Abstract BIB-Sommerkurs 2012: Frauke Schade

Mai 14, 2012

Die Zukunftsfähigkeit Öffentlicher Bibliotheken hängt heute entscheidend davon ab, wie es ihnen gelingt, die schnellen gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und technologischen Entwicklungen anzunehmen. Den am 15. BIB-Sommerkurs in Bamberg  [Anmeldung bis 01.06.12] eröffnen wir somit mit dem Modul 1: „Wohin führt uns der demografische Wandel?“ Prof. Frauke Schade wirft hier einen Blick auf die Bibliothek der Zukunft. Sie zeigt uns aber auch die Chancen und Grenzen von Milieustudien zur Zielgruppensegmentierung in Bibliotheken.

Frauke Schade

© Foto: Paula Markert

Die Details:

„Gesellschaftliche und technologische Herausforderungen für die Bibliothek der Zukunft“

Die Profilbildung von Öffentlichen Bibliotheken ist mit hohen Anforderungen verbunden. Zu nennen sind:

  • die Vielseitigkeit des Angebots
  • die schnelle Entwicklung immer neuer Medienformen
  • Informationen vervielfältigen und verbreiten sich immer rascher und schneller
  • die Heterogenität der Zielgruppen
  • der differenzierte öffentliche Auftrag
  • die Finanzierungskonkurrenz mit anderen öffentlichen Einrichtungen in der Kommune

Es gilt, sich im Kontext der kommunalen Kultur- und Bildungslandschaft mit einem innovativen Dienstleistungskonzept zu positionieren.

Frauke Schade stellt daher in ihrem Eingangsvortrag „Gesellschaftliche und technologische Herausforderungen für die Bibliothek der Zukunft“ vor. Sie präsentiert dazu aktuelle Ergebnisse aus der Trendforschung. Wir lernen außerdem Methoden kennen, wie neue Trends geortet und bewertet werden. Und Ideen, wie Bibliotheken ihnen begegnen können.

„Chancen und Grenzen von Milieustudien zur Zielgruppensegmentierung“

Hier erfahren wir, welchen Wert differenzierte Milieukenntnisse für die Profilierung von Bibliotheksangeboten haben. Auf welchen Wegen lassen sich aussagekräftige, verlässliche Milieudaten von Bibliotheken kostenfrei oder kostengünstig beziehen? Auf mitunter sehr einfachen, bisher aber wenig bekannten Wegen! – so der Tipp unserer Referentin. Die so gesammelten Daten gilt es, im Zusammenhang mit Bibliotheksdaten wegweisend zu nutzen.

Frauke Schade ist seit 2006 Professorin für Informationsmarketing, PR und Bestandsmanagement am Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Davor war sie Beraterin für interne und externe Kommunikation beim bundesweiten “Kompetenznetz Schlaganfall”, angehängt an der Charité Berlin, Referentin für Medienkultur bei der Stadt Reutlingen sowie Leiterin der Abteilung Veranstaltungen und Ausstellungen, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung bei der Stadtbibliothek Reutlingen. Frauke Schade lebt mit ihrer Familie in Berlin und hat zwei Töchter.

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Zu den Abstracts von Thomas MertinYilmaz Holtz-ErsahinDaniela Meidlinger


Zukunft gestalten in Wien

Mai 20, 2010

Vom 26. bis 28. Mai 2010 findet der österreichische Bibliothekskongress “Die Zukunft gestalten – Chance Bibliothek” in Wien statt. Konsequenterweise wird zu diesem Anlass auch der Fernsehpreis der Erwachsenenbildung verliehen. Sie fragen sich, warum DAS denn?

In Österreich hat man schon lange erkannt, dass die Erwachsenenbildung mit dem Bibliothekswesen eng verbunden ist. So fordert beispielsweise das Curriculum zur zertifizierten Erwachsenenbildnerin der hiesigen Weiterbildungsakademie auch Kenntnisse im Bibliothekswesen und Informationsmanagement.

