Der 11. BIB-Sommerkurs 2008 (III)

Im dritten und letzten Teil unseres Berichts zum BIB-Sommerkurs 2008 gehen wir auf die Rahmenbedingungen und die besondere(n) Lernform(en) ein, die ein einwöchiger Sommerkurs mit sich bringt. Der Fokus liegt heute auf den Teilnehmenden. Ja, und Referent/innen/en gab’s schließlich auch noch.

(Zur Ausschreibung | Zum Teil I | Zum Teil II | Teil III | Ende)

Rahmenbedingungen der Teilnehmenden

Urlaub oder Dienst?

Von 17 Teilnehmenden nahmen zwei Teilnehmende extra Urlaub (eine nach eigenen Worten „freiwillig“), eine Teilnehmende erhielt Freistellung vom Dienst, und eine setzte Überstunden dafür ein.

13 Teilnehmende (= 76%) konnten sich also den Sommerkurs als normale Dienstzeit anrechnen lassen.

Was wurde bezahlt?

14 Teilnehmende bekamen alles bezahlt. Eine Teilnehmerin erhielt keine Kostenerstattung (lediglich Freistellung vom Dienst). Zwei Teilnehmerinnen mussten komplett für alles aufkommen. Eine Teilnehmerin erhielt zwar alles, jedoch wurde das Tagegeld anteilig gekürzt.

Was sagt der Arbeitgeber zu einer Woche Fortbildung?

Recht unterschiedliches. Während schon auch einmal nachgefragt wurde, ob eine Anreise am Sonntag notwendig sei, gab es auch Arbeitgeber, die ihren Mitarbeiter(n)innen nahelegten, doch statt Urlaub eine Dienstreise (!) zu beantragen.

Einige erzählten uns, dass die Vorgesetzten in der längeren Dauer des Seminars eine Qualitätsgarantie dafür sahen, dass die Inhalte vertiefend, umfassend und mit einer Chance zur Nachhaltigkeit vermittelt werden würden und begrüßten von daher den Fortbildungsantrag ausdrücklich.

Ein weiterer Pluspunkt für eine Genehmigung war, dass zu diesem (noch jungem) Thema „Fordern und Fördern: Mitarbeiterführung in Bibliotheken vor dem Hintergrund leistungsbezogener Bezahlung“ kein ausreichendes Fortbildungsangebot, zumal speziell für Bibliothekar/innen/e, auszumachen war.

Was denken die Teilnehmenden darüber?

Ganz klar ging allerdings auch hervor, dass die Teilnehmenden ein paar Jahre werden verstreichen lassen müssen, bevor sie wieder einen Antrag auf Sommerkursteilnahme stellen werden. Eine Teilnehmerin meinte denn auch, sie müsse es sich schon sehr genau überlegen, ob sie nicht lieber stattdessen drei ihrer Fachangestellten für dieselbe Kostenhöhe zu einer Schulung schicken würde. Das Thema müsse also wirklich sehr auf den Nägeln brennen und zudem anspruchsvoll aufbereitet sein, um eine Teilnahme zu rechtfertigen.

Die Teilnehmenden waren sich jedoch so gut wie einig, dass die Form des Sommerkurses eine besondere Chance zur besseren Gestaltung des Arbeitsplatzes bietet, die der BIB doch bitte schön beibehalten solle. Es wäre jedoch für einige ebenfalls denkbar, dass man alle zwei Jahre eine dreitägige statt einer einwöchigen Veranstaltung anbieten solle, um öfter eine Möglichkeit zur Teilnahme zu erhalten. Wir werden darüber nachdenken …

Zur Lernform des BIB-Sommerkurses

Sich vorstellen.
Lernziel festlegen.
Miteinander warm werden.
Thema einkreisen.
Anreissen.

Abreisen.

So der normale Verlauf eines eintägigen Seminars, oft auch noch mit viel zu vielen Teilnehmenden. Nicht so im BIB-Sommerkurs … (Die Fotos gibt’s am Schluss, und dann ganz viele! Bitte klicken …)

„Übrigens … gestern fiel mir zu unserer Diskussion noch eine ganz wichtige Frage ein“ – die Chance der Fortführung bei einem zweitägigen Seminar.

„Ich habe noch einmal darüber geschlafen und mir Ihre Antworten und Vorschläge durch den Kopf gehen lassen“ – Reflexionsmöglichkeit bei einem dreitägigen Seminar.

„Heute habe ich mich beim Abendessen intensiv mit der Kollegin unterhalten, die hat tatsächlich haargenau das selbe Problem …“ – Vertiefung am Tag Vier.

„Du! Ich WEISS jetzt endlich, wie ich vorgehen werde!“ Ja. Spätestens am fünften Tag landeten die meisten unserer Sommerkursteilnehmenden beim vertraulichen „Du“. Es entstanden Problemlösepatenschaften und „der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“. Außerdem: ein klares Bild von der Zukunft des eigenen Handelns.

