Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Brigitte Klein

August 1, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Brigitte Klein zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Frau Klein, seit 1999 sind Sie Dezernentin für Öffentliche Bibliotheken der Bezirksregierung Köln -Dezernat 48.08- und erlebten seit 1988, damals noch als Leiterin der Vorgängerinstitution „Staatliche Büchereistelle Köln“, eine wechselvolle Geschichte der bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen. Zeitweise konnten sogar keine Fortbildungen mehr von Seiten des Dezernats angeboten werden, andererseits hatten Sie – gemeinsam mit dem Bibliotheksdezernat der Bezirksregierung Düsseldorf – im Bezug auf die Qualitätszertifizierung unter ISO-9001:2000 für einen Bibliotheksverbund (s. BuB, 2006, H. 9, S. 641f) von sich reden gemacht.

Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Brigitte Klein: Wenn die Teilnehmenden, die Zeit und Geld in eine Fortbildung gesteckt hatten, zufrieden sind und sie einen Gewinn für ihre Praxis erhalten. Aber auch, wenn sich das eine oder andere nicht sofort umsetzen lässt, sich doch zumindest etwas in den Köpfen bewegt hat.

Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Klein: Zurzeit stehen wir in Nordrhein-Westfalen in der Diskussion, wie wir uns noch stärker vernetzen und besser koordinieren können. Wir, die Fortbildungsanbieter/innen Nordrhein-Westfalens, treffen uns zweimal im Jahr, koordiniert durch die Aus- und Fortbildungskommission des vbnws, und versuchen, terminliche wie inhaltliche Überschneidungen zu verhindern und gezielte Themenabgrenzungen je nach Institution zu finden.

Wobei uns das nicht immer ganz gelingt.

Andererseits finde ich das auch nicht so schlimm. Wenn sich mal ein Seminar wiederholt, vor allem in einer anderen Stadt, so haben die KollegInnen dann wenigstens eine zweite Chance, falls sie bei der ersten Veranstaltung nicht dabei sein konnten. Zudem läuft die Entwicklung in einer Bibliothek ja nicht immer gleichzeitig mit dem aktuellen Seminarangebot ab, und manche Themen werden erst Jahre später so zusagen „neu für sich entdeckt“ und angefragt. Auch Wiederholung ist somit bedarfsgerecht.

Insgesamt sollte es noch mehr und vielfältigere Angebote geben.

Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?

Klein: Eigentlich keine. Es gibt mittlerweile so viele Fortbildungsanbieter, welche die verschiedensten Bereiche abdecken. Und auch das ehemalige HBZ, jetzt das Zentrum für bibliothekarische Weiterbildung der FH Köln (ZBIW), berücksichtigt in seinem Angebot nun auch die öffentlichen Bibliotheken. Es gibt tatsächlich eine Fülle an Angeboten, auch von Seiten der Berufsverbände, ob zu Technik, Personalfragen, Bibliotheksentwicklungskonzepten … Die Situation ist vielleicht noch nicht ideal, aber im Vergleich zu früheren Jahren hat sie sich sehr verbessert. Unlängst stöhnte eine Bibliothekarin, es gäbe mittlerweile viel zu viel Einladungen, meinte dies jedoch durchaus positiv.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …

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