Gesellschaftlicher Paradigmenwechsel beim Umgang mit Informationen

Es sieht so aus, als kämen wir nicht dran vorbei, uns an einen anderen Umgang mit Informationen (Stichwort: Web 2.0, Open Source, Semantic Web …) und an den Umgang mit beherzten Informanten (z.B. Un-Konferenzteilnehmende, Community, Blogger etc.) zu gewöhnen.

Also “Augen auf und durch”, die Bibliothek 2.0 harrt unser.

Das “Durch” ist um so schmerzloser, je klarer wir sehen und je schneller wir durchblicken. (Das gilt sowohl für Träger/innen beschlagener Augengläser, also die Schwarzseher à la “Die entleibte Bibliothek” als auch für Liebhaber/innen rosaroter Brillen, sprich: die Verliebten einer neuen Welt, siehe “Alles im Wunderland”.)

Neben excellenter Angebote bibliothekarischer Aufklärungsarbeit (mit welchem Link fange ich jetzt am besten an? Ach, googeln Sie doch einfach …!) bieten sich für einen besseren Durchblick von je her Fachtagungen an. Die nächste zum Thema “Bibliothek 2.0″ ist in Kürze:

BibCamp - Potsdam/Berlin, 16./17. Mai 08

Wir sehen darin große Chancen. Gleichzeitig wurden […] große Probleme für die bibliothekarische Arbeit ausgemacht. […]

Spannend. Worin sehen wir große Chancen? Wer’s wissen will, sollte sich auf den Weg machen. Wer allerdings auf diesem Bar Camp bzw. dieser Un-Konferenz nicht teilnehmen kann, trifft zumindest im Internet auf eine Plattform des Meinungsaustausches. Zurückschrecken sollte man jedoch nicht, denn es wimmelt von erklärungsbedürftigen Anglizismen und Fachbegriffen (?).

Auch hier im FobiKom-Blog darf gerne diskutiert werden (und einfaches Deutsch wird nicht geahndet). Zum Beispiel über die Frage:

Hat Rechtschreibung im Internet noch eine Chance?

(Ich beziehe mich auf eine aktuelle Durchsicht erwähnter Plattform des BibCamp, in der Hoffnung, man möge sich der dortigen Un-Rechtschreibung noch einmal annehmen. Es muss ja nicht gaaaaanz perfekt sein, aber gleich so wüst?)

3 Antworten zu “Gesellschaftlicher Paradigmenwechsel beim Umgang mit Informationen”

  1. ES sagt:

    Es kann natuerlich jeder selbst bestimmen, welche Kommentare im eigenen Weblog erscheinen sollen, aber obiger (und der andere) geht ganz offensichtlich in Richtung Werbung und hat eigentlich kaum etwas mit dem kommentierten Beitrag zu tun…
    Werbung fuer kommerzielle Dienstleistungen haben z.B. bei uns absolut keine Chance, sie werden nicht freigeschaltet.

  2. Karsten Schuldt sagt:

    Schön, dass es tatsächlich auch differenzierte Meinung zur Bibliothek 2.0 gibt. Aber der letzte Absatz irritiert mich doch ein wenig: Die Homepage des Bibcamp ist nicht umsonst ein Wiki. Es ist offen für Veränderungen, gleichzeitig ist jeder Text im beständigen Beta-Stadium. Wer auf Rechtsschreibfehler stößt, kann sie auch einfach selber verbessern und muss sich nicht darüber den Kopf zerbrechen. Ein solches Arbeiten ist Teil des in der Überschrift erwähnten Paradigmenwechsels. Und wenn jemand darauf Wert liegt, dann hat die Rechtschreibung gerade im Internet ein Chance, solange er oder sie es einfach selber macht.
    Ansonsten: dass Fachtermini benutzt werden, scheint mir jetzt kein großes Problem zu sein. Es geht halt um ein gerade entstehendes neues Fachgebiet, dazu bedarf es auch einer neuen Sprache. Das ist bei der Neurobiologie nicht anders gewesen, als bei der Etablierung des Wissenschaftlichen Bibliothekswesens oder den Gender Studies. Wissenschaft und Gesellschaft sind beständig in Bewegung. Da wäre es verwunderlich, wenn die Sprache sich nicht verändern würde.
    Und das Problem bei Anglizismen sehe ich jetzt auch nicht. English ist halt eine schön einfache Sprache, mit der man sich auch in Diskussionen außerhalb Deutschland einmischen kann. Und wenn man über das Web2.0 redet, redet man eben von einer internationalen Entwicklung: wenn man über die Open Source Bewegung redet, dann meint man damit eine Bewegung, die sich international organisiert und gerade nicht auf einen Sprachraum oder einen Staat beschränkt.

  3. fobikom sagt:

    Hallo ES,
    das ist richtig, Werbung ist auch bei uns nicht erwünscht. Die Einstellung wurde wieder dahingehend verändert, dass Kommentare erst freigeschaltet werden müssen. Die entsprechenden Beiträge sind gesperrt.

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