Fortbildung auf höchster Ebene

Juli 24, 2008

In ihrem BuB-Editorial zum Bibliothekartag (s. BuB H. 5, 2008, S. 362) hatte Susanne Riedel, unsere BIB-Vorsitzende, es bereits angedeutet. Nun ist “der Ball im Kisterl”.

Die Beschlussempfehlung des Deutschen Bibliotheksverbandes, DBV, demzufolge Bibliothekartage als Fortbildungsveranstaltungen gelten (sollen), wurde auf der Mitgliederversammlung einstimmig angenommen, so die Verlautbarung aus einer sicheren Quelle, dem offiziellen Protokoll vorauseilend. (Nicht umsonst stehen Bibliothekartage auf den BIB-Webseiten schon von jeher unter “Fortbildungsveranstaltungen”.)

Vorausgegangen war der Beschlussvorlage ein Offener Brief (PDF, 152 KB) der Personalverbände BIB und VDB an die bibliothekarische Fachöffentlichkeit mit der Überschrift: “Fortbildung kostet Zeit und Geld, keine Fortbildung kostet die Zukunft!” (s.a. BuB, 2008, H. 4, S. 285)

Für Erfurt 2009 können folglich alle Teilnahmewilligen bei ihren Vorgesetzten darauf verweisen und betonen, dass es sich beim 98. Deutschen Bibliothekartag weder um eine Butterfahrt noch um ein Stammtischtreffen Ehemaliger, sondern um “Fortbildung auf höchster Ebene” handelt.

Höchste Zeit dafür.


Eher sporadisch

Juli 23, 2008

Oliver Obst formuliert in medinfo Gedanken, wie man Studierende mit Schulung und Beratung erreichen kann. Das Dilemma, welches wir wohl alle kennen, faßt er so zusammen:

“(…) holen aber nur diejenige Minorität ab (20%), die bereit zu so etwas sind und sich und uns eingestehen können, dass sie Hilfe benötigen.”

Zum Schluss zerfasert der Artikel in der (tollen) Darstellung verschiedener Lesefrüchte, die alle verlinkt sind und so verfolgt werden können. Mein Fazit aus der Lektüre: Es gibt keinen Königsweg, es müssen viele Wege zum Benutzer gesucht werden, um möglichst viele zu erreichen …


Indizienbeweis zur Wertigkeit von Fortbildung?

Juli 22, 2008

Hintergrund: Die Kommission für Fortbildung trägt derzeit durch eine Abfrage der BIB-Landesgruppen zusammen, wie es um die jeweilige Kooperationen und Koordinierung von Fortbildung in den einzelnen Bundesländern bestellt ist. Eine der Fragen ist dabei, ob es eine gemeinsame Veranstaltungspublikation zwischen den Kooperationspartnern gibt.

Gestern hatte ich mir Bayern zur Abfrage vorgenommen.

Bei der Niederlegung der Historie des bibfib-Kalenders bekam ich den Eindruck, dass Fortbildung an gewissen Stellen an Stellenwert verlieren könnte. Hier ein Auszug aus der Recherche:

