… so betitelt idw-online eine Pressemeldung zur Fernunterrichtsstatistik 2008 des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung.
Eine kritische Würdigung hat Michael Kerres auf Learninglab veröffentlicht.
Fernlernen weiterhin im Aufwärtstrend …
Oktober 17, 2009Projekt „BIB@Mentoring“ bringt beste Chancen für den Nachwuchs
Oktober 12, 2009Gratulation dem Nachwuchs im BIB, Berufsverband Information Bibliothek! Wer hat hier mit wem? Alt mit Jung, und – nein, keine „verbotene Liebe“. Des Rätsels Lösung: das Mentoring-Programm bringt Berufsanfänger(inn)en mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen zusammen und unterstützt so die Newcomer im Beruf.
Der BIB, größter bibliothekarischer Personalverband im deutschsprachigen Raum, der auch den Hintergrund dieses Weblogs bildet, ist bekannt für seine Nachwuchsförderung. Beispielsweise durch den Newcomer-Treff (NCT) während der Bibliothekartage, der jedes Jahr stark frequentiert ist. Die berufliche Förderung und persönliche Entwicklung unterstützen als eine zentrale Aufgabe des BIBs nimmt mit dem Tandem-Programm rasant an Fahrt auf. Nicht zuletzt ist es eine nicht-formale, informelle und stark subjektorientierte Fortbildungsform.
Gesucht werden für den Projektstart „BIB@Mentoring“ ab März 2010 berufserfahrene Kolleg(inn)en, die sich als Mentor(inn)en engagieren wollen.
Sie als Mentor(in) sollten folgendes mitbringen:
- ein paar Jahre Berufserfahrung
- Lust, die Denkweise der Generation der Mentees kennenzulernen
- die Fähigkeit, eigene fachliche und methodische Arbeitsweisen zu reflektieren
- die Bereitschaft, eigene soziale Kompetenzen weiterzuentwickeln
- Möglichkeiten der elektronischen Kommunikation, um sich regelmäßig auszutauschen (angelegt auf ein Jahr)
- Zeit für eventuelle persönliche Treffen
- etwas Zeit auf dem 3. Leipziger Bibliothekskongress, um in einem Workshop ihren Trainee kennenzulernen
Einen Fragebogen mit weiteren Informationen fordern Sie bitte an unter: bib-mentoring@bib-info.de und schicken ihn bis 30.11.2009 wieder zurück.
Nachzulesen in der Fachzeitschrift BuB, Forum für Bibliothek und Information, H. 10, 2009, S. 684 (gerade frisch erschienen!)
Ansprechpartnerin: Prof. Cornelia Vonhof, Hochschule der Medien Stuttgart, Bundesvorstand des BIB, E-Mail
Neuer Masterstudiengang Bildungswissenschaft
Oktober 3, 2009In Rostock beginnt mit diesem Wintersemester zum ersten Mal der Masterstudiengang Bildungswissenschaft (Ein-Fach-Studium) an der Philosophischen Fakultät in Rostock am Institut für Allgemeine Pädagogik. Der viersemestrige Studiengang (MA) hat zwei Schwerpunkte: Bildung im Lebenslauf, allgemeine Erwachsenenbildung (Lebenslanges Lernen) und Frühe Hilfen, Sonderpädagogik, sprich: die Entwicklung von Kindern von den ersten Lebensjahren bis zum Schuleintritt.
Neben einer wissenschaftlichen Laufbahn ergeben sich Berufsperspektiven zum Beispiel in der außerschulischen Bildung, also im Bereich der Weiterbildung. Allerdings werden die Berufschancen als relativ gering eingestuft, wie man einem Kommentar aus „Studies Online“ entnehmen kann:
Berufschancen schätze ich ohne den Master zu machen als faktisch nicht vorhanden ein. Mit Master (auch hier gibt es keine Nebenfachwahlen mehr, sondern der Master dient der Spezialisierung im Hauptfach), z.B. in Pädagogik/Erwachsenenbildung, gelten dann die gleichen Bedingungen wie für Magister- und Diplom-Pädagogen mit Schwerpunkt Erwachsenenpädagogik.
