Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung

Februar 2, 2012

Gestern schrieb ich vom Förderfond des BIB, der überregional abrufbar ist. Andere Unterstützungen hingegen sind länderspezifisch geregelt. Eine prima Suchmaschine zu Fördermöglichkeiten des Deutschen Bildungsservers (IWWB, InfoWeb Weiterbildung) möchte ich wieder einmal in Erinnerung rufen. Wählen Sie Ihr Bundesland, in dem die Förderung in Anspruch genommen werden soll, die Zielgruppe, für die die Förderung gelten soll oder den fördergewünschten Themenbereich. Angezeigt werden neben den zuständigen Stellen und den (Links zu) Regelungen samt Originaltexten auch die nächstgelegene Beratungsstelle. Das ist wichtig, wenn Sie beispielsweise die Bildungsprämie (Prämiengutschein) erhalten möchten.

Ferner enthält die Suchmaschinenseite den Link zum Download der Förderfibel der Stiftung Warentest. Ach, was soll’s … den bekommen Sie jetzt einfach auch hier!


Haltet euch ran fürs Stipendienprogramm!

September 2, 2010

Gute Nachrichten zum Semesterbeginn: Stipendien in monatlicher Höhe von 300 Euro könnten Studierende zu Höchstleistungen reizen. So jedenfalls erhofft es sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit seinem vor einem Monat in Kraft getretenen nationalen Stipendienprogramm für begabte Studentinnen und Studenten.

Was mir persönlich jetzt noch fehlt, das wären finanzielle Hilfen für Studierende im Sinne des europäischen Gedankens und im Sinne lebenslangen Lernens. Denn: meist ist eine Geldspritze mit Bedingungen verbunden, wie zum Beispiel einem Höchstalter, einem Erststudium oder eben eines inländischen Studiums. Lassen Sie uns den Fall einer Selbstständigen Ü40 annehmen (also mit noch 20-25 Jahren beruflicher Tätigkeit vor sich), die im Nachbar-EU-Land Österreich ein berufsbegleitendes Masterstudium der Erwachsenenbildung absolvieren möchte. Da bleibt ihr nur übrig, die Honorare zu erhöhen, denn die ca. 6.000 Euro plus Fahrt- und Übernachtungskosten für Präsenzzeiten wollen irgendwo herein geholt werden. Na, ich glaube schon, dass solche Beispiele öfter vorkommen, als es Vater Staat sich vorstellen kann.


Finanzierung und Förderung von Fortbildung

Juli 12, 2010

Eine Auflistung zur Finanzierung und Förderung speziell für die bibliothekarische Fortbildung (und Weiterbildung – die Grenzen sind zuweilen fließend) hält die Kommission für Fortbildung (FobiKom) parat, zu finden im zuletzt erschienenen BuB-Heft 7-8, mithin ein Schwerpunktheft zum Thema Aus- und Fortbildung. Wer das Heft noch nicht bezieht (BIB-Mitglieder bekommen es übrigens kostenlos), dem sei ein Hüpferer auf unsere BIB-FobiKom-Webseite empfohlen.

Sie finden dort steckbriefartige Angaben zu Förderdatenbanken, Bildungsförderungsprogrammen, Vergünstigungen speziell aus der BIB-Ecke, der Bildungsprämie, usf., sofern sie überregionaler Art sind. Landeseigene Fördermöglichkeiten haben wir ausgenommen. Die Grenzen der Ehrenamtlichkeit … Sie verstehen?

Aber Spaß hat’s doch gemacht, und interessant war es obendrein. Auch für einen selbst. Oder wussten Sie zum Beispiel von dieser Fördermöglichkeit?

Akademikerinnen und Akademiker, auch Migrantinnen und Migranten

Für was? Qualifikation für den Arbeitsmarkt, (Wieder-)Einstieg durch Studienergänzungen und Hochschulzertifikate.
Wie viel? Weiterbildungskosten wie Lehrgangs- und Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung sowie für Kinderbetreuung.
Für wen? Akademiker/innen, auch für Zuwanderinnen und Zuwanderer, die einen Hochschulabschluss in ihrem Herkunftsland erworben haben und Arbeitslosengeld (ALG) I oder II beziehen, in Ausnahmefällen auch ohne ALG-Bezug.
Von wem? Agentur für Arbeit über das von der Bundesregierung geförderte Programm AQUA (Akademikerinnen und Akademiker qualifizieren sich für den Arbeitsmarkt) und AQUA-Migration der Otto Benecke Stiftung e. V.;  ein Programm des Europäischen Sozialfonds für Deutschland des  Bundesministeriums für Bildung und Forschung
Voraussetzung? Geplante Weiterbildungsmaßnahme ist zertifiziert; Teilnehmer/in erfüllt die individuellen Förderungsvoraussetzungen und hat Bildungsgutschein erhalten.
Info? http://www.obs-ev.de/aqua/


