Juli 30, 2008
„Wie kann Personalentwicklung pädagogisch hochwertig gestaltet werden?“ lautet das Workshopthema Nr. 3 innerhalb der LQ-Netzwerkkonferenz mit dem Titel „Pädagogische Qualität“ am 26.11.2008 in Frankfurt a.M. (wir berichteten). Achtung: Frühbucherrabatt nur noch bis morgen, 31.07.2008!
Wir wissen nicht, was uns die Referentin Carola Schütte-Reuter als Methoden der internen Qualifizierung vorstellen wird, aber ich würde die „Lerninseln“ in den Ring werfen.
Lerninseln sind Inseln aus Raum, Zeit und Arbeitsaufgaben, die sich eine Gruppe von MitarbeiterInnen schafft bzw. für MitarbeiterInnen geschaffen werden, um Lernen und Arbeiten zu verbinden und miteinander und vor allem eigenverantwortlich Erkenntnisse zu gewinnen. Lerninseln zählen zu den konstrukivistischen Methoden in der Erwachsenenbildung und zeichnen sich besonders durch Handlungsorientierung aus.
Linktipp für Ausbilder/innen: „Ausbilden in Lerninseln“, BMBF
Literatur für praktische Bildungstheoretiker:
- Rolf Arnold: Ich lerne, also bin ich: Eine systemisch-konstruktivistische Didaktik
- Horst Siebert: Pädagogischer Konstruktivismus: Lernzentrierte Pädagogik in Schule und Erwachsenenbildung
Bei der Anmeldung zur LQ-Netzwerkkonferenz wird man nach einer Alternativwahl gefragt, falls der erstgewünschte Workshop bereits ausgebucht ist. Würde sich der Workshop 2 von Monika Kil empfehlen: „Wie können pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die pädagogische Qualität steuern? Handlungsspielräume in sich verändernden Organisationen. (Passt auch gut zum Thema unseres Blogs von gestern: Veränderungsmanagement)
Wir sehen uns!
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Verfasst von ilonamunique
Juli 29, 2008
Vorbei die Zeiten, als Veränderungen in Bibliotheken irgendwie und ungesteuert oder von außen aufgezwungen „passierten“. Heute werden sie bewusst herbeigeführt und – genau! – gemanagt. Ein Wort mit unpräziser Definition, doch passt das ja ganz gut zum weichen Faktor „Veränderung“.
„Veränderungsmanagement für Bibliotheken“ also, und damit das nicht zu vage bleibt, lädt das Bildungswerk ver.di nach Würzburg ein, vom 17.09. bis 19.09.2008. (Programm, 252 KB)
(By the way: wer weiß aus dem Stehgreif den vollen Namen von ver.di? Durchhalten … unten die Auflösung … nicht scrollen! Nicht googeln! Eine echte Herausforderung …)
Der Untertitel des Seminars bringt es an den Tag: Veränderungen sind immer mit „Herausforderungen“ verknüpft. Da „Forderung“ jedoch schrecklich nach Arbeit ohne Lohn riecht, schrecken die meisten davor zurück. DAS jedoch hätte genau diese Fortbildung sicher nicht verdient!
Drei Tage lang versorgen Sie Arnulf Greimel, Hanna Eberle und Sabine Loders in der Akademie Frankenwarte mit Informationen vor allem für die Zielgruppe der „Interessensvertretungen im Bereich der Bibliotheken“ , diese da wären diederdas Betriebs- oder Personalrat/-rätin.
Aus dem Inhalt:
- RFID und Selbstverbuchung
- Veränderungsmanagement
- Dienst- und Betriebsvereinbarungen
- neueste Rechtssprechung
Sicher werden unter der Flagge von ver.di (na, schon aufgelöst?) andere Aspekte eingebracht als damals im „Forum Management und Führung“ des DBVs. Sie finden deren Programm (immer noch) im Bibliotheksportal angekündigt: „Veränderungsmanagement als Führungsaufgabe“. Ein gutes Stichwort für allfällige Aktualisierungsmaßnahmen von Webseiten? Ach, manchmal ist es auch schön, wenn man auf alte/s Bekannte/s trifft!