Mein persönlicher Tipp: BWL Studium mit den Schwerpunkten Personalwirtrschaft oder Personal und Organisation als ersten und dann Betriebspädagogik als zweiten Schwerpunkt; das geht bzw. ging im Diplom-Kaufmann auch an der Fernuni Hagen und ist SEHR empfehlenswert, wenn man in die betriebliche Aus- und Weiterbildung will, denn als Dipl.-Kfm. hat man reelle Chancen, während es bei Pädagogen, wie auch in den Arbeitsmarktberichten nachzulesen, sehr schwer ist, da reinzukommen.
Hochschulen, die den Studiengang Bildungswissenschaften anbieten:
Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (BA)
Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der Fernuniversität Hagen (BA)
Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz. zum Beispiel mit dem Masterstudium „Weiterbildung/Lebensbegleitende Bildung“ (Bakk. bzw. Mag. Phil.)
Universität Wien (BA, MA)
Werkstatt Weiterbildung (13): Blog Informelles Lernen
September 30, 2009Ein Nachtrag zur eigentlich bereits abgeschlossenen Rezensionsreihe „Werkstatt Weiterbildung“ … der Beitrag schlummerte im Entwurfsmodus und möchte jetzt doch bitte ausgegraben werden.
Informelles Lernen wird innerhalb der bildungspolitischen Diskussion zumeist im selben Atemzug genannt mit Lebenslangem Lernen. Nun ist Informelles Lernen an sich nichts Neues. So lernt die Jungbäuerin (freiwillig) durch Zuhören, wann die beste Setzzeit für Kartoffeln ist: bei abnehmendem Mond, jedoch nicht zu nahe am Neumond, sondern besser kurz nach Vollmond. Über ergoogelte Informationen der Stiftung Agrikos erfährt sie mehr zum Stufenplan Bodenbearbeitungszeiten Kartoffeln (PDF, 1,3 MB) als Vorbeugung der Phytophtora und sonstigen Krankheitsproblemen.
Für diese und andere Kenntnisse kann sie sich jedoch noch keine Kartoffeln holen bzw. sich mit dem Titel „Agrartechnikerin“ schmücken. Es sei denn, sie kann nachweisen, was sie wo und wie gut gelernt hat. Und es sei denn, es gibt eine Institution, die das Informelle Lernen mittels eines Portfolios überprüft, akkreditiert und zertifiziert. Informelles Lernen also zum Gegenstand innerhalb eines Anerkennungsverfahrens mit möglicherweise nachfolgenden (geldwerten) Vorteilen. Informelles Lernen also kein neuer Trend, sondern eher „natürliches“ Lernen?
Dem Informellen Lernen wissenschaftlich (!) genähert hat sich das Team des Weblogs informelles-lernen.de, Matthias Rohs und Prof. Dr. Bernd Overwien. Sie haben jeweils meine vereinfachte „Kartoffel-Analogie“ zum Gegenstand ihrer Dissertation gemacht – und eben auch zum Themenbereichs ihres Blogs. Vor allem Letztgenannten nimmt man die innere Anteilnahme am Thema voll und ganz ab. Vom Elektriker zum Professor, das erscheint mir nur möglich mit einem gehörigen Anteil von Motivation durch selbstbestimmtes Lernen unter Sprengung aller althergebrachten Lernerfahrungsgrenzen – eben auch durch Informelles Lernen.
>> Eine Offerte aus der Feedliste des Weblogs Werkstatt Weiterbildung <<
Ausprobiert: Weiterbildungsportal Schleswig-Holstein
September 17, 2009Vier Klicks von der Startseite des Bildungsportals Schleswig-Holsteins bis zum Kursportal (probieren Sie es selbst aus, vielleicht finden Sie’s schneller?) sind zwar etwas umständlich, doch es lohnt sich. „Diese Kurse beginnen morgen“ heißt es da im Mittelfenster. Das ist ein zwar ungewöhnliches, doch frappierend logisches Sortierkriterium, das meines Wissens bisher noch keine Kursdatenbank auf ihrer Einstiegsseite anbietet. (Ich überlege gerade, ob ich persönlich so flexibel wäre, um morgen früh eben mal rasch zu einer der dargebotenen Veranstaltung zu springen …?)
