Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Christa Waltenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.
FobiKom: Christa, du bist einmal als ein „Urgestein“ unseres Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) bezeichnet worden.
Nachdem du seit 1990 im Vorstand der Landesgruppe Bayern arbeitest und später die Nachfolge von Karin Holl als Vorsitzende angetreten hast, zeichnest du für zahllose Fortbildungsveranstaltungen für unsere Verbandsmitglieder verantwortlich. All dies neben deiner Leitungstätigkeit in der Juristischen Bibliothek des Verbundsystems der Münchner Stadtbibliothek, für die du ja ebenfalls Veranstaltungen anbietest.
Was macht dich als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?
Christa Waltenberg: Dass ich dabei den Kolleginnen und Kollegen helfen kann, den Bibliotheksalltag zu bewältigen.
Wo siehst du in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?
Waltenberg: Ganz generell braucht es ein stärkeres Bewusstsein für bestimmte Themen. Beispielsweise sollte die Wichtigkeit von IT-Themen und von elektronischen Medien auch für die kleinen und öffentlichen Bibliotheken von den Agierenden erkannt und entsprechende Fortbildungen dazu verstärkt wahrgenommen werden.
Oder auch die Bedeutung von Zielgruppenarbeit und konzeptioneller Arbeit. Das Personal sollte außerdem darauf geschult werden, als Lobbyisten für ihre Bibliothek aufzutreten. Neben den Sachthemen liegt uns als Personalverband ebenso die Entwicklung von „Soft Skills“ am Herzen. Gerade bieten wir eine Fortbildung zur Stimmschulung an. Außerdem müsste mehr Moduldenken entwickelt werden, also Fortbildungen, die aufeinander aufbauen.
Wenn du einen Wunsch frei hättest …
Waltenberg: Bildungsurlaub sollte vom Unterhaltsträger der Bibliothek sowohl gefördert als auch gefordert werden. Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.
Außerdem wünschte ich mir, dass auch mehrtägige Veranstaltungen möglich werden, trotz mangelnder Zeit- und Personalressourcen.
Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?
Waltenberg: Ja. Fortbildung sehe ich als „Wissen aktuell halten, auf vorhandenem Wissen aufbauen“ an. “Weiterbildung heißt für mich, „Neues, Unbekanntes hinzulernen.“ Den Rest des Beitrags lesen »
Verfasst von FobiKom – BIB-Kommission für Fortbildung 