Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Christa Waltenberg

Juli 25, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Christa Waltenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Christa, du bist einmal als ein „Urgestein“ unseres Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) bezeichnet worden.

Nachdem du seit 1990 im Vorstand der Landesgruppe Bayern arbeitest und später die Nachfolge von Karin Holl als Vorsitzende angetreten hast, zeichnest du für zahllose Fortbildungsveranstaltungen für unsere Verbandsmitglieder verantwortlich. All dies neben deiner Leitungstätigkeit in der Juristischen Bibliothek des Verbundsystems der Münchner Stadtbibliothek, für die du ja ebenfalls Veranstaltungen anbietest.

Was macht dich als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Christa Waltenberg: Dass ich dabei den Kolleginnen und Kollegen helfen kann, den Bibliotheksalltag zu bewältigen.

Wo siehst du in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Waltenberg: Ganz generell braucht es ein stärkeres Bewusstsein für bestimmte Themen. Beispielsweise sollte die Wichtigkeit von IT-Themen und von elektronischen Medien auch für die kleinen und öffentlichen Bibliotheken von den Agierenden erkannt und entsprechende Fortbildungen dazu verstärkt wahrgenommen werden.
Oder auch die Bedeutung von Zielgruppenarbeit und konzeptioneller Arbeit. Das Personal sollte außerdem darauf geschult werden, als Lobbyisten für ihre Bibliothek aufzutreten. Neben den Sachthemen liegt uns als Personalverband ebenso die Entwicklung von „Soft Skills“ am Herzen. Gerade bieten wir eine Fortbildung zur Stimmschulung an. Außerdem müsste mehr Moduldenken entwickelt werden, also Fortbildungen, die aufeinander aufbauen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest …

Waltenberg: Bildungsurlaub sollte vom Unterhaltsträger der Bibliothek sowohl gefördert als auch gefordert werden. Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.
Außerdem wünschte ich mir, dass auch mehrtägige Veranstaltungen möglich werden, trotz mangelnder Zeit- und Personalressourcen.

Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?

Waltenberg: Ja. Fortbildung sehe ich als „Wissen aktuell halten, auf vorhandenem Wissen aufbauen“ an. “Weiterbildung heißt für mich, „Neues, Unbekanntes hinzulernen.“ Den Rest des Beitrags lesen »


Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Margit Rützel-Banz

Juli 18, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Margit Rützel-Banz zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Frau Rützel-Banz, Sie sind seit 2003 in der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main / HeBIS für das Kursangebot und die Organisation der Fortbildungen zuständig.

Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Margit Rützel-Banz: Hm, da gäbe es viele Komponenten … besonders glücklich macht es mich, wenn die Themen, die ich anbiete, den tatsächlichen Bedarf decken konnten. Und viele Teilnehmende kenne ich ja noch aus meiner langjährigen Tätigkeit an der Bibliotheksschule in Frankfurt a.M., Fachhochschule für Bibliothekswesen. Wenn diese dann Jahre später wieder in meine Fortbildungsveranstaltung kommen, freue ich mich, wenn ich so zusagen noch ein Sahnehäubchen nachreichen konnte. Es ist auch schön zu erfahren, wenn die Fortbildungen etwas zum beruflichen Weiterkommen beigetragen haben.

Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Rützel-Banz: In einer besseren Absprache und gelegentlichen Treffen mit den Fortbildungsanbietern in ganz Deutschland. Manche meiner Teilnehmer/innen kommen vom Bodenseeraum oder aus Hamburg, und da wäre es doch gut, wenn einige Themen überall angeboten werden könnten und nicht jeder das Rad neu erfinden müsste.
FobiKom: So ähnlich wie das Rent-a-Fobi-Angebot der FobiKom: ein bestimmtes Thema ausarbeiten und allen BIB-Landesgruppen zur Übernahme anbieten, oder?
Rützel-Banz: Ja, etwas in der Art. Und es gab in der Vergangenheit auch schon derartige Ansätze, die aber letztendlich immer im Keim erstickten. Genau so ist das auch mit den Datenbanken. Wissenbringtweiter ist zum Beispiel ein wirklich guter Ansatz. Die Abfragemöglichkeit hat jedoch ein viel zu grobes Raster, so dass man bei der Suche immer genau den Begriff erraten muss, unter der eine Veranstaltung womöglich läuft, sonst findet man nicht alles. Das müsste viel feiner gegliedert sein, und es müssten sich auch mehr an der Eingabe beteiligen.

Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?

Rützel-Banz: Eigentlich keine …
FobiKom: … denn wenn Sie Lücken finden, schließen Sie die wohl selbst?
Rützel-Banz: So ist es. Kürzlich hatte ich eine sehr spezielle Themenanfrage, dazu wurde meines Wissens und meiner Recherchen nach noch nirgendwo etwas angeboten. Es ging um steuerrechtliche Fragen in der Medienbearbeitung. Ich habe mir passende Dozenten gesucht, die Veranstaltung bundesweit angeboten und im Handumdrehen war sie ausgebucht. Sie wurde auch direkt ein Jahr später wiederholt. Sowohl beim Aufspüren von Themenlücken als auch beim Lückenfüllen bin ich natürlich auf Anregung von außen angewiesen. Hier wie bei der Referentensuche hilft mir mein Netzwerk, welches ich in langen Jahren geknüpft habe.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …

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