Im linken Frame dann die Themensuche nach elf Rubriken (z. B. Wirtschaft, Büro, Management / Technik, Logistik, Umwelt, Naturwissenschaften / Schulabschlüsse, Studienvorbereitung / …), deren Einteilung auch ein wenig aus dem üblichen Rahmen fällt. Die angebotene Schlagwortsuche als Freitexteingabe kennen wir. Doch die Suche nach Anbietern lässt erst einmal stutzen. „Anbieter oder Anfangsbuchstaben eingeben“ heißt es hier. Puh. Als möglicherweise Zugereiste ohne den lokalen Hintergrund wäre ich da erst mal überfragt. Immerhin kommen bis zu 530 Anbieter in Frage. Doch ist Lösung in Sicht. Im Mittelfeld, also über der Auflistung der Kurse, die morgen beginnen, finde ich einen Link zu „Liste aller Anbieter anzeigen“. Hier prima Kurzinfo in Horizontallage: Name, Link zur Homepage, Link zur E-Mail und eine Telefonnummer. Es folgt das Logo der Institution, dann Straße, Postleitzahl und Ort.
In einer weiteren Freitextsuche kann recherchert werden nach Ort oder Postleitzahl. Ein Link darunter böte auch die Möglichkeit, sich wahlweise eine Karte zeigen zu lassen, auf der die Kurse angezeigt werden. Hat jedoch nicht so gut funktioniert, obgleich ich versuchsweise ganz einfach Kiel eingegeben habe.
Die erweiterten Suchmöglichkeiten sind so weit unten im Frame angezeigt, dass auf Laptops gescrollt werden muss und von daher schnell übersehen werden. Schade eigentlich, wo sie doch so geniale Möglichkeiten offerieren. Hier kann differenziert nach Art (z. B. Ganztägig, nur Fernkurse etc.), Beginn (z. B. übermorgen, diesen Monat etc.), Dauer (z. B. max. 3 Tage), Preis (z. B. „muss kostenlos sein“), Förderung, Zielgruppe und Qualitätszertifikat gesucht werden. Interessante Option: sich die abgelaufenen Kurse mit anzeigen zu lassen. Warum auch nicht. Kann man ja eben mal entsprechend nachhaken, ob der Anbieter eventuell eine Neuauflage des bereits gelaufenen Kurses vorsieht.
Die Suchvorgänge haben ihre Tücken. Manchmal hilft es, den Link „Neue Suche/Auswahl löschen“ zu bedienen, wenn partout immer das selbe angezeigt wird. „Längere Ladezeiten wegen Umbauzeiten“ ist die übliche Anzeige, die rechts oben rhythmisch pulsiert, aber bei über 10.000 Kursen, die durchsucht werden, ist das durchaus verständlich. Was das mit Umbau zu tun hat? Egal, Peanuts …
Fazit:
Insgesamt viele interessante und – wie gesagt – ungewöhnliche bzw. unübliche Suchmöglichkeiten. Eine Schnittstelle zur Metadatenbank InfoWeb Weiterbildung, IWWB besteht ebenfalls, prima. Wenn jetzt auch noch Bibliotheken und den Bibliotheken dienliche Institutionen darin erscheinen würden, wäre das perfekt.
Bildungsportal der Landesfilmdienste / Landesmediendienste
September 5, 2009Kostenlose Web 2.0 Features zur Gestaltung der schulischen und außerschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung stellt die mulimediale Bildungsportal der Landesfilmdienste/Landesmediendienste zur Verfügung. Beispielsweie Bildungsfilme als Stream und per Download, Podcasts, WebTV mit thematisch vorkonfigurierten Themen, Arbeitshilfen und didaktischen Materialien etc.
Interessant auch die Initiative der Landesmediendienste Bayern e.V. und der Hochschule München Film und Studium.
In Kooperation mit verschiedenen Bildungsinstitutionen in Bayern sollen angehende Berufstätige im pädagogischen Bereich, beispielsweise Junglehrer/-innen, (Sozial)Pädagog/-innen und Erzieher/-innen für die Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sensibilisiert werden. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Darstellung, wie Filme didaktisch und konstruktiv in schulischen wie außerschulischen Bereichen eingesetzt werden können.