  • Publikation: Fortbildungskalender bibfib.de (Bibliothekarische Fortbildung in Bayern)
    Redaktion: Bayerische Staatsbibliothek München für die Online-Schaltung; Grundlage ist eine Excel-Tabelle, die zweimal im Jahr nach Aufforderung von der Fachstelle, Außenstelle Regensburg, von den (derzeit bis zu 26) Kooperationspartner ausgefüllt und zurückgesandt wird.
    Erscheinungsweise: Detaillierte Fortbildungsinformationen sind nur noch online erhältlich, eine reduzierte Titelauswahl findet sich in der Zeitschrift „Bibliotheksforum“.
  • Zur Historie: 2001ff erschien eine gemeinsame Publikation in Broschürenform*, die aus Rationalisierungsgründen ab 2004 als geklammerte Heftbeilage (zuletzt 31 Seiten) zur Publikation „Öffentliche Bibliotheken in Bayern“ (ÖBIB) aufging. (*Seitenzahl unbekannt, da ich leider in einem Anfall von Umzugsstimmung - ja, ich ziehe wieder zurück nach Bayern! - die alten Hefte wegwarf.)
  • Die Beilage wiederum wurde zum Veranstaltungszeitraum des zweiten Halbjahres 2005 aufgegeben und direkt „mitten“ in die Publikation ÖBIB (auf 5 Seiten) integriert, gekennzeichnet durch einen roten Seitenrand.
  • Ab 2007 ging die (von den Fachstellen bisher noch selbst publizierte) Zeitschrift ÖBIB auf, und zwar in das „Bibliotheksforum Bayern“, das bis dato für wissenschaftliche Bibliotheken konzipiert war. Damit rückte der bibfib-Kalender auf die hinteren Seiten und reduzierte sich auf eine Seite und um die nähere Themenbeschreibung, im darauf folgenden Heft nochmals reduziert um die detaillierteren Informationen zu den aktuell meldenden (zuletzt 14) Veranstaltern, und nunmehr versehen mit dem Untertitel „in Auswahl“, welcher ein Heft später zum Normaltitel wird, also: “Bibliothekarische Fortbildung in Auswahl”. Im Anschluss an eine (dürftige) Tabelle werden einzelne Highlights textlich gesondert behandelt bzw. beschrieben.
  • Alle Fortbildungsveranstaltungen des Halbjahres lassen sich erfreulicherweise online innerhalb des bibfib-Kalenders unter bibfibprint (PDF, 112 KB) downloaden. Inklusive Kurzbeschreibung, Veranstalteradressen und Teledaten.
  • Ab dem Jahrgang 2002 findet sich ein Online-Archiv des Heftes ÖBIB. Besonders nutzerfreundlich: einzelne Artikel lassen sich auch einzeln downloaden (im Unterschied zum BuB). Sollte also einmal eine Auswertung über alle angebotenen Veranstaltungen anstehen, so steht dem nichts im Wege. Ganz abgesehen davon, dass einem die für die Fortbildungsmeldungen zuständige Redakteurin in der Fachstelle Regensburg, Ingrid Schneider, vermutlich entsprechende Wege zu allen Archivalia zeigen würde. Ich würde z.B. anfragen, ob es auch ein Archiv von bibfibprint gibt - vielleicht habe ich es übersehen?

Vermutlich ist es eine Konzession an die moderne Zeit, dass Meldungen des Printbereichs abwandern in den Online-Bereich. Ob sie da jedoch buchstäblich “vor Augen bleiben” und damit besser erinnerlich, ist die Frage. Sicher ist es auch eine Frage der Kosten. Die verbleibenden Meldungen werden wohl nach bestimmten Kriterien seitenanzahlsmäßig “gehandelt”. Hat die Fortbildung demzufolge tatsächlich ihren Stellenwert verloren? Sprechen alle Indizien dafür?

Ich glaube, Nein. Mag es auch bedauerlich sein, dass der Printbereich schrumpft. Die Recherchierbarkeit von Fort- und Weiterbildungsangeboten ist ungleich wichtiger, und dafür wird doch ausreichend Sorge getragen. Das beruhigt.

Foto1: leider unbekannt. Für sachdienliche Hinweise
Foto 2: Bernd Ehrhardt, Agentur Zeitgeist, pixelio.de

Ab Herbst rechnet sich Fortbildung doppelt

Juli 20, 2008
Bildung rechnet sich

Bildung rechnet sich

Der Lohn der Fortbildungsmühen lässt zuweilen auf sich warten, doch Bildung rechnet sich bekanntlich immer. Nur - oft bräuchte es etwas früher die notwendigen Mittel, um Bildung bezahlbarer zu machen. Freuen Sie sich deshalb auf den Herbst - die Bildungsprämie steht bereits im Startloch. Gering- und Mittelmaßverdiener können bald ihr Haushaltsloch stopfen.

Konkret: wer mit weniger als einem zu versteuernden jährlichen Einkommen von € 17.900,- (das Doppelte bei Verheirateten) auskommen muss, erhält eine maximale (!) Prämie von € 154,-, um 50 Prozent der Seminarkosten zu finanzieren.

Tipp: Schlaue Fort- und Weiterbildungsanbieter/innen weisen in ihren Ausschreibungen auf die Möglichkeit der Bildungsprämie hin.

