Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Gabriele Freudenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.
FobiKom: Frau Freudenberg, wir begegneten uns zum ersten Male zu den Zeiten, als Sie ein engagiertes Interesse gegenüber den Diensten der ehemaligen KIFA, der BIB-Kommission zur Information von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste und Assistenten, hatten. Heute darf ich Sie um ein Interview bitten. Sie sind seit 1990 Beauftragte für Aus- und Fortbildung in der Deutschen Nationalbibliothek am Standort Leipzig, in der Sie seit 1967, also fast ein ganzes Berufsleben lang, gearbeitet haben.
Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?
Gabriele Freudenberg: Wenn die Fortbildungsteilnehmenden aus unserem Hause zufrieden sind und sich der Zeitaufwand und auch die Kosten gelohnt haben. Vor allem freut es mich, wenn Kolleginnen und Kollegen, die sich zunächst nicht so recht getraut hatten, eine Fortbildung zu besuchen, hinterher erleichtert bestätigen, dass sie persönlich profitiert haben.
FobiKom: Woran liegt es denn Ihrer Einschätzung nach, wenn sich die Kollegin oder der Kollege zunächst nicht zu einer Fortbildung entschließen konnte?
Freudenberg: Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die zu selten die Gelegenheit wahrnehmen, sich mit anderen fachlich auszutauschen. Ein Veränderungsbedarf und die Notwendigkeit, sich beruflich weiterzubilden, sich auf dem Stand des Fachwissens zu halten, ist daher für diese nicht immer so offensichtlich. Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und des Wissensstandes erfolgt dann eher unreflektiert. Doch selbst bei “einsamen” Beschäftigungen wie Titelaufnahme, die man glaubt, nach vielen Jahren im Griff zu haben, ist eine Fortbildung hin und wieder notwendig.
Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?
Freudenberg: Ich beobachte, dass es sehr viele Anbieter von Fortbildungen gibt. Um einen Überblick zu bekommen, muss man sich die Informationen aus der Fachpresse, in bib-info.de, über die FobiKom, usw. zusammensuchen. Es wäre schön, wenn man das alles besser koordinieren könnte, so wie früher im Fortbildungskalender des DBI [Anmerk.: Ehemaliges Deutsches Bibliotheksinstitut in Berlin].
FobiKom: Ist für Sie die Datenbank im Fortbildungsportal wissenbringtweiter.de des Kompetenznetzwerkes für Bibliotheken, knb eine Alternative?
Freudenberg: Oh ja! Ganz bestimmt. Wobei ich mich frage, ob inzwischen mehr Anbieter von dieser Möglichkeit der Fortbildungsmeldung und der Suche Gebrauch machen als zu Beginn und ob da auch immer so konsequent alles vereint ist. Ich denke, man müsste das Portal noch viel mehr publik machen.
FobiKom: Zuletzt ist das ja eindrücklich geschehen während des 97. Deutschen Bibliothekartags in Mannheim 2008, als die Mitarbeiterinnen des knb trommelwirbelnd durchs Haus liefen und auf ihre Standaktion eines Preisrätsels sowie auf ihre Dienste aufmerksam machten.
Freudenberg: Ja, das war eine gute Idee. Ich denke aber doch, für die regionale Suche wäre es unbedingt notwendig, wenn sich auch die Fachhochschulen verstärkt zur Eingabe von Fortbildungsveranstaltungen aktivieren ließen.
[Anmerk. FobiKom: Im Protokoll (PFD, 118 KB) der Sitzung vom 31.03.2008 der Kommission für Aus- und Fortbildung im Bibliotheksverbund Bayern (BVB), wurde festgehalten, dass eine Anfrage zur Einspeisung der bayerischen Fortbildungsdatenbank ins Kompetenznetzwerk vorgenommen werden soll.]
FobiKom: Wo wir gerade beim Vermissen sind …
Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?
Freudenberg: Keine. Wenn man lange genug recherchiert, sind alle Themen vertreten.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten … Den Rest des Beitrags lesen »
Verfasst von FobiKom – BIB-Kommission für Fortbildung 