Die multimedialen Veranstaltungen werden als Vorträge und Seminare angeboten. Anhand von Filmbeispielen zu den Themenkreisen Computerspiele, Talkshows, Drogen, Ernährung, Mode, Ausländerfeindlichkeit und so fort, lernen die Teilnehmer, Inhalte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Dieses Wissen trägt unter anderem zu einem sicheren Auftreten bei und erleichtert die Kommunikation mit der betreffenden Zielgruppe.
Porträt Weiterbildung Deutschland und Österreich (8)
August 31, 2009Wie nicht anders zu erwarten war, haben in beiden Ländern – Deutschland wie Österreich – die europäischen und internationalen Kontakte seit der Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ zugenommen. In Österreich in besonderem Maße seit deren Beitritt zur Europäischen Union und verstärkt ostwärts gerichtet.
Um internationale Kontakte also geht es im jeweils zehnten Kapitel der Porträtreihe Weiterbildung des DIE, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, verlegt im W. Bertelsmann Verlag. Die Kontakte äußern sich beispielsweise in grenzüberschreitenden Projekten und Kooperationen, gemeinsamen Konferenzen und Diskussionen, der gemeinsamen Forschung und der Entwicklung der Bildungssysteme, in Querschnittsprogrammen und dem Austausch von Daten und Informationen.
Ekkehard Nuissl und Peter Brandt zeigen mittels einer Liste auf, in welchem europäischen und internationalen Kontext sich die deutsche Erwachsenenbildung befindet. Um den Blogbeitrag nicht zu sprengen und um das Büchlein nicht einfach abzutippen, mögen die Abkürzungen als Anreiz genügen – wer Spaß hat, darf versuchen, sie aufzulösen: EAEA, ERDI, ESREA, ICAE, Europarat (das war jetzt einfach), UNESCO-CERI. Ferner EUCEN, ISCAE, EARLALL sowie EUROSTAT, OECD, PIAAC. Den Bibliotheken nicht unbekannt die Programme SOKRATES, LEONARDO und GRUNDTVIG.
(Kleiner Tipp: „A“ gerne verwendet für Adult, „E“ für Education und Europa.)
Kein Wunder, dass der Band für Deutschland drei Seiten benötigt, um Licht in die internationalen Verhältnisse zu bringen. Das aber in bewährt komprimierter und eingängiger Weise. Werner Lenz für Österreich kann es sich da mit einer Seite offensichtlich etwas einfacher machen. Hier ist der Hinweis zu finden, dass die Kooperationen und Projekte bei den jeweiligen Trägern (siehe dazu auch vorangegangene Blogeinträge innerhalb der Rezensionsreihe) abrufbar sind. Beachtenswert: an der Universität Graz kann im Rahmen von SOKRATES bis zu zwei Semester unter Anrechnung von ausländischen Lehrveranstaltungen an einer europäischen Partneruniversität studiert werden.
Als kleine Ergänzung: im bereits einmal vorgestellten 3L3-Blogs findet sich eine Kategorie „Europa & Internationales“, oft im Zusammenhang mit österreichischen Interessen.
Die Verträge von Maastricht, der Bologna-Prozess, aber auch die technische Entwicklung (Datenbanken, Internet) und damit verbunden die internationalen Vergleichsstudien mögen dazu beigetragen haben, das sich der Bereich der Erwachsenenbildung auf Grund des viel zitierten „Blicks über den Tellerrand“ stetig weiterentwickelt. Und wohin? Das erfahren Sie im nächsten Beitrag zum 11. Kapitel: „Tendenzen und Perspektiven“.
Datenbank zur Online-Kompetenz für Migrant(inn)en
August 26, 2009Eine ideale Werbeplattform für Bibliotheken mit ihren vielfältigen Angeboten für ausländische Mitbürger/innen: in der Datenbank Gute Beispiele finden sich Maßnahmen und Projekte zur Stärkung der Online-Kompetenz von Migrantinnen und Migranten in ganz Deutschland. Betreut wird die Datenbank vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. in Bielefeld.
