Zusammenhang zwischen Bildung und Straftaten?

Oktober 24, 2009

Steht Bildung in einem Zusammenhang zu Straftaten? Diese Frage drängte sich mir auf, als ich kürzlich wieder einmal auf den Bildungsatlas von reticon.de stieß. Gar augenfällig war das in weiten Teilen mit Hochschulen wenig gesegnete Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Vergleichender Blick in das Bundesländerranking, Dynamische Entwicklung des Indikators „Hochqualifizierte“: Vorletzter Platz. Nicht gerade rühmlich. Vergleichender Blick zum Indikator „Straftaten“: Beruhigender 1. Platz. Ebenso bei der Arbeitsplatzversorgung. Also alles im grünen Bereich und Entwarnung für jedwedes Schubladendenken.

Hingegen wimmelt es in Baden-Württemberg nur so von Hochschulen. Doch die „Arbeitsplatzentwicklung“: vorletzter Platz. Hier ist also kaum Dynamik zu verzeichnen. Dynamik der „Straftaten“: 6. Platz mit rückläufigen Werten. Nichts augenfälliges also.

Fazit: Einen Zusammenhang zwischen Bildung und Straftaten herzustellen dürfte reichlich schwer fallen. Dieses Argument zieht folglich nicht, um höhere Beiträge in Bildung zu rechtfertigen.

Aber Achtung: dieses Fazit ist nur mit Vorsicht zu genießen ist. Denn Hochschulbildung ist ganz sicher nicht die einzige Bildungsmöglichkeit, die vor negativen Entwicklungen schützen könnte. Neben der Herzensbildung in der Familie beteiligen sich an der Entwicklung des Menschen wohl genau so Grund- bis hin zu Berufsschulen etc. Wer es genauer wissen möchte, wo unsere Bundesländer beim Bildungscheck stehen, erfährt mehr und in übersichtlicher Form im Bildungsmonitor.


Qualifikation mitentscheidend im Ranking

Oktober 10, 2009

In diesem Artikel steht sie am Ende – was beileibe nicht der schlechteste Platz ist. Die letzten Wörter einer Zeile vergisst man weniger schnell als alles das, was in der Textmitte steht. Es geht um Qualifikation als Indikator für das jährliche Städteranking von Wohlstand und Wirtschaftskraft.

Als Grundlage für die Studie dienen 96 sozioökonomische Indikatoren wie Kaufkraft, verfügbares Einkommen, Arbeitsplatzversorgung, Wirtschaftsleistung je Einwohner, Daten zur öffentlichen Sicherheit und Demografie sowie zur Qualifikation der Einwohner.

Welche Stadt hier auf dem Siegertreppchen steht, lesen Sie am besten selbst nach. Sie ist es zum sechsten Mal in Folge.


Ups! Ist Weiterbildung Geldvernichtung?

Oktober 8, 2009

Diese Schlagzeile war ein echter Schocker: „Weiterbildung: Echter Nutzen oder Geldvernichtung?“, dreist-mutig in den Raum gestellt vom WirtschaftsBlatt.

Brille aufgesetzt … das kann doch wohl nicht wahr sein … aufrechte Sitzposition eingenommen und dann gaaaanz langsam und konzentriert gelesen. Wer wagt es, unsere (also die der Trainerinnen wie Trainer) immerwährenden persönlichen Einsätze, schlafgeopferten Nächte, Berufung und Erwerbsquelle, ja, unser ganzes Sinnen und Trachten, Erkenntnis und Motivation in die Welt zu bringen, in Frage zu stellen???

Ich lese: „Gaudi-Seminare“

Ich ahne: Damit ist gewiss nicht ein Kunstseminar gemeint. Hm, Gaudi: wo gibt’s die denn? Schade, habe wohl was verpasst.

Ich lese: „Werden Seminare besucht, so wird in immer kürzerer Zeit mehr Inhalt hineingepackt, am besten Organisationsentwicklung plus Betriebswirtschaft in zwei Tagen.

Ich seufze: Ja, ja … das ist nicht wirklich neu. War schon vor der Krise so. Zum Beauftrager „Ja, machen wir“ sagen und dann die Teilnehmenden trotzdem nicht überfordern. Alle sind hoch zufrieden und später kann (und will) sich keiner mehr daran erinnern, was er den Betroffenen ursprünglich alles abverlangt hätte.

