Die Öffentlichen Bibliotheken als unverzichtbarer Bestandteil des Bildungssystems in Bayern
So lautet die Überschrift des Prüfsteins Nr. 2 von insgesamt vier Wahlprüfsteinen (PDF, 100 KB), die den Landespolitikern in Bayern auf den Zahn fühlen wollen. Es ist dies eine gemeinsame Abfrage der jeweiligen Landesvertretungen der Bibliotheksverbände BIB, BBV, VDB und St. Michaelsbund (s. Glossar unten). Auch in anderen Bundesländern gibt es bzw. wird es Wahlprüfsteine geben. Der BIB mit seinen Landesgruppen hat sich dafür seit langem stark gemacht, nun gibt’s kein Halten mehr …
Ein kurzer Auszug aus Wahlprüfstein Nr. 2:
Öffentliche Bibliotheken als integrierte Kommunikations-, Lern- und Kulturorte bedürfen daher einer zielorientierten landesweiten Förderung und Verankerung im Bildungssystem Bayerns.
Wer als Lernort bestehen will, muss auch selbst dazu lernen dürfen. Und das dürfen längst noch nicht alle. Das ist hinlänglich bekannt und wird außerdem bestätigt durch die drei kürzlich durchgeführten FobiKom-Interviews “Fort- und Weiterbildung im Gespräch …” mit Expertinnen aus der Fort- und Weiterbildungsszenerie. Die wir hier aus gegebenem Anlass noch einmal zu Wort kommen lassen wollen.
Sie antworteten auf unsere Frage “Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …” so:
Christa Waltenberg: […] Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.
Margit Rützel-Banz: … dann wünschte ich mir ein größeres Verständnis von Seiten der Vorgesetzten. Oft dürfen MitarbeiterInnen nur zu ganz speziellen und den Arbeitsplatz direkt betreffenden Themenbereichen fahren. Alle Fortbildungen, für die sie sich darüber hinaus interessieren, müssen sie dann selbst bezahlen.
Brigitte Klein: Ich wünschte mir, dass die Träger der Bibliotheken sich besser in die sich ständig verändernden Situationen der Bibliotheken versetzen und damit den hohen Bedarf an Fortbildungen verstehen könnten. Als Veranstalterin sehe ich häufig dieselben Gesichter und weiß von einigen kleineren Bibliotheken, dass diese ihre Leute schlicht aus finanziellen Gründen nicht schicken können. Auch fehlt das Personal, um Schließzeiten aufgrund Fortbildung zu vermeiden, aber auch, die Inhalte von Fortbildungen letztendlich umsetzen zu können.
Horst Köhler, der zwar (noch) nicht von uns interviewt wurde, kritisierte bei der Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) ganz offen das mangelnde Engagement von Unternehmen für Weiterbildung. Offensichtlich also nicht nur im Öffentlichen Dienst ein Thema.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer einem Dankeschön an die hervorragende Aktion unserer Berufsverbände, die diese Wahlprüfsteine konstruiert haben. Wie es der Zufall (?) so will, ist eine derjenigen, die hierbei mit hohem persönlichen Einsatz einiges an Vorarbeit zu den Wahlprüfsteinen geleistet hat, eine unserer Interviewpartnerinnen, nämlich Christa Waltenberg.
De Bayern hoid … wos sog i!
Glossar:
BIB = Berufsverband Information Bibliothek e.V. (der Heimathafen der FobiKom)
BBV = Bayerischer Bibliotheksverband e.V. (Landesverband Bayern im DBV)
DBV = Deutscher Bibliotheksverband e.V.
VDB = Verein Deutscher Bibliothekare e.V.
St. Michaelsbund = Sankt Michaelsbund
Verfasst von FobiKom – BIB-Kommission für Fortbildung