Bildungsfinanzierung durch Fundraising

Mai 28, 2010

In Köln findet am 11.6.2010 der 4. Fundraising-Tag der politischen Bildung statt, an welchem Strategien zur Finanzierung von Bildungsprojekten erörtert und vorgestellt werden. Da sich der Bildungsbereich von anderen Non-Profit-Bereichen unterscheidet, erscheint eine eigene Fachtagung für den Wissenstransfer sinnvoll.


Förderfond für BIB-Mitglieder

März 26, 2010

Unglaublich, aber wahr: es gibt Geld und kaum einer will es. So jedenfalls der Eindruck, wenn man die Anzahl derjenigen betrachtet, die sich bisher um einen Anteil aus dem Förderfond des BIB (Berufsverband Information Bibliothek e. V.) bemüht haben.

EIN Antrag ist bisher erst eingegangen. Somit sind für 2010 noch € 2.800.- übrig, die auf Wiedereinsteiger/innen bzw. arbeitssuchende Mitglieder des BIB als Zuschuss für einen Besuch von BIB-Veranstaltungen warten. Für die Jahre 2011 und 2012 sind es jeweils weitere € 3.000,-.

Hier eine Liste der Zuschusshöhe für folgende Veranstaltungen:

  • 10 mal 200 Euro Zuschuss für den Besuch des Deutschen Bibliothekartages, wenn zeitgleich auch Kongress
  • 1 mal 250 Euro für die Teilnahme am BIB-Sommerkurs
  • 10 mal 75 Euro für die Teilnahme an regionalen BIB-Fortbildungen (seit kurzem wieder online: der BIB-Fortbildungskalender; weitere Fortbildungen unter den jeweiligen BIB-Landesgruppen und in den BuB-Heften -> Foyer -> Fortbildungen.)

Und so geht’s:

  • Die Abwicklung erfolgt durch formlosen schriftlichen Antrag an den Bundesvorstand (Finanzvorstand). Das ist seit 18.03.2010 Petra Klotz. Haike Meinhardt (Stand 16.06.2010).
  • Die Auszahlung geschieht in der Regel nach Besuch der Veranstaltung und Einreichung einer Reisekostenabrechnung.
  • Die Gelder werden nach Reihenfolge des Antragseinganges bis zur Ausschöpfung der Mittel ausgezahlt und sind jeweils für die drei genannten Zwecke kontingentiert (keine Übertragung).
  • Eine BIB-Mehrfachförderung für eine Reise ist nicht möglich.

Auf der Vereinsausschusssitzung im Herbst 2011 soll über eine Weiterführung des Projektes “Förderfond” entschieden werden. Derzeit wird der Fond aus dem Etat für “Besondere Aktionen” finanziert.

Also, worauf warten Sie noch? Ach so, Sie sind noch kein BIB-Mitglied. Hm. Schon mal was von unseren fairen Tarifen gehört, die sich innerhalb kürzester Zeit mehrfach wieder auszahlen für Sie?


Bildungsprämie auf 500 Euro gestiegen

Februar 4, 2010

Das ist doch einmal eine wirklich gute Nachricht für alle Fort- und Weiterbildungswilligen, die die Förderbedingungen erfüllen. Die Bildungsprämie, die im Jahr 2009 zunächst bis 154 Euro betrug, erhöht sich in diesem Jahr auf maximal 500 Euro bzw. die Hälfte der Weiterbildungskosten. Vorher jedoch muss eine Beratungsstelle aufgesucht werden. Info unter der kostenlosen Rufnummer 0800 2623 000.

Auch die Kommission für Fortbildung im BIB hat sich als Fortbildungsveranstalter registrieren lassen, um die Prämiengutscheine, die die Teilnehmer(inn)en zu den Fortbildungen der BIB-Landesgruppen mitbringen, einzureichen. Tja, leider ist das bisher noch nicht vorgekommen. Das heißt, hier wird bares Geld verschenkt. Oder die bisherigen Teilnehmenden müssen mehr als 25.600 Euro versteuern. Damit würden sie zu viel verdienen, um in den Genuss der Prämiengutscheine zu gelangen.