Ich lese: „Und der Nutzen für das Unternehmen wird immer wichtiger.“

Ich protestierte: Wer konnte schon jemals den „objektiven“ und langfristigen Nutzen eines Seminars tatsächlich abschätzen?

Selbst, wenn das Seminar nicht einmal inhaltlich bereichert haben SOLLTE (was glücklicherweise die wenigsten schaffen – man beachte die doppelte Verneinung!), so könnte – jetzt mal im Extremfall – jemand jemanden kennen und lieben gelernt haben und somit zu einem besseren Menschen und dadurch zu einem zufriedeneren, einsatzfreudigeren Arbeitnehmer mutiert sein … siehe VHS als größter Heiratsvermittler … Erinnert mich außerdem an die historische Entwicklung und erwachsenenbildungstheoretische Diskussion von „Bildung zur Brauchbarkeit“.

Ich lese: Günter Sigl, Institut Stratos: „Wir müssen uns schon fragen, ob durch Weiterbildung nicht eher Kapital vernichtet wird, als dass es wirklich etwas nützt. Mich würde zum Beispiel interessieren, welche Unternehmen in Österreich auch nur den Anflug eines Bildungscontrollings oder Transfergespräche nach einem Seminar betreiben. 80 Prozent aller Trainings scheitern am Transfer in die Praxis.“

Ich atme auf: Ach so. Die üblicherweise (auch in Deutschland) selten eingesetzte Nachhaltigkeitsprüfung (was leider, leider ihre Gründe hat, aber das ist ein anderes Kapitel) muss nun als Indiz herhalten, dass eventuell Kapital vernichtet wurde. Doch nur auf Grund fehlender Überprüfung gleich auf Verluste zu schließen, also, das halte ich für sehr gewagt.

Ich lese: So sind 50 Prozent aller Trainer davon überzeugt, dass das, was in ihren Trainings gelernt wird, auch Eingang in die Praxis findet.

Ich lese leider NICHT: die Studienquelle zu dieser Zahl!

Ich lese: Gerhard Niedermair: Es gibt zwar schon Instrumente, anhand derer man ziemlich rasch erkennen kann, ob ein bestimmter Aspekt in die Praxis übernommen wurde.

Ich versteht nicht: warum der in diesem Absatz befindliche Link auf ein Buch zu Opiatabhängigkeit verweist (!?).

Ich beschließe, hier nur noch einen Absatz zu bringen und dann den Rest Ihnen zu überlassen.

„Wo sich aber doch etwas ändern sollte, ist in der Verstärkung der Klammerfunktion, also vor dem Seminar und nach dem Seminar. […] Was garantiert nicht funktioniert: Jemanden auf Vorrat in ein Seminar zu schicken. Deshalb muss zuerst überhaupt der Bedarf erhoben werden. Was aber sicher in Zukunft noch zunehmen wird, ist informelles Lernen.“

Ich meine: DAS kann ich unkommentiert so stehen lassen.


Neue Studie zur Arbeitswelt

Oktober 2, 2009

Wer es sich aussuchen kann, sollte tunlichst ein Mann werden. Noch immer trennen die beiden Geschlechter ein Lohngefälle von bis zu über 20%. Wer wissen will, welche Branchen die Weiblichkeit am Schlechtesten dastehen lässt, sollte einen Blick in die neueste Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung werfen.

Wir fragen uns: was steckt dahinter? Mangelnde Bildung kann’s kaum sein. Immerhin beenden mehr junge Frauen mit einem besseren Notendurchschnitt die gymnasiale Laufbahn als Jungen. Und so lesen wir denn auch …

Die Benachteiligung von Frauen basiert der Studie zufolge nur zum Teil auf objektiv messbaren Fakten. „Der geschlechtsspezifische Einkommensrückstand lässt sich weder durch unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen noch durch eine spezifische Berufswahl vollständig erklären“, sagte Projektleiter Reinhard Bispinck am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie auf einer WSI-Fachtagung zur Gleichstellung. „Die Ergebnisse verweisen vielmehr auf das Fortbestehen geschlechtsspezifischer Lohndiskriminierung.“

[via spiegel.de]