Ein Konzept bewährt sich

Das Grundkonzept des Sommerkurses ist denkbar einfach: Zeit haben – Lösungen haben.
Zeit haben, Gedanken zu Ende zu führen. Ein Luxus. Mit dem BIB-Tarif nicht wirklich.

Da die Veranstalterinnen ehrenamtlich arbeiten und sich die Zeit nehmen, jedes Jahr die eierlegende Wollmilchsau aufs Neue zu suchen und zu finden, sprich: günstige Tagungsmöglichkeiten auszuloten, ist die Seminarwoche durchaus im Rahmen des finanziell Möglichen (gemessen an den hohen Tarifen aus der Wirtschaft und auch des öffentlichen Dienstes). Den eigenen und vor allem den guten Willen der Arbeitgeber vorausgesetzt. (Das gerade angesprochene Problem wird im FobiKom-Weblog und natürlich von unserem Verband aus hinreichend thematisiert, daher lassen wir’s an dieser Stelle mal gut sein.)

Stimmen aus dem Off

Mir persönlich hat er (der Sommerkurs) auf jeden Fall jede Menge neue Energie für den Arbeitsalltag gegeben

Fühle mich rundherum wohl

… wie phantastisch die Fortbildung, die Kolleginnen und Kollegen und der ganze Austausch und die gemeinsame Arbeit gelaufen ist. Ich war selten auf einer Fortbildung so begeistert.

Es war eine schöne, interessante, informative, manchmal anstrengende, aber nie langweilige Woche!!!

Und natürlich unser Best-Practice-Tag. Eine wunderbare „Unterbrechung“ und trotzdem eine Exkursion mit fachlichem Hintergrund. Gelungen!!! Ich werde sehr gerne an diese Tage in Freiburg zurückdenken …

Vielen Dank auch Dir für eine wunderbare Woche – auch ohne Hörbuchfassung wird mir das unvergesslich bleiben

Besonders gefallen hat mir die ausgewogene Mischung aus Seminarinhalten und Rahmenprogramm

Die Atmosphäre fand ich super!! Locker, inspirierend – einfach rundrum gut!

Dank und Respekt für die geleistete ehrenamtliche Tätigkeit

Ich habe selten eine so effektive Fortbildung besucht

Puh, könnte man so stehen lassen. Doch wir wollen es nicht verschweigen. Natürlich ist so eine Woche auch anstrengend. Da geht’s zuweilen in die Tiefe, und gerade bei einem Thema zur Personalentwicklung kommt so manches hoch. Es geht um allzu Menschliches, um Selbstzweifel, Eingestehen eigener Schwächen, um eine manchmal schwer zu findende Balance zwischen Forderung und Förderung … ein Spaziergang ist die Woche nicht, eher eine Wanderung.

Zugegeben, ein Übriges tun die geselligen Abende (bzw. Nächte). Wie’s halt so läuft, wenn Bibliothekarinnen und Bibliothekare Auslauf kriegen … Ins Bett stampern wollten wir jedoch niemanden, da hieß es: Augen auf und selbst mit durch! Was haben wir gelacht …!

Und eine letzte Stimme: „Noch mal herzlichen Dank an die Organisatorinnen. Machen Sie so weiter!!“
Wir werden darüber nachdenken. 😉

Referenten und ihre Lernformen formen die Tage

Es wird Zeit, die Referentinnen und den Referenten vorzustellen, denn mit den Teilnehmenden zusammen bilden sie den Dreh- und Angelpunkt des Sommerkurses. Zum Schluss die Lernformen. In Bildern, weil die doch manchmal mehr sagen als Worte …

Referentinnen und Referent

Dagmar Becker

Dagmar Becker

Dagmar Becker, Diplompsychologin mit Zusatzausbildung in systemischer Aufstellung (Haupt- und Personalamt der Stadtverwaltung Freiburg i.Br., Personalentwicklung)

Frau Becker hatte als Hauptreferentin und Übungsleiterin zu „Zielvereinbarung und Beurteilung“ die meisten Tage und die Workshops ausgerichtet. Es ist eine Kunst, über mehrere Tage hinweg alle bei Laune zu halten und sich auf alle(s) zu konzentrieren. Es ist ihr ausgezeichnet gelungen. Nicht zuletzt durch ihren Mix an (Kennen-)Lernformen und Aktivierungseinlagen. (s.a. ihr Foto aus Teil I)

Stimmen aus dem Off:
„Normalerweise bin ich ja nicht so der Fan von Spielen. Aber dann macht’s mir doch wieder Spaß.“
„Absolut positive Grundausstrahlung.“

Reinhard Pehla

Reinhard Pehla

Reinhard Pehla, Diplomverwaltungswirt (FH) (Haupt- und Personalamt der Stadtverwaltung Freiburg i.Br., Personalentwicklung)

Herr Pehla stellte das „Freiburger Modell“ zum Leistungsentgelt vor. Ganz ohne Spiele. Einfach mit Beamer, seiner Stimme und einem gut aufgebauten Vortrag. Auch das ist möglich und absolut zulässig. Und rein über den Inhalt die volle Konzentration wachrufen schafft auch nicht jede(r). Gerne hätten alle länger zugehört. Das Bedauern über das Ende des Vortrags war den Teilnehmenden ins Gesicht geschrieben.