Porträt Weiterbildung Deutschland und Österreich (2)

Juli 31, 2009

In Deutschland schwankt das Engagement, “… was Förderung und Ordnung der Weiterbildung angeht, ist aber insgesamt rückläufig”. Diese bittere Wahrheit erfahren wir aus dem roten Bändchen Porträt Weiterbildung Deutschland (s. a. gestrigen Beitrag). Ekkehard Nuissl und Peter Brand konstatieren im zweiten Kapitel “Historische Entwicklung” schonungslos, was sie nachfolgend im fünften Kapitel “Finanzierung” mit Hilfe zweier Schaubildern auch belegen können.

Obwohl sich die Teilnahmequoten in den letzten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts verdoppelt hat und die Zahl der Einrichtungen und Trägerorganisationen wuchs, werden die direkten Kosten der Weiterbildung zunehmend auf die Teilnehmenden bzw. auf private Schultern gelegt. Und verringert sich dementsprechend die öffentliche institutionelle Förderung. Das gilt im besonderen Maße für Volkshochschulen.

Geflecht der Finanzierung von Weiterbildung

Doch ist das ganze Geflecht um die Finanzierung und das Volumen von Weiterbildungskosten viel komplizierter, als dass man es mit dem einfachen Etikett “Rückläufigkeit” versehen könnte. Wer was wann und für wen ausgibt, ob Bund, Länder, Gemeinden, Betriebe oder Teilnehmende …, ob Bildungsprämien, Qualifizierungsschecks, Zuschüsse zu bestimmten Maßnahmen oder Teilnahmegebühren …, ob vorfinanziert als Darlehen, nachfinanziert bei der Abrechnung der Einkommenssteuer oder als verdeckten öffentlichen Etat im Ressort “Verwaltung” …, ob für Hartz IV-Empfänger, subventionierte VHS-Teilnehmende, weiterbildungsungewohnte Arbeitnehmer/innen oder für gering qualifizierte Menschen …, die Hintergründe zu den Anteilen der gebenden und den Ausgaben der nehmenden Hände auf viereinhalb DIN-A5-Seiten erklärt verdient allen Respekt!

Die Kosten der Weiterbildung

Es wäre nun an der Zeit, ein paar Zahlen zu nennen. Doch wie lässt sich eine genaue Summe für die Weiterbildung errechnen, die sich aus vielen Einzelquellen speist und deren Abgrenzung zu den verschiedenen Bildungsbereichen nicht immer ganz einfach ist? Also gut. Einen kleinen Anhaltspunkt aus dem Büchlein. Die Weiterbildung erhielt vom “öffentlichen Bereich” auf “direktem Wege” 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2006. “Im gleichen Umfang wurden Maßnahmen über die BA [Bundesagentur für Arbeit] gefördert.”

Werfen wir einen Blick auf unser Nachbarland. Im Porträt Weiterbildung Österreich von Werner Lenz offenbaren sich ebenfalls bittere Erkenntnisse. Nämlich, dass über den finanziellen Weiterbildungsaufwand “keine klaren Aussagen oder Erhebungen vorliegen”. Auch hier trotzdem ein kleiner Anhaltspunkt. So beziffert eine Unternehmensberatung im Jahr 1997 laut ihren Berechnungen 1,09 Milliarden Euro. Eine andere Studie, aufgegeben von der Industriellenvereinigung, nennt 360 Millionen Euro. Aktuell [d. i. 2005, dem Erscheinungsjahr der zweiten Auflage] wird  von 850 Millionen Euro gesprochen, inklusive etwa 346 Millionen Euro indirekter Kosten. Und am Ende des Kapitels heißt es, dass sich die Aufwendungen für Weiterbildung im Jahr 2004 bei 3 Milliarden Euro beweg(t)en. Hm. Nun ja.  Das sagt uns jetzt nicht wirklich viel. Greifbarer wird’s dadurch, dass wir erfahren, dass der Anteil der Weiterbildungskosten gemessen am gesamten Personalaufwand 1,3 Prozent beträgt. Im europäischen Vergleich (EU-15) liegt Österreich damit an drittletzter Stelle, so Lenz.

Wie auch für Deutschland lässt sich feststellen: Erwachsenenbildung ist eine “Mischfinanzierung”, “die Geldströme sind zu wenig überschaubar” und last but not least: Bildung wird zu einem “kost-”baren Gut.