Investitionen in Bildung: JETZT

September 9, 2009

Mit gerade einmal 2,5 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, die sich für ein Vollzeit- oder Teilzeitstudium eingeschrieben haben, sind die Deutschen laut der neuen OECD-Studie in der Weiterbildung weit abgefallen. Australien, Finnland oder Schweden verbuchen 13 Prozent und mehr. Nur noch die Türkei und Korea weisen innerhalb der OECD geringere Werte auf.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft erklärte, an internationalen Maßstäben gemessen müssten in Deutschland Jahr für Jahr mindestens 30 bis 40 Milliarden Euro mehr für die Bildung ausgegeben werden. Die bildungspolitische Sprecherin Partei Die Linke, Nele Hirsch, monierte, das Bildungssystem sei chronisch unterfinanziert. Der Verband Bildung und Erziehung betonte, gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise müssten Bildungsausgaben Vorrang bekommen.

[via tagesschau.de]


Ist Internetnutzung bereits als “Lernen” anzusehen oder …

August 11, 2009

… ist Lernen nicht etwas Spezifischeres? Diese Fragen stellte Jürgen kürzlich im FobiKom-Weblog. Und sie wurden noch nicht beantwortet. Doch sicher hat sich der eine oder die andere Gedanken dazu gemacht. Ich natürlich auch. Wollen mal sehen, wohin die führen.

Lernen. Ein Gruselwort aus der Schulzeit?

Ein inflationäres Wort wie in „Lebenslanges Lernen“ (und noch mal so gruselig)? Ein altmodisches Wort, das sich zum Beispiel keinesfalls für „E-Lernen“ eignet und daher nur als „eLearning“ durchgeht? Lernen wir das Wort „Lernen“ neu kennen. Warum nicht in die Wikipedia schauen? Ist gut erklärt dort. Kann man lernen, dass Lernen „etwas mit Spuren hinterlassen, aber auch mit nachspüren zu tun“ hat. Oder auch, dass Lernen „aktiv und passiv“ geschieht. Somit wäre die Frage, ob Internetnutzung bereits „Lernen“ ist, mit „Ja“ zu beantworten.

Der Anspruch ans Lernen

Denn das mit den Spuren … also ehrlich gesagt, das wusste ich bis dato noch nicht. Sie etwa? Ohne in ein Wörterbuch (gleich welchen Ursprungs) zu sehen, stelle ich hier eine eigene Sichtweise von Lernen zur Debatte. Gespeist aus der Erfahrung als Lehrende, was immerhin wortmäßig verwandt ist. Ich verwende beispielsweise bewusst die Formulierung: „In meinen Seminaren erfahren Sie, wie … “ und NICHT: „In meinen Seminaren lernen Sie, wie …“. Denn das Lernen findet in der Regel durch Wiederholung statt. Dazu benötigt es jedoch Zeit. Die in Seminaren nicht immer ausreichend zur Verfügung steht. Außerdem: für „echtes“ Lernen braucht es zusätzlich einen Erfahrungswert, zum Beispiel durch das Umsetzen des Erfahrenen. Damit das erfahrene Wissen verankert werden kann. Oder auch, um es nötigenfalls zu korrigieren oder anzupassen. „Lernen, um nicht zu vergessen“, hieß es in meiner Jugend. Das ist der Anspruch ans Lernen. Eben nicht gleich alles wieder zu vergessen.

Lernen findet statt. Immer.

Gewollt oder ungewollt. Aktiv und passiv. Ein bisschen oder erfolgreich. Jetzt oder später. Kurzgespeichert oder nachhaltig. Also eigentlich egal, wie. Lernen findet immer statt. Eine Spur wird entdeckt … ob winzige Spatzenfüsschen oder Lkw-Reifenbreite, ob gesucht oder zufällig drüber gestolpert, ob weiterverfolgt oder gleich wieder verwischt durch die eigenen Fußabdrücke …

Wie Lernen stattfindet

Das ist der Moment. Jetzt wird’s interessant. Denn: in diesem Moment, wo es uns nicht mehr egal ist, WIE Lernen stattfindet und mit welchem Ergebnis, ob wir die Spur halten (uns an ihr halten) wollen, was wir uns von ihr wünschen (zum Beispiel eine Oase am Ende), … reicht uns der armselige Begriff „Lernen“ nicht mehr aus.

