#bibtag12 Nachlese (1) | VA-Sitzung

Juni 4, 2012

Heute beginnt unsere Nachlesereihe zum vergangenen Bibliothekartag in Hamburg. Petra Häuslbauer und ich werden sie bestücken. Zunächst also ein paar TOPs aus der Vereinsausschusssitzung (VA), mit der die ereignisreiche Woche traditionell für uns BIB-Aktive beginnt. Neben den üblichen Regularien und den Vorbereitungen zur kommenden Mitgliederversammlung (Stichwort “Zukunftsforen”) erfolgten im TOP 3 die Sachstandsberichte des Bundesvorstandes.

a) Kooperation mit Buchmesse und formeller Beschluss über weitere Zusammenarbeit.
Nach Diskussion wurde von der FobiKom der Antrag gestellt, der Kooperationsvereinbarung zwischen BIB und der Ausstellungs- und Messe GmbH des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zuzustimmen. In der folgenden Probephase (2012 und vorbereitend 2013) wird die Zusammenarbeit erprobt und dann weiter festgeschrieben. Dabei noch offene Fragen wie die der Kriterien einer BIB-Zertifizierung der Fachbesuche als Fortbildung lassen sich dabei sicherlich noch weiterreichend beantworten. Wer an der “Blauen Stunde” am BIB-Stand dabei war, hat die Unterzeichnung der Vereinbarung, mithin die Inhalte, mitbekommen.

Um den Dialog auch ganzjährig weiter zu führen, werden beide Vertragspartner sich unabhängig von den Veranstaltungen zu Besprechungen treffen, die über grundsätzliche Fragen der Zusammenarbeit geführt werden. Die FobiKom ist mit einer Ansprechpartnerin, unserem derzeitigen Arbeitsgast Karin Klingbeil, mit eingebunden.

Die Ansprechpartnerin der Frankfurter Buchmesse, Sandra Song, hat dem Vereinsausschuss mittlerweile darüber informiert, dass das Börsenblatt den Bibliothekartag aufgenommen hat. Dies also bereits ein konkretes Zeichen verstärkter Zusammenarbeit.

b) Kooperation mit dem VDB

Keine Fusion, jedoch ebenfalls eine verstärkte Zusammenarbeit können sich beide Vorsitzende, Kirsten Marschall vom BIB und Klaus-Rainer Brintzinger vom vdb, aktuell vorstellen. Bereits seit 1973, so Brintzinger, wären erste Gespräche dazu erfolgt, wie er nach einem Blick in die Geschichte der Verbände herausgefunden hat. Zum 100. Bibliothekartag in Berlin wurde ein erstes Kooperationspapier unterzeichnet. Mitglieder beider Verbände profitieren konkret von der Preisbegünstigungsklausel. Fürderhin sollen Felder ausgesucht werden, auf denen stärker zusammengearbeitet werden kann. Augenblicklich gibt es deren drei:

1. Die gemeinsame Mitgliederverwaltung durch die BIB-Geschäftsstelle. Moderne Programme machen möglich, was vor längerer Zeit gut gedacht, technisch jedoch kläglich gescheitert ist. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch daran.

2. Öffentlichkeitsarbeit und Mitgliederwerbung. Tun sich schon wir “Bibliothekswesen” schwer mit der Unterscheidung mehrerer Verbände, wie muss das erst in der politischen Welt daher kommen. Die Außendarstellung von Bibliotheks(personal)interessen muss klarer und verständlicher werden. Wie, darüber wird zu beraten sein. Nicht im Alleingang, sondern nur gemeinsam sind und wirken wir stark!

3. Gemeinsame Zeitschrift. Dazu kann ich derzeit nichts weiter sagen, es stand als Schlagwort im Raum. Die FobiKom-Mitglieder haben sich natürlich am folgenden Tag in der Arbeitssitzung dazu Gedanken gemacht. Ich hoffe, Monika hat gründlich Protokoll geführt, und sobald uns unsere Gedanken ordentlich schwarz auf weiß und somit wieder vor unserem inneren Auge stehen, werden wir diese Gedanken zurück in die VA spiegeln. Denn wenn ich hier von den Vorsitzenden schreibe, heißt das noch lange nicht, dass das alles in Stein gemeißelt ist. WIR – Vereinsausschuss und die Mitglieder(versammlung) gestalten den Verband, nicht alleine unsere Vorsitzenden. Und das ist gewollt so.