Interessant in diesem Zusammenhang die Nennung einer Bagatellgrenze von 30 EUR. Seminare, die weniger kosten, werden nicht mit einem Zuschuss unterstützt. Vielleicht ist dann langsam Schluss mit Dumping-Honoraren für eine hohe Anzahl von Referentinnen und Referenten. Bis sich das allerdings ändert (siehe Debatte zum Mindestlohn), kommen diese wenigstens gleichfalls in den Genuss geförderter Weiterbildungen für den eigenen Bedarf.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist, dass aus den angesparten vermögenswirksamen Leistungen vor Ablauf der Sperrfrist von sieben Jahren förderungsunschädlich Geld entnommen werden kann. Wer also Großes vorhat, der greife beherzt auf seine hohe Kante und hole sich sein Erspartes, bevor es sich die Inflation holt. In Bildung ist das Schlummergeld allemal besser angelegt.

Und was ist mit all denen, die besser und noch besser verdienen? Verdienen die denn keinen Bildungskostenzuschuss? Aber ja, und warum auch nicht! Das ist ähnlich wie beim Freibier, das freut doch alle - arm wie reich! ;-)

Besserverdienende profitieren immerhin von Weiterbildungsdarlehen (ähnlich Studienkrediten), die sogar ohne Kreditwürdigkeitsprüfungen vergeben werden.

Mit all diesen (und weiteren) Maßnahmen will die Bundesregierung bis 2015 im Rahmen ihrer “Konzeption zum Lernen im Lebenslauf” (Lebenslanges Lernen) erreichen, dass sich 50% aller Berufstätigen einmal im Jahr eine Fort- und Weiterbildung gönnen.

Das hilft dem Land, denn Bildung rechnet sich … immer!

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Foto: pixelio.de | Claudia Hautumm

P.S.: Wir förderten zwar ein österreichisches (PDF, 156 KB), nicht jedoch ein deutsches Antragsformular zutage. Wem etwas über den Weg laufen sollte - wir freuen uns auf einen entsprechenden Kommentar oder eine E-Mail-Nachricht. Ansonsten: wir bleiben dran und melden uns …


Fort- und WeiterBildung im Gespräch … mit Margit Rützel-Banz

Juli 18, 2008

Interview der BIB-Kommission für Fortbildung, FobiKom, mit Margit Rützel-Banz zur bibliothekarischen Fort- und Weiterbildung.

FobiKom: Frau Rützel-Banz, Sie sind seit 2003 in der Geschäftsstelle für Aus- und Fortbildung an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main / HeBIS für das Kursangebot und die Organisation der Fortbildungen zuständig.

Was macht Sie als Weiterbildungsanbieterin bzw. -organisatorin besonders glücklich?

Margit Rützel-Banz: Hm, da gäbe es viele Komponenten … besonders glücklich macht es mich, wenn die Themen, die ich anbiete, den tatsächlichen Bedarf decken konnten. Und viele Teilnehmende kenne ich ja noch aus meiner langjährigen Tätigkeit an der Bibliotheksschule in Frankfurt a.M., Fachhochschule für Bibliothekswesen. Wenn diese dann Jahre später wieder in meine Fortbildungsveranstaltung kommen, freue ich mich, wenn ich so zusagen noch ein Sahnehäubchen nachreichen konnte. Es ist auch schön zu erfahren, wenn die Fortbildungen etwas zum beruflichen Weiterkommen beigetragen haben.

Wo sehen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung Veränderungs- oder Verbesserungsbedarf?

Rützel-Banz: In einer besseren Absprache und gelegentlichen Treffen mit den Fortbildungsanbietern in ganz Deutschland. Manche meiner Teilnehmer/innen kommen vom Bodenseeraum oder aus Hamburg, und da wäre es doch gut, wenn einige Themen überall angeboten werden könnten und nicht jeder das Rad neu erfinden müsste.
FobiKom: So ähnlich wie das Rent-a-Fobi-Angebot der FobiKom: ein bestimmtes Thema ausarbeiten und allen BIB-Landesgruppen zur Übernahme anbieten, oder?
Rützel-Banz: Ja, etwas in der Art. Und es gab in der Vergangenheit auch schon derartige Ansätze, die aber letztendlich immer im Keim erstickten. Genau so ist das auch mit den Datenbanken. Wissenbringtweiter ist zum Beispiel ein wirklich guter Ansatz. Die Abfragemöglichkeit hat jedoch ein viel zu grobes Raster, so dass man bei der Suche immer genau den Begriff erraten muss, unter der eine Veranstaltung womöglich läuft, sonst findet man nicht alles. Das müsste viel feiner gegliedert sein, und es müssten sich auch mehr an der Eingabe beteiligen.

