Wie schützen wir Bibliotheken?

“Das Ende der Bescheidenheit – wie schützen wir Bibliotheken vor dem Verschwinden in Haushaltslöchern?” Ein vielversprechender Titel und eine vielversprechende Persönlichkeit: Monika Ziller, die kürzlich gewählte Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) und Direktorin der Stadtbibliothek Heilbronn.

Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit – und zwar in einem weitaus höherem Maße als bisher – ist ein Lösungsansatz des dbv, um Bibliotheken die notwendige Unterstützung wider des Versinkens angedeihen zu lassen. Das geht nicht ohne die dafür notwendigen Mittel. Doch woher nehmen?

Der letzte Satz in der Programmankündigung von Zillers Schlussrede anlässlich des Bayerischen Bibliothekstages in Augsburg, von dem wir diese Woche einen Rückblick gaben, setzt ein Signal. Er lautet:

“… die notwendige Veränderung des Selbstverständnisses der Verbandsarbeit für Bibliotheken.”

Angesprochen, jedoch für manche von uns immer noch nicht offen genug, steht die Frage im Raum, ob sich die Mitgliedsbeiträge der derzeit bestehenden Vereine im deutschen Bibliothekswesen nicht effizienter zusammenlegen ließen. Wenn viele wenig haben – ließe sich denn nicht mit weniger Vereinen viel mehr erreichen? In diesem Sinne habe ich den Beitrag Zillers verstanden.

Als Vorsitzende der Kommission für Fortbildung des BIB, Berufsverband Information Bibliothek e. V. sprach ich denn in der anschließenden Fragerunde auch von einem “grünen Signal”, das von Seiten meines Verbandselternhauses gegeben wäre. Vielleicht kommt es nicht aus jeder Ecke Deutschlands, so doch aus etlichen Kernregionen mit einer hohen Mitgliederzahl. Auch dies ein persönlicher Eindruck, dem von mir aus widersprochen werden darf.

Nur endlich offen darüber geredet – DAS ist Gebot der Stunde. So sieht das auch Jens Renner, ehemaliger Finanzvorstand des BIB. Es müsste jemand kommen, der überzeugend und anpackend eine Fusionierung (Ahhh, jetzt ist das Wort gefallen – ich habe es getan, sinngemäß aus seinen Worten extrahiert!) in Gang setzt, so Renner.

Sorry, wenn ich nach einer Woche nicht mehr alles wortwörtlich parat habe, denn zu dieser Schlussrede machte ich mir keine Notizen, wollte einfach nur entspannt zuhören. Die Rednerin und die Wortmeldungen haben jedoch den soeben geschilderten Eindruck hinterlassen, mithin sind sie zumindest teilweise haftbar zu machen für möglicherweise ungebührliche Darstellungen.

Apropos Gebühren: die sind in unseren Verbänden – trotz kürzlicher Anpassung wie beim BIB – immer noch zu niedrig, verglichen mit anderen (nichtbibliothekarischen) Vereinen, die tatsächlich etwas bewirken und eine gute Lobbyarbeit betreiben. Wenn ich jedoch wählen könnte zwischen “Fusionierung oder Gebührenerhöhung” – also, da wüsste ich schon, wofür ich meinen Stimmzettel abgäbe.

Und Sie?

Jetzt heißt es, das Kommentarfeld zu füllen. Trauen Sie sich, wir leben in einer Demoratie – jetzt oder nie!

(Ach was – nie ist nie … aber nach 10 Jahren seit unserer letzten, sehr erfolgreichen Fusionierung wär’s doch grad ein prima Zeitpunkt zur Wiederauflage ernsthafter Diskussionen. Manchen Sie mit, wann immer Sie bereit dafür sind.)

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