Porträt Weiterbildung Deutschland und Österreich (5)

Wer nimmt an der Weiterbildung in Deutschland und Österreich teil? Während für Deutschland umfangreiche und aussagekräftige Erhebungen und Studien vollzogen wurden, wie etwa die Studie nach den SINUS-Milieus, und sich die Erkenntnisse auf 9 Seiten zum Kapitel „Teilnahme“ im Porträt Weiterbildung Deutschland niederschlagen, reichen für das Porträt Weiterbildung Österreich ganze zwei Seiten. Ich will hier beileibe keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Weiterbildung beider Länder jedoch ist immerhin in einer gemeinsamen Reihe erschienen, deren Bände jeweils den gleichen Kapitelaufbau vorweisen und somit zwangsläufig dazu einladen, die sich deckenden wie unterschiedlichen Merkmale zu benennen.

Im Porträt Deutschlands beginnt das 7. Kapitel über die Teilnahme mit einer Unterscheidung der „informellen“ Bildung zur „formalen“ und „non-formalen“ Bildung. Alle Bildungsaktive dieser Gruppen – ermittelt durch die deutsche AES-Erhebung (im Kontext der europäischen Adult Education Survey) – addieren sich zu einer Quote von 69% lernaktiver Erwachsener.

Im Porträt Österreichs tut man sich mit Zahlen schwerer. Eine der Annahmen, die sich „auf der Grundlage unterschiedlicher Quellen zur Weiterbildungsbeteiligung“ speist, offeriert Angaben „zwischen 12,5 (Statistik Austria 2004) und 50 Prozent“. Herangezogen werden außerdem „Aussagen erfahrener Erwachsenenbildner/innen“, die eine Beteiligung an Erwachsenenbildung pro Jahr von etwa einem Drittel der Erwachsenen ausmachen. Hm. Lassen wir das einfach mal so stehen.

Ein Erhebungsinstrument darf nicht ungenannt bleiben – sie mündet in die jährliche KEBÖ-Statistik. KEBÖ haben Sie in Nr. 4 dieser Porträtreihe kennengelernt: Die Konferenz der Erwachsenenbildung Österreichs mit ihren 10 darin vertretenen Erwachsenenbildungs-Verbänden. Aus ihr erfahren wir, dass „von etwa fünf Millionen Teilnahmen gesprochen werden kann. Zwei Millionen fallen davon auf Kurzveranstaltungen. Je länger die Dauer eines Kurses, desto geringer die Teilnahmezahl.“

Das Kapitel für die Situation in Deutschland beantwortet in sechs Abbildungen – mit Quelle „TNS Infratest“ – Fragen zur Teilnahmesituation. Beispielsweise, dass sich die „Weiterbildungsquote seit 1994 im Bereich zwischen 40 und 50 Prozent bewegt, nachdem sie zuvor dank Investitionen … erheblich gestiegen war.“ Aufschlussreich auch die siebte Abbildung – die eingangs erwähnte Bevölkerungsbefragung zur Weiterbildungsbeteiligung nach den zehn gesellschaftlichen Milieus, durchgeführt von Bildungsforscher der Universitäten München und Düsseldorf. Exemplarisch:

Die höchsten Quoten erzielen die Volkshochschulen bei den Traditionssverwurzelten und in der bürgerlichen Mitte; Experimentalisten, Konsum-Materialisten und Moderne Performer weisen die geringsten Quoten auf.

Literaturtipp: Heiner Barz / Rudolf Tippelt (Hrsg.): Weiterbildung und soziale Milieus in Deutschland. Bd. 1-3. Bielefeld : Bertelsmann. DIE spezial.

Dem Textteil entnehmen wir außerdem Erkenntnisse zum Anteil von Frauen und Männer sowie von Ausländer(inne)n und Deutschen mit Migrationshintergrund an der Weiterbildung, ferner zu Strukturen und Teilnahmeverhalten.

Und wie verhalten sich die Lehrenden und das an der Weiterbildung beteiligte Personal? Ist es professionell ausbildet und wird es entsprechend bezahlt? Wir werden sehen … in einem eigenen Beitrag.

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