Welche Themen vermissen Sie in der bibliothekarischen Weiterbildung?

Rützel-Banz: Eigentlich keine …
FobiKom: … denn wenn Sie Lücken finden, schließen Sie die wohl selbst?
Rützel-Banz: So ist es. Kürzlich hatte ich eine sehr spezielle Themenanfrage, dazu wurde meines Wissens und meiner Recherchen nach noch nirgendwo etwas angeboten. Es ging um steuerrechtliche Fragen in der Medienbearbeitung. Ich habe mir passende Dozenten gesucht, die Veranstaltung bundesweit angeboten und im Handumdrehen war sie ausgebucht. Sie wurde auch direkt ein Jahr später wiederholt. Sowohl beim Aufspüren von Themenlücken als auch beim Lückenfüllen bin ich natürlich auf Anregung von außen angewiesen. Hier wie bei der Referentensuche hilft mir mein Netzwerk, welches ich in langen Jahren geknüpft habe.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten …

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In New York wird Weiterbildung für Mitarbeiter sehr ernst genommen

Juli 17, 2008

Neben Globolibro ist es seit kurzem das Weblog Librarian in Residence, das Einblicke in das Bibliothekswesen anderer Länder gibt, hier allerdings bezogen auf die USA und hier nochmal speziell auf New York und die interkulturelle Bibliotheksarbeit bezogen. Den Beitrag zur Fortbildung dort möchte ich gern ganz zitieren:

Weiterbildung fuer Mitarbeiter
…wird sehr ernst genommen. Das Angebot ist umfangreich und vielfaeltig.
Die Teilnahme an den Programmen ist grundsaetzlich fuer alle Mitarbeiter moeglich.
Relevanz fuer die Arbeitsaufgabe spielt keine Rolle.
Man verfaehrt nach dem Grundsatz, dass Wissenszuwachs an sich ja nur positiv sein kann.

Wenn von dieser Einstellung nur ein bißchen in Deutschland vorhanden wäre! Außer für die Mitarbeiter/innen wissenschaftlicher Bibliotheken, bei denen das im Ansatz möglich ist, sehe ich da keine Entsprechung, schon gar nicht im Bereich der Öffentlichen Bibliotheken. Wie soll lebenslanges Lernen gelinen, wenn es nicht gefüttert wird, von Adäquatem - und Inadäquatem?


Kleines Kuriosum in der Forschungslandkarte

Juli 16, 2008

Der Deutsche Bildungsserver offerierte vor ein paar Wochen die auf Prof. Dr. Joachim Ludwig rückzuführende Forschungslandkarte Erwachsenen- und Weiterbildung.

Die Forschungslandkarte ermöglicht einen Überblick über aktuelle und abgeschlossene Forschungsprojekte im Bereich Erwachsenenbildung bzw. Weiterbildung, die an deutschen Hochschulen durchgeführt wurden und werden.

Innerhalb der fünf dort aufgeführten Kategorien des Forschungsmemorandums – Lernen Erwachsener | Wissensstrukturen und Kompetenzbedarfe | Institutionalisierung | System und Politik – findet sich auch die Kategorie Professionelles Handeln.

Und unter dieser ein kleines Kuriosum:
“Fort- und Ausbildung”

So manchner mag nach einer guten Fortbildung entscheidende Impulse erhalten haben, eine (neue) Ausbildung zu beginnen. Insofern würde es diese ungewohnte Vor(macht)stellung von Fort- vor Ausbildung durchaus rechtfertigen.

s.a. Blogeintrag reticon.de

Bild (er)schlägt Text

Juli 15, 2008

Eine unter uns Designern bzw. DTP-lern gängige Regel besagt, dass Bild Text schlägt. Will heißen, sobald Bild ins Spiel kommt, gerät (zunächst) der Text ins Hintertreffen. Dieses mag Lesefaulen ja gut bekommen, und so ein bisschen entspanntes Blättern neben der mittäglichen Weißwurst ist auch ganz nett.