Wir reichern also an. Mit Begriffen wie „selbstorganisiertes“, „nachhaltiges“, „gesteuertes“, „implizites“, „widerständiges“, „kognitives“, „soziales“, erfolgreiches, … Lernen. Was immer also unter „Lernen als etwas Spezifisches“ gemeint sein könnte: ich würde sagen, es hat etwas mit der passenden Methodik und Didaktik zu tun, ausgerichtet an den Bedürfnissen des Lernenden, des Spurensuchenden.

Frage und Antwort

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen: „Ist Internetnutzung bereits als “Lernen” anzusehen oder ist Lernen nicht etwas Spezifischeres?“

Internetnutzung ist sicherlich eine (von vielen) Methode(n), um an Lerninhalte zu gelangen. Die Lerninhalte zu vertiefen und zu reflektieren, sich darüber auszutauschen und Erfahrungen mit dem „Erfahrenen“ (noch nicht Gelernten!) zu sammeln, sie zu verknüpfen mit anderen Lernstoffen, beispielsweise aus Büchern oder vom Hörensagen, sie zu überprüfen, anzupassen oder zu korrigieren, …, tja, das wäre dann wohl die didaktische Komponente, der Weg zum Ziel, das Lernprogramm für den speziellen Einzelfall.

Die Antwort auf Jürgens Frage müsste folglich lauten: Internetnutzung ist bereits als “Lernen” anzusehen UND Lernen kann etwas Spezifischeres sein.

Wie sieht’s aus? Kann man das so stehen lassen, Jürgen? Und Sie da draußen? Noch eine andere Antwort parat? Nur zu!


Future Learning in a Digital Age

Juli 23, 2009

Judy O’Connell ist eine australische Kollegin und Schulbibliothekarin und betreibt ein Weblog namens „Hey Jude“. Sein Untertitel verrät, dass es etwas mit Fortbildung zu tun haben könnte, denn er lautet „Learning in an online world“. Sehr schön!
Nun, das war nur die Einleitung, denn speziell geht es mir um den Eintrag, den die Kollegin mit „Future Learning in a Digital Age“ überschrieben hat und der einen Report der MacArthur-Stiftung behandelt. Es geht um einen paradigmatischen Bruch des Lernens hin zum „partizipatorischen“ Lernen, in welchem oft der Weg das Ziel sei.

According to the report, there are ten principles which are foundational to rethinking the future of learning institutions.

1. Self-learning
2. Horizontal structures
3. From presumed authority to collective credibility
4. A de-centred pedagogy
5. Networked learning
6. Open source education
7. Learning as connectivity and interactivity
8. Lifelong learning
9. Learning institutions as mobilizing networks
10. Flexible scalability and simulation

Ist dieser Umbruch wirklich so stark? Ich zweifle da immer etwas, denn was ich um mich herum wahrnehme, ist immer noch in weiten Teilen ein Lernen „für sich“ und nicht mit anderen. Oder nehme ich das einfach nicht wahr, weil ich einer anderen Generation angehöre und kein Gespür dafür habe?

Jedenfalls: Es ist spannend zu überlegen, was das alles bedeuten könnte, für die Didaktik, die Lehr-/Lernform etc.


Investieren in Bildung, was heißt das? Ein Impuls

Juli 21, 2009

Es ist zwar schon ein wenig länger her, dennoch würde ich hier gern auf diesen Impuls hinweisen, der im via BildungsBlog kam. Es wird von einem Privatmann, der im Berufsleben in Leverkusen eine bekannte Beratungsstelle managet, die Frage gestellt, ob die derzeit getätigten Bildungsinvestitionen Investitionen in Bildungsinhalte sind – oder Investitionen in Infrastruktur von Bildung. Sicher ist auch das wichtig – hören wir doch oft von schlechter Bausubstanz, von schlechter Raum-/Technikausstattung etc. Wenn aber Bildungsmedien und damit die eigentlichen Inhalte, mit denen gelernt werden kann, nicht beschafft werden, dann verpuffen die Investitionen. Geht es nicht bei allen Investitionen um den richtigen Mix der Mittel? Wenn eine Firma nur ein Fabrikgebäude baut, aber meint, auf neue Technologien verzichten zu können und die alten Geräte in das neue Ambiente stellt, dann mag das gut aussehen – konkurrenzfähig wird das nicht sein! Infrastruktur, Geräte, Personal – das muss alles im Verhältnis zueinander stimmen, sonst ist alles nichts. – Das ist alles jetzt eine recht einfache Metapher. Wenn es sich aber um etwas so kompliziertes wie eine Bildungsinstitution handelt, dann schwirrt einem der Kopf ob den Anforderungen, die richtige Mischung für den Erfolg auf die Beine zu stellen!