Ein Beispiel einer Datenbanksuche:
Zielgruppe: z. B. Berufseinsteiger(innen)
Herkunft: z. B. Griechenland
Geschlecht: z. B. weiblich
Die Auswahl passt sich je nach angebotener Themenmöglichkeit an, für unser Beispiel wäre es Medienkompetenz mit einem Kursangebot. In der darunter aufgezeigten Karte ist der Ort eingezeichnet: es ist Altenkirchen. Auf den Ort geklickt erscheinen die Kursdaten. Hier ein Computer-Grundlagenkurs für Migrantinnen des Haus Felsenkeller e.V. mit dem Thema Alltagskompetenz / Familienkompetenz / Medienkompetenz. Nach einem weiteren Klick folgen alle Angaben zu Ansprechpartern, Teledaten, Dauer etc.
Porträt Weiterbildung Deutschland und Österreich (7)
August 24, 2009Die Forschung bzw. Wissenschaft und Lehre der Erwachsenenbildung in Deutschland erhielt erst in den 70er Jahren ihren festen Platz an den Hochschulen, wie wir dem Büchlein Porträt Weiterbildung Deutschland von 2009 entnehmen können. In Österreich ist sie noch immer kein fester Bestandteil der Universitäten, weshalb sich in den 90er Jahren ein Netzwerk österreichischer Expert(inn)en für universitäre Weiterbildung sowie Personalentwicklung gebildet hat – Austrian Universities Continuing Education [and Stuff Development] Network (AUCEN). Das in den eckigen Klammern wurde uns im Porträt Weiterbildung Österreich vorenthalten. Auch der dort angegebene Link stimmt nicht mehr. Das liegt sicher am Erscheinungsjahr 2005. Doch für die Aktualisierung sorgt ja schließlich dieser Blog.
Wie überall hat auch in Deutschland der Bologna-Prozess zur Ablösung der Diplomstudiengänge zu Gunsten des Bachelor/Mastersystem gesorgt. 2010 soll die Umstellung an den deutschen Hochschulen, die in Sachen Weiterbildung forschen und lehren, geschafft sein. (Wundern Sie sich bitte nicht, dass die Begriffe Erwachsenenbildung und Weiterbildung gleichgesetzt sind. Darüber gab und gibt es verschiedentliche Diskussionen, auf die ich hier im Moment nicht näher eingehen will.) 44 von 55 Hochschulen, an denen zu Erwachsenenbildung geforscht und gelehrt wird, bieten einen Bachelor-Studiengang mit einem „Akzent auf Weiterbildung“ an, in 39 Hochschulen den „European Master of Adult Education“ (EMAE). Wer es genauer wissen will, findet im Buch eine doppelseitige Auflistung der Studienmöglichenkeiten nach Städten und im Studienführer im DIE nach Bundeländern geordnet.
Was sind Inhalte der Studiengänge? Das Kerncurriculum beinhaltet im Bachelor-Studiengang neben der Erziehungswissenschaft und den üblichen Grundlagen theoretischer und historischer Natur beispielsweise auch professionelle Handlungskompetenzen (gemeinhin als Methodik und Didaktik bekannt) und die Arbeitsfelder. Im Bereich des Master-Studienganges finden sich dann die Bildungsforschung und forschungsmethodische Grundlagen und … hm, Lehrforschungsprojekt. Was hat es mit Letzterem auf sich? Als Quelle wurde angegeben: der Sonderband „Kerncurriculum Erziehungswissenschaft“ aus der Reihe „Erziehungswissenschaften – Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft“, 2008. Da er in der UB Bamberg leider nicht vorrätig ist, kann ich es auf die Schnelle nicht für Sie recherchieren. Vielleicht später mehr … ich habe soeben einen Anschaffungswunsch getätigt.
Von den außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen sind uns in diesem Blog alle schon einmal über den Weg gelaufen: DIE, DIPF und BIBB. Erst- und letztgenannte wieder hier in Erinnerung gerufen durch die aktuellen Ergebnisse des wbmonitors – wir berichteten.