Wichtig ist – und ich lasse noch einmal den zur VA geladenen Gast zu Wort kommen – eine Win-Win-Situation für beide Verbände, die Herr Brintziger “step-by-step” nahen sieht, und zu einer Zeit, die dafür reif sein will. Welche Aufgaben auf welcher finanziellen Basis teilen wir uns oder erfüllen wir gemeinsam? Wie kommen wir praktisch weiter? – so seine Fragen. Außerdem muss der Blick auf Bibliothek und Information gerichtet sein und nicht auf Sparten. So ist der Bibliothekartag der Tag der Personalverbände – und dieser ist in der Folge noch zu gendern. Auch sollen gemeinsame Sitzungen der beiden Verbände, wie auch früher schon geschehen, wiederbelebt werden.

c) Neue Zielgruppe “Young Professionals”. Hier fordert Kirsten Marschall ein konzertiertes Vorgehen des Bundesvorstandes und der Fachkommissionen. Es könne nicht angehen, dass wir dem Nachwuchs sagen, wie er seine Zukunft in die Hände zu nehmen hat. Die Jungen mit einzubeziehen, das ist ja auch der Anspruch, den die FobiKom hat und durch gezielte Ansprache erreicht hat. Denn Fortbildungsinhalte und -formate können nicht wir Älteren maßgeblich bestimmen, da würden wir an den tatsächlichen Bedarfen vorbei gehen.

TOP 6. Auflösung der Kommission für Bibliothekspolitik

Bibliothekspolitik ist Ländersache. So könnte man es auf einen kurzen Nenner bringen. So die Länder eine Hilfestellung in eigener Sache benötigen, ist der Bundesvorstand gefordert. Er wird sich die entsprechenden Experten heranziehen, um den anfragenden Ländern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, falls er es nicht alleine leisten kann. Denkbar etwa, wenn ein Positionspapier zu einer bestimmten Frage (Sonntagsöffnung, Bibliotheksgesetz, Ausbildung, etc.) gewünscht wird. Das kann man schwerlich einer einzigen Kommission antragen, deren Mitglieder jeweils neu in die Gepflogenheiten und Problematiken des jeweiligen Landes und seiner entsprechenden Bibliothekspolitik eintauchen müsste. Insofern war die Auflösung einer Kommission eine dem Föderalismus geschuldete Sache. Ich kann das gut nachvollziehen. Denn auch unsere Fortbildungskommission stößt zuweilen an diese Grenze. So können wir nicht jedem Bundesland einzeln einen Nachweis erbringen, wenn es um einen etwaigen Bildungsurlaubsanspruch für den BIB-Sommerkurs geht. Zu verschieden ist die Verfahrensweise, und zu begrenzt ist hier der ehrenamtliche Einsatz.

TOP 7. Sachstandsbericht der Kommission für Ausbildung und Berufsbilder zum Fachwirt

Karin Holste-Flinspach, die Vorsitzende der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder, hat den VA aufgeschlaut in Sachen Weiterbildung für FaMIs, derer es derzeit vier Möglichkeiten gibt. Doch das hebe ich mir für einen späteren Artikel auf. Also, dran bleiben!

Wichtig war dieser TOP auch im Hinblick darauf, dass ein neues Positionspapier notwendig wird. Bekanntermaßen hat der BIB den Fachwirt vormals abgelehnt. So versprach unsere Bundesvorsitzende, dass noch in diesem Jahr eine Neubewertung vorgenommen wird und dies keinerlei Aufschub mehr dulden würde. Sie sieht sich als Personalverbandsvorsitzende in der Verantwortung, die Diskussion wieder zu beleben und für Klarheit zu sorgen. Nun, hier steht’s. Also nicht mehr zu vergessen. Wir bleiben dran.