Bibliothek 2.0009 (2) | Genug ist nicht genug

Juli 9, 2009

Frei nach Konstantin Weckers Song Genug ist nicht genug: nochmal kurz den Mund geleckt und dann tauch’ ich ins Gewühl hinein …, mitten in die frisch entstandenen Weblogs des Online-Lernprogramms Bibliothek 2.009.

Gerade erst begonnen (Start des Kurses war am 29.6.), brachte die erste Lektion Weblog erstellen und die zweite Im Weblog schreiben bereits interessante, witzige, ernsthafte, ungewöhnliche, fantasievolle, … Ergebnisse hervor. Lassen Sie sich antippen von meiner kleinen Auswahl – und am besten, Sie machen gleich selber mit! Einstieg jederzeit möglich.

(P.S.: Ich distanziere mich ausdrücklich vom angelsächsischen Hochkomma, aber da müssen wir wohl künftig durch.)

Anmerkung: Die erste Zeile führt zum Blog selbst. Alle weiteren Links darunter verweisen auf einen einzelnen Beitrag innerhalb des Blogs.

Alle anderen, die ich hier nicht aufgeführt habe, mögen bitte nicht beleidigt sein, sondern sich stattdessen ermutigt und bestätigt fühlen, zu dieser Community dazuzugehören! Nach Abschluss des Online-Lernprogramms schaue ich mich wieder um. Mal sehen, was sich bis dahin getan hat.

Viel Vergügen weiterhin wünscht Ilona Munique, 1 1/4 Jahre alt, wenn’s um’s Bloggen geht.


Bibliothek 2.009 (1) | Der Wald ist nicht genug

Juli 8, 2009

Bibliothek2009

Unter dem Titel Bibliothek 2.009 läuft seit vergangener Woche die dritte Neuauflage von Lernen 2.0 [Learning 2.0] und 13Dinge, ein Online-Lernprogramm für BibliotheksmitarbeiterInnen. Wer im Web 2.0 also noch immer nicht den Wald vor lauter Bäumen sieht, erhält jetzt – zusammen mit sicher mehr als nur 7 Zwergen – die Gelegenheit zum Durchblicken.

Wir erinnern uns: auch dieser Blog der Kommission für Fortbildung entstand als Übungsaufgabe – und lebt immer noch. Nicht einmal „mehr recht als schlecht“, sondern kontinuierlich und ziemlich problemlos. Engpässe oder kleinere Durchhänger haben zwar alle Weblogs, die nur von einer oder – wie bei uns – von zwei Personen betreut werden. Doch das ist in OPL’s ja nicht anders und funktioniert im Schnitt dennoch erstaunlich gut. Meist bemerkt es die Community gar nicht, wenn die Rotznase läuft und der Blick auf den Bildschirm der Blogbetreiber merkwürdig schwammig bleibt.

Zurück zu Bibliothek 2.009. Natürlich besteht der neue Kurs nicht nur aus Wissenswertem zum Einrichten und Schreiben eines Weblogs, alldieweil dies auch hier wieder die ersten beiden Einstiegslektionen sind. Vielmehr will der Kurs dazu „ermuntern (soll), mehr über die Techniken des Internets zu lernen, die die Art verändern, in der Menschen, die Gesellschaft und Bibliotheken Zugriff auf Informationen haben und miteinander kommunizieren.“

Weitere Lektionen werden sein:

  • Bloggen
  • RSS Feeds
  • Tagging
  • Wikis
  • Podcasts
  • Online-Anwendungen
  • Video- und Fotohostingseiten

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die wöchentlichen Lektionen angenehm kurz erklärt und praktisch nachvollziehbar waren. So rechne ich auch für den neuen Kurs mit diesem (nerven)schonenden Verfahren.  Klar, der erste Einstieg ist oft begleitet von viel Unsicherheit. Das verliert sich jedoch von Woche zu Woche, versprochen!

