Referentin Ilona Munique im BIB-Sommerkurs 2009

Nun ist die Reihe an mir, mich im Reigen der Sommerkurs-ReferentInnen vorzustellen. Das nimmt mir jetzt niemand ab. Als Redakteurin und Autorin dieses Weblogs kennen Sie mich bereits schon länger. Zwei weitere Funktionen habe ich, Ilona Munique, im Zusammenhang mit dem BIB-Sommerkurs 2009 in Stuttgart-Hohenheim inne.

Als Referentin des ersten und letzten Tages darf ich Ihnen jeweils eine gute Stunde lang Einführendes zu Instrumenten für das Lobbying erzählen (s. a. gestriges Abstract). Das Referentenleben ist seit 12 Jahren mein Beruf und meine Berufung. Die Kenntnisse zur Erwachsenenbildung, die ich mittels berufsbegleitender Studien vertiefe, vereinen sich perfekt mit bibliothekarischen Inhalten.

Gleich die erste Station, das Bildungszentrum Nürnberg 1984 bis 1985, wies bereits in die mir vorbestimmte Richtung. Als Bibliotheksleiterin war ich 1985 bis 1989 für die Fachbibliothek JaboG 49 im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck und von 1989 bis 1994 für die Marktbücherei Manching eingesetzt. Nach Umzug durch Hausbau war ich ein Jahr für den Büchereiverband Mittelfranken tätig, bevor ich mich als Dienstleisterin in den Sparten Leitbild, Moderation, Fortbildung (und damals noch Werbung) selbstständig machte.

Die in meinem Ursprungsberuf praktizierten Jahre möchte ich nicht missen. Und Tausende von Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Seminare, denen ich seit der Gründung des WEGA-Teams (1996) begegnen durfte, helfen dabei mit, dass ich am Puls des Bibliotheksgeschehens bleibe. Deren Erfahrungen bereichern meine Kenntnisse, und ich gebe alles getreulich weiter – innerhalb Deutschlands, aber auch nach Südtirol und Österreich, wo ich Lehrbeauftragte am Pädagogischen Institut bzw. an der Pädagogischen Hochschule für die schulbibliothekarische Ausbildung bin. Einzel- und Kooperationsprojekte sowie kontinuierliche eigene Fortbildungen erweitern meinen beruflichen wie persönlichen Horizont.

Im BIB-Sommerkurs werde ich mich bis auf die eingangs erwähnten Beiträge ansonsten zu Gunsten unserer (zum Großteil hier bereits vorgestellten) Referentinnen und Referenten zurückhalten. Das ist natürlich auch meiner Funktion als Seminarleiterin geschuldet. Als solche halte ich den Kopf hin, falls es beim BIB-Sommerkurs irgend etwas zu bemängeln gäbe. Doch zusammen mit meiner Kollegin Karoline Weise, die ich kürzlich erst hier vorstellte, wird es bestimmt ein Vergnügen sein, Ihnen eine erkenntnis- und erlebnisreiche Fortbildungswoche zu verschaffen.

Andere haben ein Hobby, sammeln leidenschaftlich Erstausgaben oder kraxeln auf Bergeshöhen. Als Vorsitzende der Kommission für Fortbildung (FobiKom) im Berufsverband Information Bibliothek (BIB) sammle ich Erfahrungen der eigenen Art, sogar geistige Höhen lassen sich erklimmen. Meine Kolleginnen und ich unterstützen seit Neugründung der Kommission im Jahr 2007 mit Materialien, Ideen und Phantasie die Gremien des BIB in deren Fortbildungsarbeit. Wir setzen uns außerdem dafür ein, dass Fortbildung durch entsprechende Qualität einen ihr gebührenden Stellenwert im Bibliotheksgefüge erhält.

Eine Aufgabe, die nie aufhört. Denn Qualität will immer wieder neu erreicht werden. Das gilt auch ganz persönlich. Womit ich noch einmal auf mich zurückkomme.

Mein Berufsleben begann 1981 in München mit der Ausbildung zur Bibliotheksassistentin. Vor 28 Jahren war das noch ein relativ junger Beruf, gerade mal 10 Jahre alt. Heute gibt es ihn in dieser Form so gut wie kaum mehr, und das damals erworbene Wissen ist längst fast vollständig neuzeitlichen Erkenntnissen gewichen. Auch mein zweiter Beruf zur Dtp-Fachfrau, den ich 1997 erlernte, war zu der Zeit noch neu – heute abgelöst von der Mediengestalterin/-designerin, die über die halbautomatisierten Designprogramme von gestern milde lächeln würde.
Zusammen mit der Bibliothekarin geben meine aktuellen Tätigkeiten als Bildungsmanagerin, Lehrende und Beratende das Vollbild einer Erwachsenenbildnerin, wie es heute zwar gelehrt wird, als Berufsbezeichnung jedoch noch nicht überall eingeführt ist. Nun erlebe ich also zum dritten Male die Geburt eines „neuen“ Berufsstandes und freue mich in diesem Zusammenhang auf meine bevorstehende Weiterqualifizierung.

So kenne und liebe ich aus eigenem Erleben das Phänomen des Lebenslangen Lernens. Und weiß, wie es sich (nicht immer so toll) anfühlt, als Erwachsene „gebildet“ zu werden. Lernende und Lehrende zu sein, meine abwechslungsreiche berufliche Vergangenheit sowie meine künftige Rolle als Veranstalterin in eigenen Räumen zeigen mir von jeder denkbaren Position heraus, dass das Leben ungeahnte Seiten und Facetten bietet, verschiedene Rollen und Gesichter zeigt, interessante Fragen und Antworten hat und – dies vor allem! – immer wieder Neuanfänge und Chancen offeriert. Und das ist es, was mich antreibt …

Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. (aus: Albert Schweitzer: Ein freier Mensch)

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