Dass die Finanzierung der öffentlichen Hand dabei auf der Basis von Gesetzen beruht, versteht sich. Auch diesem Aspekt zollt ein eigenes Kapitel Rechnung. Dazu später mehr.


Kosten senken mit der Förderdatenbank

Juli 1, 2009

Wer in welchem Bundesland förderberechtigt ist und für welchen Bereich zu welchen Konditionen eine Finanzhilfe greifen könnte, das lässt sich blitzschnell und unkompliziert durch die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ermitteln.

Alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union sind durch eine Schnellsuche aufrufbar nach:

  • Förderberechtigten (z. B. Privatperson)
  • Förderart (z. B. Zuschuss)
  • Fördergebiet (z. B. Bayern)
  • Förderbereich (z. B. Aus- und Weiterbildung)

Foerderdatenbank

Ein weiterer Klick auf einen der (in meinem Beispiel 13) ermittelten Fördertitel (z. B. Bildungsprämie …) offeriert über drei Reiter:

  • eine zusammenfassende Übersicht (z. B. über die Voraussetzungen, die Art und Höhe der Förderung und das Antragsverfahren etc.),
  • die der Förderung zugrunde liegenden detaillierten Richtlinien,
  • eine Checkliste, ob die wichtigsten Voraussetzungen des Förderprogramms vom Förderanfragenden erfüllbar sind,

sowie die Kontaktdaten des Ansprechpartners und weiterführende Informationen (rechte Spalte)

Fazit: eine übersichtliche und gut verständliche Hilfe für alle, die eben mal rasch – und dann doch vertiefend – wissen wollen, wie der Geldbeutel geschont werden kann.

Positiv ist zu vermerken, dass das Bundesministerium diese Förderdatenbank schlauerweise breit bewirbt und zum Beispiel unter meinestadt.de angemeldet hat.


Lebenslanges Lernen – unterfinanziert

Juni 26, 2009

bildungsklick.de referiert die Kritik von Frau Süssmuth, dass vielerorts zwar die Bekenntnisse zum lebenslangen Lernen sehr verbreitet, die Bereitschaft zur Finanzierung von Bildungsmaßnahmen aber gering sind.

“(…) schmerzt es mich persönlich, dass all unseren Bemühungen zum Trotz das Verständnis und die Bereitschaft zur Finanzierung von Lebenslangem Lernen bis heute kaum gewachsen ist.


Einigkeit in der bayerischen Erwachsenenbildung

Februar 18, 2009

Die Träger der Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung (AGEB)* sind sich (sicherlich nicht nur) in Bayern einig. Mehr als das 6-fache an Mittel soll der Staat, sprich: Horst Seehofer, für die Mitfinanzierung in die Erwachsenenbildung locker machen. Statt 3 also 20 Millionen Euro.** Oder wissen Sie noch, was 1990 passierte? Na, wenn da nicht gerade der Mauerfall vorüber und eines meiner Patenkinder geboren wäre … ich wüsste es nicht mehr genau. Genau so verjährt ist das Niveau der Mittel, das seit 1990 nicht mehr angehoben wurde. Kann man doch glatt vergessen …

*Sicherlich keine 7 Zwerge: die in der Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Bayern (AGEB) zusammengeschlossenen Träger von Erwachsenenbildungswerken (siehe AGEB-Broschüre. PDF, 928 KB):

  • Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern e. V.
  • Bayerischer Volkshochschulverband e. V.
  • Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes
  • Bayerischer Volkshochschulverband e. V.
  • Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.
  • Bildungswerk der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in Bayern e. V.
  • Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Bayern e. V.

Sie halten ein Angebot bereit, dass von über 6 Millionen Menschen genutzt wurde. 1974 waren es noch 1,4 Millionen Teilnehmende. Nicht nur die Bildungsaufgabe vereint diese sieben ehrenamtlichen Träger, sondern allesamt haben sie ein Qualitätsmanagement-System eingeführt.

Kostendeckend kann keiner der Träger laut öffentlichem Auftrag arbeiten, denn das würde einkommensschwache Bildungswillige ausgrenzen. Also ist der Staat gefordert. Der sich vornehm zurückhält und lieber in Schrott investiert. Zinsen bringt DAS sicher nicht.

** lt. dpa-Meldung im Bamberger FT, 17.02.09


Ab Herbst rechnet sich Fortbildung doppelt

Juli 20, 2008

Der Lohn der Fortbildungsmühen lässt zuweilen auf sich warten, doch Bildung rechnet sich bekanntlich immer. Nur – oft bräuchte es etwas früher die notwendigen Mittel, um Bildung bezahlbarer zu machen. Freuen Sie sich deshalb auf den Herbst – die Bildungsprämie steht bereits im Startloch. Gering- und Mittelmaßverdiener können bald ihr Haushaltsloch stopfen.