Weitere Zukunftsthemen des Kongresses widmen sich den Bereichen Öffentliche Bibliotheken und Schulbibliotheken sowie Wissenschaftliche Bibliotheken.


Wahlprüfstein Nr. 2 der Bibliotheksverbände

August 7, 2008

Die Öffentlichen Bibliotheken als unverzichtbarer Bestandteil des Bildungssystems in Bayern

So lautet die Überschrift des Prüfsteins Nr. 2 von insgesamt vier Wahlprüfsteinen (PDF, 100 KB), die den Landespolitikern in Bayern auf den Zahn fühlen wollen. Es ist dies eine gemeinsame Abfrage der jeweiligen Landesvertretungen der Bibliotheksverbände BIB, BBV, VDB und St. Michaelsbund (s. Glossar unten). Auch in anderen Bundesländern gibt es bzw. wird es Wahlprüfsteine geben. Der BIB mit seinen Landesgruppen hat sich dafür seit langem stark gemacht, nun gibt’s kein Halten mehr …

Ein kurzer Auszug aus Wahlprüfstein Nr. 2:

Öffentliche Bibliotheken als integrierte Kommunikations-, Lern- und Kulturorte bedürfen daher einer zielorientierten landesweiten Förderung und Verankerung im Bildungssystem Bayerns.

Wer als Lernort bestehen will, muss auch selbst dazu lernen dürfen. Und das dürfen längst noch nicht alle. Das ist hinlänglich bekannt und wird außerdem bestätigt durch die drei kürzlich durchgeführten FobiKom-Interviews “Fort- und Weiterbildung im Gespräch …” mit Expertinnen aus der Fort- und Weiterbildungsszenerie. Die wir hier aus gegebenem Anlass noch einmal zu Wort kommen lassen wollen.

Sie antworteten auf unsere Frage “Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …” so:

Christa Waltenberg: […] Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.

Margit Rützel-Banz: … dann wünschte ich mir ein größeres Verständnis von Seiten der Vorgesetzten. Oft dürfen MitarbeiterInnen nur zu ganz speziellen und den Arbeitsplatz direkt betreffenden Themenbereichen fahren. Alle Fortbildungen, für die sie sich darüber hinaus interessieren, müssen sie dann selbst bezahlen.

Brigitte Klein: Ich wünschte mir, dass die Träger der Bibliotheken sich besser in die sich ständig verändernden Situationen der Bibliotheken versetzen und damit den hohen Bedarf an Fortbildungen verstehen könnten. Als Veranstalterin sehe ich häufig dieselben Gesichter und weiß von einigen kleineren Bibliotheken, dass diese ihre Leute schlicht aus finanziellen Gründen nicht schicken können. Auch fehlt das Personal, um Schließzeiten aufgrund Fortbildung zu vermeiden, aber auch, die Inhalte von Fortbildungen letztendlich umsetzen zu können.

Horst Köhler, der zwar (noch) nicht von uns interviewt wurde, kritisierte bei der Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. (BDI) ganz offen das mangelnde Engagement von Unternehmen für Weiterbildung. Offensichtlich also nicht nur im Öffentlichen Dienst ein Thema.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer einem Dankeschön an die hervorragende Aktion unserer Berufsverbände, die diese Wahlprüfsteine konstruiert haben. Wie es der Zufall (?) so will, ist eine derjenigen, die hierbei mit hohem persönlichen Einsatz einiges an Vorarbeit zu den Wahlprüfsteinen geleistet hat, eine unserer Interviewpartnerinnen, nämlich Christa Waltenberg.

De Bayern hoid … wos sog i!

Glossar:
BIB = Berufsverband Information Bibliothek e.V. (der Heimathafen der FobiKom)
BBV = Bayerischer Bibliotheksverband e.V. (Landesverband Bayern im DBV)
DBV = Deutscher Bibliotheksverband e.V.
VDB = Verein Deutscher Bibliothekare e.V.
St. Michaelsbund = Sankt Michaelsbund


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