Die Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung leidet immer ein wenig darunter, nicht so recht eigenständig wahrgenommen zu werden. Als Teil der Erziehungswissenschaft nimmt sie Anleihen „von Erkenntnissen der Nachbardisziplinen der Psychologie, der Soziologie, der Linguistik und Sprachwissenschaften, der Betriebswirtschaft sowie […] der Neurowissenschaften …“, so ist zu lesen. Für einen besseren inter- und außerdisziplinären Austausch sorgen verschiedenen Gesellschaften, so zum Beispiel die DGfE und die DGWF.
Übrigens: für alle unaufgelösten Abkürzungen gilt, dass ich ausnahmsweise mal sommerfaul auf „Rattenschwänze“ verzichtet habe. Zumal sie brav verlinkt sind und außerdem sofort an erster Stelle bei der Google-Suche* erscheinen – und darauf bin ich richtig neidisch, da dies unserem Verband, dem BIB, leider knapp verwehrt bleibt. Immerhin haben wir das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung auf die hinteren Ränge zu verdrängen vermocht
*In Yahoo erscheint bei der Eingabe von DIE an erster Stelle DIE Bahn. Tja, was soll ich sagen … wenn die immer so schnell wären …
Die Verfasser Ekkehard Nuissl und Peter Brand weisen zum Ende des Kapitels auf die im wesentlichen in den 60er und 70er Jahren stattgefundenen Grundlagenforschung hin sowie auf das seit dem Jahr 2000 erarbeiteten Memorandum, welches die offenen Fragen zur Erforschung der Weiterbildung behandelt und seither diskutiert werden. Zum Jahr 2010 wird es – zusammen mit dem im Jahr 2002 erschienenen Memorandum zur „Geschichte der Weiterbildung“ – aktualisiert und vom DIE vorgelegt werden. Da bin ich gespannt … das sorgt sicherlich für einen Blogbeitrag unsererseits.
Und Österreich? Universitäre Einrichtungen zur Weiterbildung werden als Außeninstitute oder Arbeitsstellen geführt. Wir begegnen dem Institut, bzw. seit 2004 der Fakultät Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) der Universität Klagenfurt mit Standorten in Graz und Wien. Für die postgraduale Weiterbildung gehen wir an die Donau-Universität Krems (DUK).
Eine erste Professur mit dem Schwerpunkt Erwachsenenbildung wurde 1972 an der Universität Wien am Institut für Pädagogik eingerichtet, so zu lesen bei Werner Lenz. Und auch hier zeigen sich die Jahre – das Institut in Wien ist heute die Pädagogische Hochschule Wien. Pikant zu erfahren: Seit Vakanz Ende der 90er Jahre wurde die Professur nicht mehr nachbesetzt. Meine Recherche, ob dies denn immer noch so sei, führte mich lediglich zu Wolfgang Sander, einem Sozial- und Erziehungswissenschaftler, Inhaber der österreichweiten ersten Professur für „Didaktik der politischen Bildung“. Das ist nicht wirklich gleichzusetzen, lässt jedoch hoffen.
Ganz „oben ohne“ bleibt Österreich jedoch nicht. Am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung (IfEB) an der Universität Klagenfurt begegnet mir im Porträtbändchen Univ.-Prof. Mag. Dr. Elke Gruber, die mir die Grundlagen der Pädagogik/Andragogik beibrachte. Sie steht seit der Gründung 2002 der Abteilung für Erwachsenen- und Berufsbildung vor. Und der Autor selbst, O.Univ.-Prof. Dr.phil. Werner Lenz, war von 1984 bis 2004 am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Graz zugange, abgelöst von Ao.Univ.-Prof. Dr. Peter Rossmann.
Außeruniversitär tut sich eine Menge. Beispielsweise die Wissenschaftsläden für den Transfer zwischen Wissenschaft und Bevölkerung, auf Vereinsbasis eng mit den Universitäten verknüpft. Dann das Interuniversitäre Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur (IFZ), angesiedelt an der Universität Graz und das Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK). Am Ende des Kapitels werden noch eine Reihe weiterer Forschungsinstitutionen aufgeführt. Lesen Sie selbst.
Wissenschaft, Forschung und Lehre ist bekanntlich selten auf ein Land beschränkt, sondern lebt und wird belebt von bzw. durch die internationalen Kontakte. Dazu mehr im nächsten Beitrag zu den beiden Porträtvergleichen Deutschland und Österreich.