Konkret: wer mit weniger als einem zu versteuernden jährlichen Einkommen von € 17.900,- (das Doppelte bei Verheirateten) auskommen muss, erhält eine maximale (!) Prämie von € 154,-, um 50 Prozent der Seminarkosten zu finanzieren.

Tipp: Schlaue Fort- und Weiterbildungsanbieter/innen weisen in ihren Ausschreibungen auf die Möglichkeit der Bildungsprämie hin.

Interessant in diesem Zusammenhang die Nennung einer Bagatellgrenze von 30 EUR. Seminare, die weniger kosten, werden nicht mit einem Zuschuss unterstützt. Vielleicht ist dann langsam Schluss mit Dumping-Honoraren für eine hohe Anzahl von Referentinnen und Referenten. Bis sich das allerdings ändert (siehe Debatte zum Mindestlohn), kommen diese wenigstens gleichfalls in den Genuss geförderter Weiterbildungen für den eigenen Bedarf.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist, dass aus den angesparten vermögenswirksamen Leistungen vor Ablauf der Sperrfrist von sieben Jahren förderungsunschädlich Geld entnommen werden kann. Wer also Großes vorhat, der greife beherzt auf seine hohe Kante und hole sich sein Erspartes, bevor es sich die Inflation holt. In Bildung ist das Schlummergeld allemal besser angelegt.

Und was ist mit all denen, die besser und noch besser verdienen? Verdienen die denn keinen Bildungskostenzuschuss? Aber ja, und warum auch nicht! Das ist ähnlich wie beim Freibier, das freut doch alle – arm wie reich! ;-)

Besserverdienende profitieren immerhin von Weiterbildungsdarlehen (ähnlich Studienkrediten), die sogar ohne Kreditwürdigkeitsprüfungen vergeben werden.

Mit all diesen (und weiteren) Maßnahmen will die Bundesregierung bis 2015 im Rahmen ihrer “Konzeption zum Lernen im Lebenslauf” (Lebenslanges Lernen) erreichen, dass sich 50% aller Berufstätigen einmal im Jahr eine Fort- und Weiterbildung gönnen.

Das hilft dem Land, denn Bildung rechnet sich … immer!

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

P.S.: Wir förderten zwar ein österreichisches (PDF, 156 KB), nicht jedoch ein deutsches Antragsformular zutage. Wem etwas über den Weg laufen sollte – wir freuen uns auf einen entsprechenden Kommentar oder eine E-Mail-Nachricht. Ansonsten: wir bleiben dran und melden uns …


Publikation “Beruf Bildung Zukunft” der BfA

Juli 3, 2008

Brandneu – und auf dem ersten Blick eine attraktive Broschüre mit gehaltvollem, informativen Inhalt. Erst ab S. 60 <von 68> dann die Eigenwerbung der Bundesagentur für Arbeit. Deshalb vermelde ich die Publikation hier sofort und noch ohne vertiefte Prüfung im Bezug auf bibliothekarische Relevanz. Das muss warten – außer diesen Blog gibt es schließlich noch andere Arbeit, die getan werden muss ;-)
Wer Lust UND Zeit hat, darf gerne eine richtige Rezension erstellen und hier als Kommentar posten.

Weiterbildung – ein Leben lang / Hrsg. Bundesagentur für Arbeit. – Reihe Beruf Bildung Zukunft (BBZ). Informationen für Arbeitnehmer/innen, Ausg. 2007/2008. – 68 S.: Ill., graph. Darst.
via Deutscher Bildungsserver | Download (PDF, 1,2 MB)

Aus dem Inhalt:

  • Welche Weiterbildung passt zu mir? (z.B. Weiterbildung zur Anpassung, Studieren ohne Abitur, Wissenschaftliche Weiterbildung, …)
  • Viele Wege führen zum Ziel (Überblick der Lernformen, Lernen nach Plan, E-Learning, Blended Learning, Fernunterrricht, Bildungsurlaub, Sabbatical)
  • Recht und Förderung (und Finanzierung, Bildungsurlaub, Ausland, …)
  • Durchblick im Weiterbildungsdschungel (Entscheidungshilfen, Weiterbildungstests, …)
  • Stichwortverzeichnis (eher eine Seltenheit in Broschüren)



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