Den „alten Bekannten“ könnte man im Anschluss an das Seminar ebenso auf dem 20. Würzburger Stadtfest begegnen, welches am Freitag nachmittag beginnt und am Samstag – theoretisch! – endet. Und Sonntag sollten Sie dann alles theoretische wie hopfen- oder traubenbotanische erst einmal gründlich verdauen …
Doch vorher zur Lösung des Akronyms (oder Apronyms? Aah, ein neues Rätsel!):
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ist die Abkürzung von ver.di. Genau. Haben alle gleich gewusst. Das war keine echte Herausforderung … da warten doch ganz andere auf Sie, stimmt’s?
Na, dann auf nach Franken! (Wieso nicht „nach Bayern“? Rätsel über Rätsel …)
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Verfasst von fobikom
Juli 27, 2008
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gab unlängst eine Broschüre zur Bildung (PDF, 632 KB) heraus mit dem Titel „Empfehlungen des Innovationskreises Weiterbildung für eine Strategie zur Gestaltung des Lernens im Lebenslauf“ (via Bibliotheksportal, knb).
Die 34-seitige Broschüre im A4-Format offeriert dabei ihre zehn Empfehlungen in einem 23-seitigen Kernteil und kommt dabei sehr gut ohne das Wort Bibliothek / Bücherei aus.
Gut eingefügt hätten sich Bibliotheken, die im Zusammenhang mit Bildung schließlich nicht gerade exotische Institutionen darstellen, beispielsweise auf der Seite 14, rechte Spalte:
Deutschland verfügt über hervorragende Beispiele für das Lernen im Lebenslauf, die breit umgesetzt werden sollten. Initiativen des Bundes und der Länder, der Kommunen, der Wirtschaft, der Bundesagentur für Arbeit und anderer Träger sowie gelungene Einzelinitiativen von Schulen, Hochschulen und weitere Einrichtungen auf regionaler Ebene … müssen mehr in der Öffentlichkeit kommuniziert werden.
Na gut, wir sind wohl innerhalb der „Kommunen“ und „Hochschulen“ subsumiert. Auch „Wirtschaft“ und „andere Träger“ kämen als Deckmantel in Frage, denken wir an unsere vielen OPLs. Oder aber, wir kommunizieren ausreichend, so dass der Passus für uns ohnehin nicht zu gelten braucht.
Und trotzdem, hier ist eine Chance verpasst, Bibliotheken als institutionenübergreifende Bildungsverantwortliche ins Licht der Bildungsöffentlichkeit zu tragen.
Doch Wunder nimmt es nicht, sieht man sich die Auflistung der am Innovationskreis Weiterbildung Beteiligten an. Sehe ich da eine Bibliotheksdirektorin oder einen amtierenden Verbandsvorsitzenden aus unseren Reihen? Fehlanzeige.
Die Zusammensetzung des Innovationskreises Weiterbildung betrachte ich in Kürze im nächsten Teil.
Ilona Munique
<< “Lernen in Lebenslauf“, Rezensionsreihe zur Broschüre des BMFI: Empfehlungen des Innovationskreises Weiterbildung für eine Strategie zur Gestaltung des Lernens im Lebenslauf, 2008>>
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Verfasst von ilonamunique
Juli 25, 2008
Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Christa Waltenberg zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.
FobiKom: Christa, du bist einmal als ein „Urgestein“ unseres Berufsverbandes Information Bibliothek (BIB) bezeichnet worden.
Nachdem du seit 1990 im Vorstand der Landesgruppe Bayern arbeitest und später die Nachfolge von Karin Holl als Vorsitzende angetreten hast, zeichnest du für zahllose Fortbildungsveranstaltungen für unsere Verbandsmitglieder verantwortlich. All dies neben deiner Leitungstätigkeit in der Juristischen Bibliothek des Verbundsystems der Münchner Stadtbibliothek, für die du ja ebenfalls Veranstaltungen anbietest.
Was macht dich als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?
Christa Waltenberg: Dass ich dabei den Kolleginnen und Kollegen helfen kann, den Bibliotheksalltag zu bewältigen.
Wo siehst du in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?
Waltenberg: Ganz generell braucht es ein stärkeres Bewusstsein für bestimmte Themen. Beispielsweise sollte die Wichtigkeit von IT-Themen und von elektronischen Medien auch für die kleinen und öffentlichen Bibliotheken von den Agierenden erkannt und entsprechende Fortbildungen dazu verstärkt wahrgenommen werden.