Werkstatt Weiterbildung (12): Forschung und Lehre
August 18, 2009Zum Abschluss der Rezensionsreihe verlasse ich die Feedliste und befasse mich stattdessen noch einmal direkt mit der Webseite Werkstatt Weiterbildung, und zwar dem Kapitel Forschung und Lehre (siehe dort den linken Frame). Nach einem kurzen B(K)lick in das aktuelle Projekt zu „Diffussion und Produktion von Wissen in den Erziehungswissenschaften“ entdecke ich unter dem Hinweis auf die „Netzwerkkulturen in der Weiterbildung“ eine Bekannte – Elisabeth Brugger, die zusammen mit dem Werkstattbetreiber Wolfgang Jütte als Ansprechpartner bei der Durchführung des Projekts zur Verfügung steht. (Es ist reiner Zufall, dass ich gestern hier eines von Bruggers Publikationen rezensierte.) Weiter finden wir die Links zu „abgeschlossenen Projekten“ und „Abschlussarbeiten“.
Unter dem Stichwort Lehre vier Rubriken: aktuelle Lehrveranstaltungen, ein Verzeichnis derselben, die Sprechstunden und Prüfungstermine sowie Handreichungen. Natürlich interessiert uns Außenstehende eher letzteres – hier wiederum die Wissenschaftlichen Arbeiten.
Eingeleitet wird die noch recht übersichtliche Seite mit einem Zitat. Es folgt das Kapitel „Literaturverwaltung und Wissensorganisation“, unter welchem man erfährt, dass eine Campus-Lizenz für Citavi angeboten wird. Das Kapitel „Schreiben“ enthält für uns, die wir uns doch „Abgreifbares“ erhoffen, ein Dossier Wissenschaftliches Schreiben und studentisches Lernen der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der Universität Zürich als PDF.
In dieser Publikation lese ich übers „Schreiben, Denken und Lernen“ (S. 7ff), dass sich das Schreiben „zum bevorzugten Mittel des universitären Lernens entwickelt hat“. Liegt es meinem mir angeborenen Freigeist, oder warum stoße ich mich an der Vielzahl von darin vorkommenden Wörtern wie „verpflichtet“, „konfrontiert“, „erfordert“, „anhalten“, „zwingt“, „müssen“, etc.? Die beiden Letztgenannten so häufig, dass mir das Schreiben beinahe schon vergeht.
Damit soll die Schrift jedoch nicht abgewertet sein, befasst sie sich doch mit einem Thema, welches grundsätzlich Ziel und Aufgabe universitären Lernens ist. Wissenschaftliches Schreiben ist folglich auch ein Kurs- und Informationsangebot der Arbeitsstelle und das Dossier möchte dazu begleitend eingesetzt werden.
Nun zu den Top Ten der Literatur, die derzeit allerdings nur die Top Two aufzeigen. Den erstgenannten Titel „Keine Angst vor dem leeren Blatt“ von Otto Kruse hatte ich –gründlich zerflettert und somit als brauchbar einzustufen – bei meinem Kollegen in der 2. Aufl. von 1994 entdeckt. Der zweitgenannte Titel „Frei geschrieben. Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ von Judith Wolfsberger klingt vielversprechend und wird sogleich von mir aus Eigenbedarfsgründen heraus bestellt. Vielen Dank für die Tipps, und ich werde sicher wieder einmal reinspitzen, um nach den in Aussicht gestellten acht weiteren Titel zu fahnden.
Hier endet die doch recht gründliche Durchsicht der „Werkstatt Weiterbildung“-Webseite samt Blog und Feedliste (und um Verzeihung bittend für die darin außerdem enthaltenen und nicht mehr rezensierten Bloghinweise). Nicht ohne einen letzten abschließenden Hinweis auf die Lese.Zeichen, die Netz.Werkstatt und die Themen.Werkstatt. Aber sehen Sie selbst hinein, Sie wissen ja jetzt, wo es Goodies zu plündern gibt!
Verfasst von jplie
Verfasst von fobikom
Verfasst von fobikom