Eigentlich hatte ich nicht vor, meinen eigenen Artikel aus dem Schwerpunktheft Fortbildung hier aufzugreifen. Doch nun erreichen mich diese Tage gleich zwei Meldungen, die den BuB-Beitrag von H. 7-8/2010 (S. 528-532) “Das Fachwissen in Form halten” – The next generation: Präsenzveranstaltung versus virtuelles Lernen” goutieren.
Die eine Meldung kommt vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE) / Leibznitz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V. und kündigt das 13. DIE-Forum Weiterbildung mit dem Titel Lernen in Bewegung an. Sie wird vom 29. bis 30.11.2010 in Bonn “Vom Einfluss des bewegten Körpers auf individuelles und soziales Lernen” künden. [via idw]
Das Gehirn liebt Bewegung
“Einer Studie zufolge ist die Gedächtnisleistung höher, wenn neben dem reinen Betrachten und sich Merken von (eindimensionalen) Formen außerdem auch noch eine Aktion, etwa eine Handbewegung (“an den Kopf greifen”) erfolgt. Der Forschungsbereich “Bewegungs-Neurowissenschaft” untersucht den Zusammenhang von körperlichen Aktivitäten und kognitiven Funktionen und als einen der Forschungsschwerpunkte die exekutive Funktion”, so lauteten meine Zeilen. Was das genau ist, lesen Sie bitte im BuB selbst nach, bevor ich hier noch den ganzen Artikel wiedergebe.
Quintessenz ist, dass Bewegung dem Gehirn beim Verankern von Inhalten und bei der Steuerung von Aufmerksamkeitsmechanismen und dem Organisieren von Lernprozessen hilft.
Daraus ist abzuleiten, dass das Lernen in “bewegten” Gruppen eindeutig Vorteile gegenüber dem Selbstlernen hat. Das heißt jedoch nun nicht, dass selbstorganisiertes Lernen gering geschätzt werden muss. Denn wenn ich mir gezielt nur diejenigen Inhalte zu Gemüte führe, die ich konkret brauche und nicht die, die die Gruppe bevorzugt, dann spart das durchaus Zeit und Nerven. Vielleicht jedoch sollte ich daran denken, während meines eremitischen Lernens öfters einmal aufzustehen und ein paar Schritte in Richtung Teekanne zu spazieren, mir ab und zu an den Kopf zu greifen und die Schultern kreisen zu lassen.
Die Gruppe liebt Gesten
Apropos “an den Kopf greifen”. Kommen wir hiermit zur anderen Meldung. Sie betrifft die Internationale Konferenz zur Gestenforschung, die an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) vom 25. bis 30. Juli 2010 stattfindet.
Gestenforschung – was es nicht alles gibt. Von etwa 300 Fachwissenschaftler/inne/n und Studierenden werden Gesten aus linguistischer, neurologischer und evolutionärer Sicht in Augenschein genommen. Derzeit findet außerdem eine Sommerschule “Handling Gesture” statt.
Und nun zu meinem Artikel, denn er spricht ebenfalls die Wichtigkeit von Gesten bzw. Körpersprache an. In Face-to-Face-Seminaren, also Präsenzveranstaltungen, findet ein beständiges Auseinandersetzen mit dem Gegenüber statt, die die Körpersprache, Gestik, Mimik, Melodie der Sprache, Tonfall, etc. mit berücksichtigt, mithin ein feinge”tunter” Abtausch möglich wird.
Inhaltliche Schwerpunkte, die Thementiefe und -entwicklung lassen sich im Gegensatz zum virtuellen Lernen in Präsenzveranstaltungen ebenfalls unmittelbarer steuern. Ein beredtes oder gar betretenens Schweigen, wenn zum Beispiel ein Vorschlag zur Programmänderung gemacht wird – wie sähe dies eigentlich in einem Chat aus?
Was meinen Sie, welche Lern-/Lehrmethode ich als Trainerin, E-Learning-Autorin, Fortbildungsveranstalterin sowie Fortbildungsteilnehmerin bevorzuge? Die Antwort finden Sie möglicherweise in meinem Beitrag.