Oder auch die Bedeutung von Zielgruppenarbeit und konzeptioneller Arbeit. Das Personal sollte außerdem darauf geschult werden, als Lobbyisten für ihre Bibliothek aufzutreten. Neben den Sachthemen liegt uns als Personalverband ebenso die Entwicklung von „Soft Skills“ am Herzen. Gerade bieten wir eine Fortbildung zur Stimmschulung an. Außerdem müsste mehr Moduldenken entwickelt werden, also Fortbildungen, die aufeinander aufbauen.
Wenn du einen Wunsch frei hättest …
Waltenberg: Bildungsurlaub sollte vom Unterhaltsträger der Bibliothek sowohl gefördert als auch gefordert werden. Dazu braucht es ein Bewusstsein, wie wichtig Fortbildungen sind. Es ist doch im Moment noch so, dass Fortbildung mehr auf Freiwilligkeit basiert und als ein „Herausstehlen aus der Arbeit“ gesehen wird. Fortbildung muss viel mehr als dringende Notwendigkeit erkannt werden.
Außerdem wünschte ich mir, dass auch mehrtägige Veranstaltungen möglich werden, trotz mangelnder Zeit- und Personalressourcen.
Gibt es für dich einen Unterschied zwischen Fortbildung und Weiterbildung?
Waltenberg: Ja. Fortbildung sehe ich als „Wissen aktuell halten, auf vorhandenem Wissen aufbauen“ an. „Weiterbildung heißt für mich, „Neues, Unbekanntes hinzulernen.“ Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von fobikom
Juli 24, 2008
In ihrem BuB-Editorial zum Bibliothekartag (s. BuB H. 5, 2008, S. 362) hatte Susanne Riedel, unsere BIB-Vorsitzende, es bereits angedeutet. Nun ist „der Ball im Kisterl“.
Die Beschlussempfehlung des Deutschen Bibliotheksverbandes, DBV, demzufolge Bibliothekartage als Fortbildungsveranstaltungen gelten (sollen), wurde auf der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen, so die Verlautbarung aus einer sicheren Quelle, dem offiziellen Protokoll vorauseilend. (Nicht umsonst stehen Bibliothekartage auf den BIB-Webseiten schon von jeher unter „Fortbildungsveranstaltungen“.)
Vorausgegangen war der Beschlussvorlage ein Offener Brief (PDF, 152 KB) der Personalverbände BIB und VDB an die bibliothekarische Fachöffentlichkeit mit der Überschrift: „Fortbildung kostet Zeit und Geld, keine Fortbildung kostet die Zukunft!“ (s.a. BuB, 2008, H. 4, S. 285)
Für Erfurt 2009 können folglich alle Teilnahmewilligen bei ihren Vorgesetzten darauf verweisen und betonen, dass es sich beim 98. Deutschen Bibliothekartag weder um eine Butterfahrt noch um ein Stammtischtreffen Ehemaliger, sondern um „Fortbildung auf höchster Ebene“ handelt.
Höchste Zeit dafür.
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Verfasst von fobikom
Juli 23, 2008
Oliver Obst formuliert in medinfo Gedanken, wie man Studierende mit Schulung und Beratung erreichen kann. Das Dilemma, welches wir wohl alle kennen, faßt er so zusammen:
„(…) holen aber nur diejenige Minorität ab (20%), die bereit zu so etwas sind und sich und uns eingestehen können, dass sie Hilfe benötigen.“
Zum Schluss zerfasert der Artikel in der (tollen) Darstellung verschiedener Lesefrüchte, die alle verlinkt sind und so verfolgt werden können. Mein Fazit aus der Lektüre: Es gibt keinen Königsweg, es müssen viele Wege zum Benutzer gesucht werden, um möglichst viele zu erreichen …
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Verfasst von jplie
Juli 22, 2008
Hintergrund: Die Kommission für Fortbildung trägt derzeit durch eine Abfrage der BIB-Landesgruppen zusammen, wie es um die jeweilige Kooperationen und Koordinierung von Fortbildung in den einzelnen Bundesländern bestellt ist. Eine der Fragen ist dabei, ob es eine gemeinsame Veranstaltungspublikation zwischen den Kooperationspartnern gibt.
Gestern hatte ich mir Bayern zur Abfrage vorgenommen.