Dran bleiben … das soll mein Schlusswort sein. Einmal mehr bewundere ich all diese Ehrenamtlichen, die versuchen, an allem, was den Mitgliedern wichtig ist oder sein sollte, dran zu bleiben. Wenn mal etwas nicht so klappt oder ankommt, wie es sollte: vergessen wir dabei nicht das hohe und freiwillige Engagement all dieser wunderbaren Bibliothekswesen, die sich hier in dieser VA ihrer Verantwortung stellen. 

<< #bibtag12 Nachlese”, unsere Abgesangreihe rund um den 101. Deutschen Bibliothekartag in Hamburg 2012 >>


Lernen, was in Hamburg stattfand

Juni 1, 2012

Jene, die letzte Woche in Hamburg beim 101. Deutschen Bibliothekartag waren, konnten nicht bei allen Veranstaltungen dabei sein (die Klage wurde auf Twitter öfter geäußert). Und jene, die gar nicht in Hamburg waren, sind sicherlich ebenso neugierig. Also: Es war versprochen, dass die Präsentationen derjenigen Referentinnen und Referenten, die ihre Folien auf den BIB-OPuS-Server hochladen, am 01. Juni verfügbar gemacht werden, et voilà: 76 sind jetzt zugänglich! Stöbern Sie wie gewohnt entweder nach Namen oder nach Themen!


Rückblick auf den #bibtag12

Mai 25, 2012

Akteurinnen und Akteure, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gerade auf dem Weg nach Hause und jede/r hat einen anderen Blick, andere Erlebnisse, anderes, was sie/er gelernt hat. Und jene, die zu Hause bzw. an der Arbeitsstelle geblieben sind, hatten – so meine ich jedenfalls – mehr Möglichkeiten denn je, dem Geschehen zu folgen. Der hashtag #bibtag12 wurde gleich am Dienstag in den “trending topics” gelistet, was leider bedeutete, dass viel Spam mit ins Spiel kam. Dennoch hatte man die Möglichkeit, Atmosphäre, Einschätzungen und z.T. Inhalte mitzubekommen. Zwei Dinge, die mir haften geblieben sind:

  • es gab rasch und reichlich Lob, dass endlich WLAN flächendeckend verfügbar (von einigen “Löchern” einmal abgesehen) war, ebenso schnell kam aber die Klage, dass es nicht genügend Stromquellen für die devices gab. Das könnte man bei der Planung in Leipzig berücksichtigen – wenn es dort auch WLAN geben sollte…
  • insbesondere ein österreichischer Kollege machte sich verdient in der Kritik, wie textbeladen viele Powerpoint-Präsentationen waren. Highlight war ein Vortrag, wo dann nicht einmal der Referent die Schrift lesen konnte … Offensichtlich steht es in der Profession mit der Kompetenz, gute Folien zu gestalten (Stichwort: didaktische Reduktion!) und sie auch richtig einzusetzen, nicht zum Besten.

Schön auch, dass in manchen Bereichen dokumentiert wurde, beispielsweise beim BIBbarCAMP (Achtung: Facebook-Seite) oder beim Hochladen von Folien auf slideshare.net. Ich möchte gleich noch drei Präsentationen, die sehr gelobt wurden, hier einbinden, aber vorher noch die Gelegenheit nutzen, die Referentinnen und Referenten zu bitten, ihre Präsentationen auf BIB-OPUS hochzuladen! Dort sollen sie am 01. Juni dann verfügbar sein.


Präsentationen der DGI-Tagung sind online

April 18, 2012

Sie wurden einfach auf der Seite des Programmes der Konferenz, die vom 22. – 23. März stattfand, ergänzt.


SamsTagging – K

März 17, 2012

K wie Kommunikation.

Beispielsweise die Kommunikation auf dem BibCamp, das gerade in Köln an der FH stattfindet. Der BIB ist einer der Sponsoren!

Wie können Sie an der Kommunikation teilhaben, wenn Sie nicht selbst dort teilnehmen? Auf unser Homepage werden einige Zugänge genannt!


Quarterly webinars on issues of interest to new librarians

Januar 12, 2012

“New Librarians Global Connection: best practices, models and recommendations“ is a new series of free quarterly webinars on issues of interest to new librarians, models of library associations and library schools working with new professionals, and groups by and for librarians. The free webinars are presented by IFLA Continuing Professional Development and Workplace Learning  and IFLA New Professionals Special Interest Group in partnership with the  American Library Association.”

