information Bibliothek mit veranstaltet wird und dieses Jahr in der Schweiz in Chur stattfand. Anhand der Tagungshomepage hatte man bereits Gelegenheit, mit Hilfe der Abstracts sich zu informieren, welche Themen behandelt werden würden. Gut. Normalerweise käme jetzt das Warten, bis die Vorträge/Präsentationen veröffentlicht werden. Das war jedoch dieses Mal nicht der Fall, weil man über die Twitter-Suche mit Hilfe des hashtags lb09 jene Eintragungen verfolgen konnte, die zur Konferenz veröffentlicht wurden. Nur kleine Einträge, da kann nichts Substantielles kommen? Das stimmt erstens schon einmal nicht aufgrund der dichteren Folge von Einträgen. Das stimmt zweitens nicht, weil wir mittlerweile das Internet haben. Da gibt es Links! Und siehe da, da waren zum Beispiel Links auf die breiter formulierten Einträge in einem Weblog, das ebenfalls recht zeitnah – wie sich herausstellte – von einem der Organisatoren gefüllt wurde. Alles in allem waren das doch sehr viel mehr als nur Informationshäppchen, man fühlte sich sehr gut bedient, dankeschön! Einer der letzten Einträge lautet zudem:

vega75: Alle Beiträge sind im Tagungsband abgedruckt: http://bit.ly/tFRjM. (ab 1. Oktober auch kostenlos online abrufbar) #lb09

Zum anderen war dies die 13. Verbundkonferenz des GBV, die an der SUB Hamburg stattfand und auf der Konferenzhomepage sogar eine mit Hilfe von Yahoo! Pipes realisierte Überblicksseite „Die Konferenz in den Medien“ bot, auf welcher alle Blog-, Twittereinträge, Fotos, Präsentationen und Links eingebunden wurden, die mit dem tag gbvvk099 versehen waren. Und da recht viele Aktivistinnen und Aktivisten der Bibliothek 2.0 aus dem Einzugsbereich des GBV kommen (warum ist das so? möchte man am Rande fragen), war der Informationsteppich, der einem zu der Konferenz da ausgebreitet wurde, sehr reichhaltig. Leider aktualisierte sich die Medien-Aggregationsseite der Homepage nicht so oft, wie man das gewünscht hatte, weswegen man doch wieder auf die spezifische Twitter-Suche zurückgriff, aber das ist nichts weiter als ein Schönheitsfehler.

Alles in allem eine sehr schöne Sache – wenn diejenigen, die bereit sind, Informationen gleich ins Netz zu stellen, dies auch tun können. Und hier kommen wir wieder zu einem leidigen Thema: Der WLAN-Ausstattung von bibliothekarischen Konferenzen. Hier bleibt immer noch viel zu wünschen übrig und leider wird sich hier nicht so schnell etwas bewegen, wenn die Konferenzen in Messe- und Tagungsgebäuden stattfinden, deren Betreibergesellschaften sich solche Banalitäten teuer bezahlen lassen. Ausweichmöglichkeiten bieten Handys, aber auch (prepaid)-UMTS-Sticks an den Laptops und Netbooks, mit deren Hilfe man über das Mobilfunknetz ins Netz kann. Aber sagen Sie selbst: Muss es in einer Informationsgesellschaft in der Informationsbranche die Aufgabe von Tagungsbesuchern sein, selbst für die Netzanbindung zu sorgen? – Wie ich oben zu zeigen versucht habe, ist das ja weder Manie noch Verzetteln, sondern bietet handfeste Vorteile für andere, die nicht an der Konferenz teilnehmen!

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