Bei der Niederlegung der Historie des bibfib-Kalenders bekam ich den Eindruck, dass Fortbildung an gewissen Stellen an Stellenwert verlieren könnte. Hier ein Auszug aus der Recherche:
- Publikation: Fortbildungskalender bibfib.de (Bibliothekarische Fortbildung in Bayern)
Redaktion: Bayerische Staatsbibliothek München für die Online-Schaltung; Grundlage ist eine Excel-Tabelle, die zweimal im Jahr nach Aufforderung von der Fachstelle, Außenstelle Regensburg, von den (derzeit bis zu 26) Kooperationspartner ausgefüllt und zurückgesandt wird.
Erscheinungsweise: Detaillierte Fortbildungsinformationen sind nur noch online erhältlich, eine reduzierte Titelauswahl findet sich in der Zeitschrift „Bibliotheksforum“.
- Zur Historie: 2001ff erschien eine gemeinsame Publikation in Broschürenform*, die aus Rationalisierungsgründen ab 2004 als geklammerte Heftbeilage (zuletzt 31 Seiten) zur Publikation „Öffentliche Bibliotheken in Bayern“ (ÖBIB) aufging. (*Seitenzahl unbekannt, da ich leider in einem Anfall von Umzugsstimmung – ja, ich ziehe wieder zurück nach Bayern! – die alten Hefte wegwarf.)
- Die Beilage wiederum wurde zum Veranstaltungszeitraum des zweiten Halbjahres 2005 aufgegeben und direkt „mitten“ in die Publikation ÖBIB (auf 5 Seiten) integriert, gekennzeichnet durch einen roten Seitenrand.
- Ab 2007 ging die (von den Fachstellen bisher noch selbst publizierte) Zeitschrift ÖBIB auf, und zwar in das „Bibliotheksforum Bayern“, das bis dato für wissenschaftliche Bibliotheken konzipiert war. Damit rückte der bibfib-Kalender auf die hinteren Seiten und reduzierte sich auf eine Seite und um die nähere Themenbeschreibung, im darauf folgenden Heft nochmals reduziert um die detaillierteren Informationen zu den aktuell meldenden (zuletzt 14) Veranstaltern, und nunmehr versehen mit dem Untertitel „in Auswahl“, welcher ein Heft später zum Normaltitel wird, also: „Bibliothekarische Fortbildung in Auswahl“. Im Anschluss an eine (dürftige) Tabelle werden einzelne Highlights textlich gesondert behandelt bzw. beschrieben.
- Alle Fortbildungsveranstaltungen des Halbjahres lassen sich erfreulicherweise online innerhalb des bibfib-Kalenders unter bibfibprint (PDF, 112 KB) downloaden. Inklusive Kurzbeschreibung, Veranstalteradressen und Teledaten.
- Ab dem Jahrgang 2002 findet sich ein Online-Archiv des Heftes ÖBIB. Besonders nutzerfreundlich: einzelne Artikel lassen sich auch einzeln downloaden (im Unterschied zum BuB). Sollte also einmal eine Auswertung über alle angebotenen Veranstaltungen anstehen, so steht dem nichts im Wege. Ganz abgesehen davon, dass einem die für die Fortbildungsmeldungen zuständige Redakteurin in der Fachstelle Regensburg, Ingrid Schneider, vermutlich entsprechende Wege zu allen Archivalia zeigen würde. Ich würde z.B. anfragen, ob es auch ein Archiv von bibfibprint gibt – vielleicht habe ich es übersehen?
Vermutlich ist es eine Konzession an die moderne Zeit, dass Meldungen des Printbereichs abwandern in den Online-Bereich. Ob sie da jedoch buchstäblich „vor Augen bleiben“ und damit besser erinnerlich, ist die Frage. Sicher ist es auch eine Frage der Kosten. Die verbleibenden Meldungen werden wohl nach bestimmten Kriterien seitenanzahlsmäßig „gehandelt“. Hat die Fortbildung demzufolge tatsächlich ihren Stellenwert verloren? Sprechen alle Indizien dafür?
Ich glaube, Nein. Mag es auch bedauerlich sein, dass der Printbereich schrumpft. Die Recherchierbarkeit von Fort- und Weiterbildungsangeboten ist ungleich wichtiger, und dafür wird doch ausreichend Sorge getragen. Das beruhigt.