[via IFLA New Professionals Special Interest Group]


barcamps, bibcamps, Unkonferenzen etc.

Januar 9, 2012

Lambert Heller schreibt im Portal “Bibliotheken in Deutschland” des Goethe-Instituts über die neue Form von Konferenzen, barcamps, bibcamps, Unkonferenzen etc.


Internationale Konferenz zu Semantic-Web erfolgreich

Dezember 13, 2011

Über 160 Teilnehmende aus neun Ländern nahmen an der Hamburger Konferenz SWIB – Semantic Web in Bibliotheken teil. Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften spricht von einem Rekordergebnis: “Das Interesse an Semantic Web- und Linked Data-Anwendungen ist groß!”

[via idw-online]


Präsentationsfolien des 31. Östereichischen Bibliotherkartages

Dezember 9, 2011

Eine große Anzahl der Präsentationsfolien von Vorträgen, die am 31. Öste­rei­chi­schen Bibliotherkartag (Innsbruck, 18.-21.10.2011) gehal­ten wor­den sind, sind nun über die Website des Bibliothekartages online. Das VÖBBlog listet sie auf.


Nachlese: educamp Bielefeld

Dezember 8, 2011

Jochen Robes gibt im Weiterbildungsblog Hinweise zur Nachlese des educamps in Bielefeld, welches Mitte November stattfand.


library 2.0 : the future of libraries in the digital age

November 1, 2011

Kostenlose Online-Konferenz, mit Michael Stephens, Ellen Tise, Stephen Abram u.a.

We are pleased to welcome you to the Library 2.011 World-wide Virtual Conference, November 2 – 4, 2011. The conference is being held online, in multiple time zones over the course of two days, is be free to attend, and will all be recorded!

The Library 2.011 conference is a unique chance to participate in a global conversation on the current and future state of libraries. Subject strands include the changing roles of libraries and librarians, the increasing impact of digital media and the e-book revolution, open educational resources, digital literacy, shifts from information consumption to production (Web 2.0), multimedia and gaming spaces, libraries as community centers, the growth of individualized and self-paced learning, the library as the center of new learning models, understanding users in the digital age, assessing service delivery, and defining leadership and information professional careers in a networked and changing world.


Der BIBB zum Deutschen Qualifikationsrahmen

September 24, 2011

Zum Abschluss des 6. BIBB-Berufsbildungskongresses in Berlin werden vier zentrale Handlungsfelder der beruflichen Bildung für die kommenden zehn Jahre genannt. Eines der Handlungsfelder betrifft auch stark die Erwachsenenbildung: die Umsetzung des Deutschen Qualifikationsrahmen. Dies können nur gelingen, wenn …

…  die Zuordnung der Qualifikationen zu den verschiedenen Niveaus in den unterschiedlichen Bereichen des Bildungssystems nach einheitlichen Kriterien und in miteinander abgestimmten Verfahren erfolge, erklärte der BIBB-Präsident. Mit Nachdruck sprach Esser sich dafür aus, das Abitur und die drei- beziehungsweise dreieinhalbjährigen Berufsabschlüsse auf der gleichen Niveaustufe zu verorten. „Alle Akteure sind hier gut beraten, das bislang Erreichte nicht kurz vor der Zielgeraden infrage zu stellen.“ Jetzt sei die „Stunde der Wahrheit“ gekommen, in der die Aussagen über die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung in konkretes Handeln überführt werden müssten. [via idw-online]

So positiv eine Gleichwertigkeit auch zunächst ist: eine denkbare Konsequenz wäre, dass so manchem Weiterbildungsanbieter, etwa Abendgymnasien, die Teilnehmenden wegbleiben. Damit will ich beileibe nichts schlecht reden. Es gilt nach wie vor: eine deutschland- und europaweite gleichwertige Einordnung von Kompetenzen formaler wie informeller Art ist unbedingt erstrebenswert. Dieser Weg wird weiterhin kein leichter sein …


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