Die ehrenamtliche Betreuung der zumeist anonym bleiben wollenden Teilnehmenden durch Christian Hauschke und Edlef Stabenau geschieht zeitnah (alle Achtung!), freundlich und verständnisvoll über die Kommentarfelder. Da auch ein Austausch innerhalb der Teilnehmenden stattfinden kann, muss sich niemand alleine fühlen.

Alle Lektionen sind jederzeit und auch für die Zukunft nachholbar. So sind Urlaub und Fehlzeiten nicht hinderlich. Der Einstieg ist jederzeit und an jeder Stelle möglich. Erwähnt sollte sein, dass der Service kostenlos, aber sehr viel wert ist.

Ich bin jedenfalls gespannt darauf, was sich in den letzten 15 Monaten geändert hat, was an neuen Diensten hinzu kam und welche neuen Blogs entstehen werden (dazu in Kürze eine kommentierte Auswahl hier in diesem Blog).

Viel Spaß beim Lernen und Erfahrung sammeln, denn – um es mit den Kursbetreuern zu sagen – „Es ist in Ordnung, in der Bibliothek zu spielen und Spass zu haben!“


Kosten senken mit der Förderdatenbank

Juli 1, 2009

Wer in welchem Bundesland förderberechtigt ist und für welchen Bereich zu welchen Konditionen eine Finanzhilfe greifen könnte, das lässt sich blitzschnell und unkompliziert durch die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ermitteln.

Alle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union sind durch eine Schnellsuche aufrufbar nach:

  • Förderberechtigten (z. B. Privatperson)
  • Förderart (z. B. Zuschuss)
  • Fördergebiet (z. B. Bayern)
  • Förderbereich (z. B. Aus- und Weiterbildung)

Foerderdatenbank

Ein weiterer Klick auf einen der (in meinem Beispiel 13) ermittelten Fördertitel (z. B. Bildungsprämie …) offeriert über drei Reiter:

  • eine zusammenfassende Übersicht (z. B. über die Voraussetzungen, die Art und Höhe der Förderung und das Antragsverfahren etc.),
  • die der Förderung zugrunde liegenden detaillierten Richtlinien,
  • eine Checkliste, ob die wichtigsten Voraussetzungen des Förderprogramms vom Förderanfragenden erfüllbar sind,

sowie die Kontaktdaten des Ansprechpartners und weiterführende Informationen (rechte Spalte)

Fazit: eine übersichtliche und gut verständliche Hilfe für alle, die eben mal rasch – und dann doch vertiefend – wissen wollen, wie der Geldbeutel geschont werden kann.

Positiv ist zu vermerken, dass das Bundesministerium diese Förderdatenbank schlauerweise breit bewirbt und zum Beispiel unter meinestadt.de angemeldet hat.


Heureka! Auslandsabschlüsse in Deutschland anerkannt

Juni 20, 2009

Sicher hat nicht nur die Autorin ein gesteigertes Interesse an der Anerkennung ausländischer Qualifikationen und Hochschulabschlüssen in Deutschland. Meine bange Frage, ob sich das angestrebte österreichische Diplom zur Erwachsenenbildnerin auch hier zu Lande verwerten lässt, löste sich seit Donnerstag in Wohlgefallen auf, als in Berlin die Eckpunkte der neuen Regelung vorgestellt wurden. Grund der positiven „Umdenke“ ist der sich abzeichnende Fachkräftemangel. [via FT 19.06.2009]

Jeder, der über Auslandsqualifikationen verfügt, hat Anspruch auf ein umfassendes individuelles Prüfverfahren, bei dem neben formalen Abschlüssen auch Berufserfahrung berücksichtigt wird. Soweit dabei die Gleichwertigkeit mit deutschen Abschlüssen festgestellt wird, ist die Gleichwertigkeit auch zu bescheinigen. Bei teilweiser Gleichwertigkeit, ist aufzuzeigen, wie fehlende Qualifikationen noch nachträglich erworben werden können. [via firmenpresse.de]