Foto1: leider unbekannt. Für sachdienliche Hinweise
Foto 2: Bernd Ehrhardt, Agentur Zeitgeist, pixelio.de
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Verfasst von ilonamunique
Juli 20, 2008

Bildung rechnet sich
Der Lohn der Fortbildungsmühen lässt zuweilen auf sich warten, doch Bildung rechnet sich bekanntlich immer. Nur – oft bräuchte es etwas früher die notwendigen Mittel, um Bildung bezahlbarer zu machen. Freuen Sie sich deshalb auf den Herbst – die Bildungsprämie steht bereits im Startloch. Gering- und Mittelmaßverdiener können bald ihr Haushaltsloch stopfen.
Konkret: wer mit weniger als einem zu versteuernden jährlichen Einkommen von € 17.900,- (das Doppelte bei Verheirateten) auskommen muss, erhält eine maximale (!) Prämie von € 154,-, um 50 Prozent der Seminarkosten zu finanzieren.
Tipp: Schlaue Fort- und Weiterbildungsanbieter/innen weisen in ihren Ausschreibungen auf die Möglichkeit der Bildungsprämie hin.
Interessant in diesem Zusammenhang die Nennung einer Bagatellgrenze von 30 EUR. Seminare, die weniger kosten, werden nicht mit einem Zuschuss unterstützt. Vielleicht ist dann langsam Schluss mit Dumping-Honoraren für eine hohe Anzahl von Referentinnen und Referenten. Bis sich das allerdings ändert (siehe Debatte zum Mindestlohn), kommen diese wenigstens gleichfalls in den Genuss geförderter Weiterbildungen für den eigenen Bedarf.
Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist, dass aus den angesparten vermögenswirksamen Leistungen vor Ablauf der Sperrfrist von sieben Jahren förderungsunschädlich Geld entnommen werden kann. Wer also Großes vorhat, der greife beherzt auf seine hohe Kante und hole sich sein Erspartes, bevor es sich die Inflation holt. In Bildung ist das Schlummergeld allemal besser angelegt.
Und was ist mit all denen, die besser und noch besser verdienen? Verdienen die denn keinen Bildungskostenzuschuss? Aber ja, und warum auch nicht! Das ist ähnlich wie beim Freibier, das freut doch alle – arm wie reich!
Besserverdienende profitieren immerhin von Weiterbildungsdarlehen (ähnlich Studienkrediten), die sogar ohne Kreditwürdigkeitsprüfungen vergeben werden.
Mit all diesen (und weiteren) Maßnahmen will die Bundesregierung bis 2015 im Rahmen ihrer „Konzeption zum Lernen im Lebenslauf“ (Lebenslanges Lernen) erreichen, dass sich 50% aller Berufstätigen einmal im Jahr eine Fort- und Weiterbildung gönnen.
Das hilft dem Land, denn Bildung rechnet sich … immer!
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Foto: pixelio.de | Claudia Hautumm
P.S.: Wir förderten zwar ein österreichisches (PDF, 156 KB), nicht jedoch ein deutsches Antragsformular zutage. Wem etwas über den Weg laufen sollte – wir freuen uns auf einen entsprechenden Kommentar oder eine E-Mail-Nachricht. Ansonsten: wir bleiben dran und melden uns …
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Verfasst von fobikom
Juli 18, 2008
Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Margit Rützel-Banz zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung. 
FobiKom: Frau Rützel-Banz, Sie sind seit 2003 in der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main / HeBIS für das Kursangebot und die Organisation der Fortbildungen zuständig.
Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?
Margit Rützel-Banz: Hm, da gäbe es viele Komponenten … besonders glücklich macht es mich, wenn die Themen, die ich anbiete, den tatsächlichen Bedarf decken konnten. Und viele Teilnehmende kenne ich ja noch aus meiner langjährigen Tätigkeit an der Bibliotheksschule in Frankfurt a.M., Fachhochschule für Bibliothekswesen. Wenn diese dann Jahre später wieder in meine Fortbildungsveranstaltung kommen, freue ich mich, wenn ich so zusagen noch ein Sahnehäubchen nachreichen konnte. Es ist auch schön zu erfahren, wenn die Fortbildungen etwas zum beruflichen Weiterkommen beigetragen haben.
Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?