Denjenigen, die sich von Fachzeitschriften vor allem Informationen erhoffen, kann das bisweilen zu wenig sein. Ergänzend gibt es Weblogs, in denen Text nachgereicht werden kann. Ich beziehe mich auf die Seite 561 des gerade erschienenen Heftes Nr. 7-8 von Forum Bibliothek und Information, BuB. Dem Miniartikel mit dem Maxibild füge ich nunmehr die “verlorenen” Zeilen nach:

Besonders freuten wir uns über die Anfragen zu einer aktiven Mitarbeit in der Kommission sowie über die Kontakte zu den Landesgruppen, die sich unsere vielfältigen Angebote genauer erklären ließen. Und trotz allem Kongresstrubels konnten gemeinsam mit den Vertretern weiterer Kommissionen des BIBs sowie anderer Verbände Ideen zu übergreifenden Projekten ausgetauscht werden. Dass ein weiteres und spannendes Arbeitsjahr vor uns liegt, haben wir nicht zuletzt unseren BIB-Mitgliedern zu verdanken, die uns auf der Mitgliederversammlung bestätigt hatten und somit ihr Vertrauen aussprachen.

Gerade dem letzten Satz trauerten wir ein wenig nach …


Positives Klima in der Weiterbildungslandschaft

Juli 14, 2008

Mit einem Klimawert von +16,0 stehen wir (Bibliotheken und Museen u.ä.) “nicht wirklich” im Regen. Der Wert kann durchaus als ein Anzeichen für Wachstum gehandelt werden. Doch nun der Reihe nach:

Mit einer Adressdatei von über 18.000 beruflichen wie allgemeinen Weiterbildungsanbietern ist der wbmonitor (s. Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB und Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, DIE) seit 2001 eine repräsentative Umfragequelle, wenn es um die Entwicklung in der Weiterbildung geht.

Auch Bibliotheken sind hier gefragt – sofern sie Weiterbildung – und sei es “nur” für ihre eigenen Mitarbeiter/innen – anbieten. By the way: nutzen Sie die Sommerpause (falls vorhanden) und tragen sich mit ein - das geht ganz fix. Per E-Mail werden Sie dann zur jeweils aktuellen Online-Befragung eingeladen.

Ein Umfragebeispiel aus 2007: hier auf dieser Klimatabelle zur Stimmungslage von Weiterbildner stehen wir unter dem Einrichtungstyp: “Andere öffentliche Einrichtungen (z.B. Bücherei, Museum)” innerhalb einer Klimaskala von -100 (niedrigster Wert) und +100 (höchster Wert) bei einem Klimawert von +16,0.

Hm. Was sagt uns das genau? Hier zur besseren Einordnung:

  • Quer durch alle Befragten hindurch ergibt sich bei der Umfrage zur Stimmungslage ein Klimawert von 26,0.
  • Der höchste Wert bzw. das beste Klima besteht bei den selbstständigen Trainer/innen: Wert +37.
  • Der niedrigte Wert wird bei den Volkshochschulen mit -0,6 angegeben.
  • Mit +16,0 steht unser Einrichtungstyp (s.o.) im durchschnittlichen Vergleich gesehen immerhin in der oberen Hälfte des derzeitig angegebenen Wachstumsklimas.
  • Weitere Ergebnisse zum Projekt “Anbieterforschung” (PDF, 180 KB)

(via bildungsklick.de)