Stimmen aus dem Off:
Schade, dass wir nicht mehr Zeit für seine Ausführungen hatten.“
„Kompetent, freundlich, angenehm – schwierige Materie gut erklärt.“

Kristina Lippold

Kristina Lippold

Kristina Lippold, Diplombibliothekarin (Sächsische Landesbibliothek, Staats- und Universitätsbibliothek Dresden), Vorsitzende der BIB-Kommission für Eingruppierung und Besoldung (KEB)

Frau Lippold gab einen Überblick und ein Praxisbeispiel über die leistungsbezogenen Entgeltbestandteile in TVöD und TV-L. Sie überzeugte sowohl durch die „Kombination aus bibliothekarischer Praxis und Tarifrecht“ (O-Ton Teilnehmerin), als auch durch ihre klare und kompetente Ausdrucksweise. Der gesamte BIB, mindestens aber die FobiKom! blickt voller Stolz auf seine Kommissionskollegin (auf)!

Stimmen aus dem Off:
„Toll, dass sie als Teilnehmerin noch die ganze Woche über da ist.“
„Großer Informationsgehalt trotz knapper Zeit.“

Ulrike Kraß

Ulrike Kraß (rechts)

Ulrike Kraß, Diplombibliothekarin (Stadtbibliothek Freiburg i. Br.), Mitglied der Kommission für Fortbildung (FobiKom)

Frau Kraß sieht sich vermutlich jetzt nicht zum Kreis der Referenten zugehörig. Zumindest war sie nicht als eine solche angekündigt. Doch ihre Fachbeiträge waren mehr als erwünscht. Sie stellte uns ein praktisches Beispiel zur Zielvereinbarung aus der Stadtbibliothek vor. Zusätzlich zu ihrer Organisationsleistung auch noch Input zu geben nenne ich vollen Einsatz zeigen.

Stimmen aus dem Off:
„Also, das Beispiel lässt sich für mich tatsächlich eins zu eins übernehmen!“
„Ich sag’s ja – meine BIB-Kolleginnen – einfach klasse!“ (Ähm, das kam, glaube ich, von mir …)

(Kennen-)Lernformen von A – Z

Innerhalb der „großen“ Lernform des klausurhaften, alltagslosgelösten und zeitgebenden Sommerkurses soll die nachfolgende Bildergalerie einen Eindruck geben, welche verschiedene Lernformen unsere Tage zu formen halfen. Doch trotz eines Plädoyer für Abwechslung bitte darauf achten: bei eintägigen Seminare könnten zu viele verschiedene Lernformen zu Überforderung und Irritation führen.

Wir verabschieden uns jetzt an dieser Stelle von der BIB-Sommerkurs-Serie. Es ist ja auch völlig stimmig, wenn die Teilnehmenden das letzte Wort bzw. Bild erhalten. DANKE allen Soku-Aktivisten für ihren/eueren Einsatz und viel Erfolg beim Umsetzen wünschen Ulrike Kraß und Ilona Munique mit FobiKom-Team und …

… im Namen des BIB, Berufsverband Information Bibliothek. Ein starker Verband!

(Qed)
„Still jetzt. Es ist alles gesagt“ – „Ja, aber die Vorschau Soku 2009?!“ – „Ruhe!!“ – „Wenigstens Erfurt, bittebitte!“ – „Himmel…!!!“ … „Ich mein‘ ja nur … so ’ne günstige Gelegenheit – bei Teil II haben 365 Leute gekuckt!!!“ – „Schnauze jetzt!“ „Bäh, immer werd‘ ich zurückgepfiffen … grummel … derweil will ich doch nur das Beste für den BIB!“ – „Okay, okay, aber erst NACH dem BuB-Artikel. Und geh‘ jetzt endlich einmal früher ins Bett!“ (Bett? Hm. Was meint sie damit? … Chrchrchrchr …)

Aus formatierungsvertrackten Gründen Bildüber- statt unterschrift

1: Ankommen, Präsent sein | 2: Aufmerksamkeit, Zusammenspiel | 3: Bekanntwerden, warm werden | 4: Beobachten, Feedback geben | 5. Bewegen, Disziplinarverfahren (*grins) | 6: Diskutieren, Austauschen | 7: Expertengespräch | 8: Interview, Fragen stellen | 9: Kleingruppenarbeiten | 10: Rollen(Realitäts)spiel | 11. Selbstbetrachtung, Reflexion | 12: Spaß haben, Aktiv bleiben | 13: Workshop | 14: Zuhören, Aufnehmen | 15: Zusammenstehen, aktive Konzentration

P.S.: Die Fotos hätten nach Reihe gegliedert werden sollen. Doch sie tun, was sie wollen. Mit so vielen Bildern scheint WordPress überfordert zu sein. Falls jemand bessere Erfahrung gemacht hat … eine Mail wäre hilfreich. Danke.

Aufmerksamkeit, Zusammenspiel

Bekanntwerden

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