Rützel-Banz: In einer besseren Absprache und gelegentlichen Treffen mit den Fortbildungsanbietern in ganz Deutschland. Manche meiner Teilnehmer/innen kommen vom Bodenseeraum oder aus Hamburg, und da wäre es doch gut, wenn einige Themen überall angeboten werden könnten und nicht jeder das Rad neu erfinden müsste.
FobiKom: So ähnlich wie das Rent-a-Fobi-Angebot der FobiKom: ein bestimmtes Thema ausarbeiten und allen BIB-Landesgruppen zur Übernahme anbieten, oder?
Rützel-Banz: Ja, etwas in der Art. Und es gab in der Vergangenheit auch schon derartige Ansätze, die aber letztendlich immer im Keim erstickten. Genau so ist das auch mit den Datenbanken. Wissenbringtweiter ist zum Beispiel ein wirklich guter Ansatz. Die Abfragemöglichkeit hat jedoch ein viel zu grobes Raster, so dass man bei der Suche immer genau den Begriff erraten muss, unter der eine Veranstaltung womöglich läuft, sonst findet man nicht alles. Das müsste viel feiner gegliedert sein, und es müssten sich auch mehr an der Eingabe beteiligen.
Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?
Rützel-Banz: Eigentlich keine …
FobiKom: … denn wenn Sie Lücken finden, schließen Sie die wohl selbst?
Rützel-Banz: So ist es. Kürzlich hatte ich eine sehr spezielle Themenanfrage, dazu wurde meines Wissens und meiner Recherchen nach noch nirgendwo etwas angeboten. Es ging um steuerrechtliche Fragen in der Medienbearbeitung. Ich habe mir passende Dozenten gesucht, die Veranstaltung bundesweit angeboten und im Handumdrehen war sie ausgebucht. Sie wurde auch direkt ein Jahr später wiederholt. Sowohl beim Aufspüren von Themenlücken als auch beim Lückenfüllen bin ich natürlich auf Anregung von außen angewiesen. Hier wie bei der Referentensuche hilft mir mein Netzwerk, welches ich in langen Jahren geknüpft habe.
Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …
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Verfasst von fobikom
Juli 17, 2008
Neben Globolibro ist es seit kurzem das Weblog Librarian in Residence, das Einblicke in das Bibliothekswesen anderer Länder gibt, hier allerdings bezogen auf die USA und hier nochmal speziell auf New York und die interkulturelle Bibliotheksarbeit bezogen. Den Beitrag zur Fortbildung dort möchte ich gern ganz zitieren:
Weiterbildung fuer Mitarbeiter
…wird sehr ernst genommen. Das Angebot ist umfangreich und vielfaeltig.
Die Teilnahme an den Programmen ist grundsaetzlich fuer alle Mitarbeiter moeglich.
Relevanz fuer die Arbeitsaufgabe spielt keine Rolle.
Man verfaehrt nach dem Grundsatz, dass Wissenszuwachs an sich ja nur positiv sein kann.
Wenn von dieser Einstellung nur ein bißchen in Deutschland vorhanden wäre! Außer für die Mitarbeiter/innen wissenschaftlicher Bibliotheken, bei denen das im Ansatz möglich ist, sehe ich da keine Entsprechung, schon gar nicht im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken. Wie soll lebenslanges Lernen gelinen, wenn es nicht gefüttert wird, von Adäquatem – und Inadäquatem?
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Verfasst von jplie
Juli 16, 2008
Der Deutsche Bildungsserver offerierte vor ein paar Wochen die auf Prof. Dr. Joachim Ludwig rückzuführende Forschungslandkarte Erwachsenen- und Weiterbildung.
Die Forschungslandkarte ermöglicht einen Überblick über aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte im Bereich Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung, die an deutschen Hochschulen durchgeführt wurden und werden.
Innerhalb der fünf dort aufgeführten Kategorien des Forschungsmemorandums – Lernen Erwachsener | Wissensstrukturen und Kompetenzbedarfe | Institutionalisierung | System und Politik – findet sich auch die Kategorie Professionelles Handeln.
Und unter dieser ein kleines Kuriosum:
„Fort- und Ausbildung“
So manchner mag nach einer guten Fortbildung entscheidende Impulse erhalten haben, eine (neue) Ausbildung zu beginnen. Insofern würde es diese ungewohnte Vor(macht)stellung von Fort- vor Ausbildung durchaus rechtfertigen.
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Verfasst von fobikom