Foto: scol22 | stock.xchng

Nichts Neues zur Weiterbildung

Juli 12, 2008

… so die bedauernde Auskunft einer großen Buchhandlung in einer 70.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt in Oberfranken. Wollte nur mal eben schnell von unterwegs einen kleinen Blogbeitrag in Form einer Rezension schreiben. Nun gut, schnappe ich mir ein flott zu lesendes, kleines Büchlein, zwar bereits 2003 im Aniris Verl. erschienen, von mir jedoch bisher noch nicht entdeckt. Was durchaus an der Größe bzw. Kleine liegen kann: gerade mal 75 Seiten im Din-A 6-Format, und darf sich im Untertitel dennoch als “Ein Handbuch für alle Seminare” bezeichnen. Alle Achtung, ganz hübsch selbstbewusst, Michael E. Buchholz! Er verrät uns denn auch ohne große Umschweife den Schlüssel zum Seminarerfolg und

“Wie du das Beste aus dir herausholst” ISBN 3-937281-00-2

Die Kapitel gliedern sich logisch: Vor dem Seminar - Unmittelbar dabei - Und danach.
Bitte verstehen Sie das richtig: nicht Seminarleiter/innen sind hier gemeint! Nein, die Teilnehmenden selbst werden angesprochen - was doch einigermaßen erstaunlich, da selten ist.

Bisschen etwas aus dem bisschen Buch:

Von der Auswahl des richtigen Seminars und das Festlegen der persönlichen Lernziele (Bravo! Sehr vorbildlich gedacht!) über die Zeilen zur eigenen Verantwortlichkeit (heftiges Nicken!) bis hin zu Tipps wie dem, das Handy auf dem Zimmer zu lassen und stattdessen lieber Kontakte in den Seminarpausen zu knüpfen. Besonders angetan hat mir (und auch innerhalb der FobiKom kommen wir immer wieder auf Nachhaltigkeit zu sprechen) die 72-Stunden-Regel und das 21-Tage-Phänomen.

Was diese besagen? Am besten Selberlesen. Kostet nur EUR 6.95.


Neuigkeiten zum eLearning I: Das NotizBlog von e-teaching.org

Juli 11, 2008

eTeaching? eLearning? - Zwei Seiten einer Medaille! Ohne dass jemand Neigung und Spaß hat, online zu lehren, kann auch kein eLearning stattfinden. Also, zum Beginn dieser Serie also das e-teaching.org NotizBlog. Aber wenn man von diesem Blog spricht, muss man zunächst über die Seite sprechen, der es zugeordnet ist: e-teaching.org. Hier steht zu lesen:

“Das Informationsportal dient als Selbstlernangebot oder als Baustein für hochschulspezifische Qualifizierungs- und Medienentwicklungsstrategien. Eine Einführung in die verschiedenen inhaltlichen Rubriken des Portals finden Sie in der Übersicht. Auf unserer Startseite präsentieren wir aktuelle Entwicklungen und Trends im E-Learning als wechselnde Themenschwerpunkte.”

Also eine astreine Quelle, die man getrost als Startseite nehmen kann, wenn man mit e-learning- oder e-teaching-Aktivitäten beginnt und sich einen Werkzeugkoffer wünscht! Da es im universitären Rahmen dienen soll, klingt es zwar manchmal ein wenig überkandidelt, macht aber nichts, dann transponiert man auf die eigene Ebene herunter! Ein kleines Zuckerle gibt es zur Zeit für unseren Berufsstand, da auf der Hauptseite gerade das Special Bibliothek 2.0 - Neue Formen der Wissensorganisation angeboten wird. Das also zu e-teaching.org.
Das zugehörige NotizBlog ist voll in die Webseite von e-teaching.org integriert und bringt Meldungen zu den Neuigkeiten. Rubriken des Blogs sind die Teile des Portals,

  • Lehrszenarien
  • Medientechnik
  • Didaktisches Design
  • Projektmanagement
  • Referenzbeispiele
  • Materialien

Hinzu kommen noch Meldungen zu Kurznachrichten. Veranstaltungen. Weiterbildung. Jobangebote. Ausschreibungen und Podcasts. Daneben kommen noch Meldungen zu “Fundstücken“, zur Zeit auch immer wieder zum Special Bibliothek 2.0 …
Ein probates Mittel, sich beim eLearning auf dem Laufenden zu halten, oft kommen Angebote zu Chats mti Experten und Hinweise auf Kurse. Alles in allem eine gute Nachrichtenquelle, die man natürlich auch per RSS abonnieren kann. (Ich war vorhin ganz erstaunt, wie das aussieht, denn ich war schon Monate nicht mehr auf der Quelle, die ich stets in meinem Feedreader zur Kenntnis nehme …)

