Abwertung der dualen Ausbildung

November 2, 2011

Stufe 4 statt Stufe 5 für eine dreijährige Lehre in Deutschland, so SPON. Und damit weniger wert als das Abitur. Deutschland isoliert sich mit dieser Eigenbewertung innerhalb des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) – mit negativen Auswirkungen auf den (deutschen) Gebrauch des Europasses! Können wir uns das im Hause Europa leisten? Offensichtlich ja, wenn es nach den Kultusministerien geht. Konkret heißt das, dass eine deutsche Bewerbung im Ausland im Vergleich der länderspezifischen Abschlüsse schlechter wegkommt. Hm, vielleicht ist diese isolierende Bildungspolitik ja in Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel in Deutschland so gewollt?

Auch für die Weiterbildung haben die Einstufungen innerhalb des Deutschen (DQR) bzw. nachfolgend Europäischen Qualifikationsrahmens ihre Auswirkungen. Vor allem bei der Einstufung formaler wie nonformaler Kompetenzen ist Klärungsbedarf angesagt. Welche Kompetenzfeststellungen und -anerkennungen sind anwendbar? Beispielsweise ist das ProfilPASS-System ein Kompetenzmessverfahren, entwickelt von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) zur Sichtbarmachung persönlicher Kompetenzen.


Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB)

Oktober 16, 2010

Im Rahmen der 331. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) haben der Bund und die Länder zur Verbesserung der Koordinierung internationaler Bildungsvergleichsstudien das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) mit Sitz in München gegründet.

[via bildungsserverBLOG]


Deutscher Qualifikationsrahmen – Quo vadis?

Februar 25, 2010

Vor genau einem Jahr wurde er vorgelegt: der Diskussionsvorschlag Deutscher Qualifikationsrahmen für Lebenslanges Lernen, DQR, entwickelt von der Bund-Länder-Koordinierungsgruppe und dem Arbeitskreis “Deutscher Qualifikationsrahmen” (DQR).

EQR und DQR

Mit Hilfe oben genannter nationaler Regelungen soll bis 2010 in allen Ländern der EU der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) umgesetzt werden. Auf Grundlage dieses Referenzrahmens lassen sich dann die individuellen Lernleistungen europaweit vergleichen. So könnten beispielsweise die vielen verschiedenen Aus- und Weiterbildungsabschlüsse im bibliothekarischen Bereich, die nicht nur bereits im eigenen Land für Verwirrung sorgen, künftig besser eingeschätzt und die personelle Einstellung auch ausländischer Kolleginnen und Kollegen erleichtert werden. Eine höhere Mobilität wäre die logische Folge.

Die 8 Niveau-Stufen

Aber auch für Teilnehmende an teuren Qualifizierungsmaßnahmen lohnt sich künftig ein Blick in den EQR, um auszuloten, ob ihr Abschluss zum Beispiel in Form einer Bescheinigung oder eines Diploms, eher dem Niveau eines Bachelors oder dem eines Masters entspricht. Der EQR sieht acht Stufen in seiner Matrix vor: vom Niveau 1 “Pflichtschule ohne Abschluss; Allgemeinwissen und Basisfertigkeiten” bis hin zum Doktor-Niveau der Stufe 8, die u. a. “Führende Expertentätigkeiten in hoch spezialisierten Berufstätigkeiten” aufführt.

Auch Lernergebnisse zählen

Und das ist der eigentliche Clou an der Geschichte: künftig sollen nämlich auch Lernergebnisse, unabhängig von allem, was informell oder formell gelernt wurde und unabhängig von Lernform, Bildungsgang und Berufserfahrung, in den EQR eingeordnet werden können.

Und um Einordnung geht es jetzt auch ganz aktuell für die Bund-Länder-Koordinierungsgruppe und dem Arbeitskreis DQR. Ausgewählte Qualifikationen aus dem Deutschen Bildungssystem werden derzeit innerhalb einiger exemplarischer Berufs- und Tätigkeitsfelder probeweise zugeordnet: es sind dies Metall/Elektro – Handel – Gesundheit – IT-Bereich. Der Bildungsbereich fehlt leider, wie schade.

Quo vadis, DQR?

Das würden wir gerne wissen, auch von unseren Politikern. Immerhin hat der DQR mit ein paar warmen Worten Eingang in den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP gefunden.

Nach 2012 sollen alle “ausgestellten Qualifikationsbescheinigungen, Diplome und EUROPASS-Dokumente einen klaren Hinweis auf das zutreffende Niveau des EQR enthalten.”

Es bleibt spannend in Europa und spannend in der Bildungsdiskussion. Es war ein weiter Weg, aber er lohnt sich.


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