Die (gefühlte) Über-Evaluation von Einrichtungen

Ein neues Wort, entdeckt im Weblog “Bibliotheken als Bildungseinrichtungen”, reizt zur Diskussion:

Überevaluation. … Gerade bei der Verschickung der Fragebögen […] ein Problem, welches in Deutschland kaum thematisiert wurde: die (gefühlte) Über-Evaluation von Einrichtungen.”*

Evaluation kostet Zeit. Den Teilnehmenden einer Fortbildung genauso wie den Organisatoren. Es braucht Zeit, die Bewertungsbögen auszuwerten, ganz besonders, wenn es, wie z.B. in Verbänden mit ehrenamtlichem Personal, per Hand geschieht.

Und Zeit kostet es, aus den Auswertungen (zeitnah) Konsequenzen zu ziehen und Veränderungen einzuführen.

Es stellt sich die Frage: lohnt sich Evaluation? Genügt denn nicht ein “Bauchgefühl”? Haben Sie eine Antwort?

* Karsten Schuldt beschäftigt sich in seiner Promotionsarbeit mit der “Wirkung politischer Erwachsenenbildung” [Letzter Zugriff: 02.05.2008]


3 Antworten zu “Die (gefühlte) Über-Evaluation von Einrichtungen”

  1. jplie sagt:

    Ich finde, der Aufwand lohnt sich dann, wenn
    - aus der Evaluation Konsequenzen gezogen werden und in Folge dann
    - öfter evaluiert wird und deshalb im Vergleich Tendenzen sichtbar werden, welche wieder für gezielte Verbesserungen genutzt werden können.
    Weiter sollte man gegenüber jenen, die Rückmeldung geben bzw. überhaupt transparent sein.

    Ist es mit Evaluation nicht ebenso wie Marketing: Eine gezielte, sinnvolle Maßnahme, die zur Qualität des institutionellen Handelns entscheidend beitragen kann, mit der aber ebenso Schindluder getrieben werden kann, so dass schlussendlich nicht mehr als eine Worthülse bleibt (Marketing = hohle Werbung, Evaluation = “wir tun so, als ob wir Dich als Kunden ernst nehmen und planvoll handeln, dabei schustern wir alles nach Augenmaß zusammen”).

  2. marbles27 sagt:

    Drei kurze und spontane Gedanken zum Thema:

    - Evaluation lohnt sich nur dann, wenn sie nicht um ihrer selbst willen durchgeführt wird, sondern vor dem Hintergrund einer bestimmten und präzise festgelegten Zielsetzung erfolgt.

    - Bei Evaluation mittels Bewertungsbögen muss man genau hinschauen. Häufig sind Fragen in Bewertungsbögen nicht neutra,l sondern suggestiv gestellt.

    - Evaluation sollte man nicht nur auf Bewertungsbögen reduzieren. Fragebögen sind ein wichtiges, aber beileibe nicht das einzige Instrument zur Evaluation.

  3. marbles27 sagt:

    Ein Nachtrag zum Thema Evaluation und Fragebogen, zwar nicht aus dem Bibliotheksbereich, dennoch ganz interessant (amüsant):

    http://www.heise.de/autos/Der-Fragebogen-eine-teure-und-nutzlose-Art-dem-Kunden-Zeit-zu-stehlen–/artikel/s/5769

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