Nebenbei: Einer der (Mit-)Macher des NotizBlogs schreibt noch in einem privaten Blog, dem konzeptblog. Natürlich auch zum Thema! :)


Der einzige Lehrstuhl für Andragogik …

Juli 10, 2008

… “steht” in Bamberg an der Otto-Friedrich-Universität, darauf seit 1996 Prof. Dr. Jost Reischmann. Welcher nun leider eben im Begriff steht, sich aus jenem Stuhl zu erheben und in den Schaukelstuhl (?) seines verdienten Ruhestands zu wechseln. Der rührige Professor, der sich auch international um die Andragogik verdient gemacht hat, wird sich am 16.7.2008 im Marcushaus mit folgenden Worten verabschieden:

“Andragogik? – Andragogik!”

Spätestens an diesem Punkt erwarten zu Recht alle Leser/innen, die sich gerade still fragen: “Andragogik? Ist das der Nachfolge-SciFi von Andromedar, Season 5?” und die außerdem nicht nach Bamberg fahren können, von mir eine Antwort. Diese gab und gibt am besten Jost Reischmann selbst. Seine Definition von 1996 hat auch Eingang in das Wörterbuch Erwachsenenpädagogik (Hg. Arnold/Nolda/Nuissl) gefunden, und überhaupt zeichnet er dort für den gesamten Eintrag zur Andragogik verantwortlich:

Andragogik bezeichnet die Wissenschaft von der lebenslangen und lebensbreiten Bildung der Erwachsenen und ist damit ein anderer Begriff für “Wissenschaft von der Erwachsenenbildung”.

Bisher hat sich der Begriff Andragogik noch nicht so recht bei uns durchsetzen können. Auch in diesem Blog wurde er bislang nicht benutzt - vielleicht ja auch nur, um anfänglich niemanden zu verschrecken ;-)

Vielleicht aber auch, weil der Begriff Andragogik über das institutionelle Erwachsenenbilden hinaus greift, in eine eher subjekthafte und selbsterkenntnisgeleitete Erwachsenenbildung. Und das ruft zuweilen Argwohn hervor. Angeleitetes Lernen ist halt besser abprüfbar …

Es wird tatsächlich höchste Zeit, wieder etwas Bildungstheorie mit ins Spiel zu bringen. Natürlich nur in verträglichen und erbaulichen Dosen. Wir sind ja hier versammelt, um unter anderem den Spaß am Lernen zu beschwören. Was Lernen durchaus machen kann. Machen soll! Und ich denke, mindestens eine Person hat daran mitgewirkt, das Erwachsenenbildung, sorry - dass Andragogik keine trockene Wissenschaft ist, sondern erwachsene Menschen frohen Sinnes (über sich hinaus) wachsen lässt, wenn man sie lässt. Sehen Sie sich doch nur dieses Bild einmal an!

Die Laudatio auf der Verabschiedungsfeier hält übrigens der Direktor des Instituts für Erwachsenenbildung Bonn (DIE), Prof. Dr. Dr. h.c. Ekkehard Nuissl von Rein, der sich leider auch schon gefährlich nahe in Richtung “Schaukelstuhl” bewegt. Da beruhigt es zu wissen, dass die ihm zu Ehren erschienene Festschrift anlässlich seines runden Geburtstages in 2006 den Titel “Zukunftsfeld Weiterbildung” trug. Das weckt Erwartungen und lässt hoffen. Auf eine Zukunft, in der beide Geistesgrößen noch lange in ihren angestammten Bereichen ihr Bestes von sich geben. Erstgenannter auch ohne Lehrstuhl unter dem Wertesten! Aber auch da habe ich große Hoffnung, denn einer seiner eigenen Buchtitel insistiert gar trefflich: “Generationen. Andragogische Überlegungen”.

In diesem Sinne: Prof. Dr. Reischmann einen fröhlichen Abschied zu einem rührigen Neubeginn mit viel Zeit zum Schreiben erbaulicher Lektüre für die nächste Generation an bildungshungrigen Andragogen!

Foto: Thilo Reiter | pixelio.de